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Haltet die Hamster!

Hikari

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Mit Schwung gelang Hikari noch ein weiterer Talangriff, bis eine große Hand plötzlich alles in ihrem Sichtfeld verdunkelte und ein abrupter Schmerz sie durchfuhr, als die Handfläche wie zu einem Mückenschlag gegen den Nackenbereich ausholte und damit auch Hikari in ihrer Hängeposition erwischte. Sie japste auf und nutzte ihren Sperr, um zumindest einen winzigen Haarschnitt, wenn man so wollte, in der vor ihr liegenden Haut auf ihrem Weg nach unten zu verursachen, da ihr ein erneuter Griff in die Kleidung nicht gelingen wollte.

„Greift ihn von allen Seiten an!“, brüllte Hikari, kaum, dass sie den letzten Rest Sandkörner ausgespuckt und sich aufgerappelt hatte. Der Sturz aus luftiger Höhe, nachdem sie von der großen Hand des Tamm-Tomms getroffen worden war und sich oben nicht mehr halten konnte, hätte schlimmer ausfallen können. Doch dank der Schicht Kleidung, hatte sie während ihres Absturzes zumindest immer wieder die Geschwindigkeit mindern können, die sie gen Boden zurückholte. Einen Speer in der einen Hand, beäugte die Blauhaarige die Palmenstämme, die teilweise unweit aber verlassen von ihr im Sand lagen. „Piekst ihn bis in die Unkenntlichkeit, wir müssen seine Mobilität weiter einschränken!“, rief sie den Luminoe-Einwohnern zu und ergriff mit der freien Hand, die dank der vielen Schwielen nicht einmal die raue Oberfläche des Palmenstammes – nicht zu verwechseln mit dem Palmenstamm – richtig wahrnahm, ein besonders robust aussehendes Exemplar. Mit Kampfgeheul stürzte sich die Zimmerfrau auf die Füße ihres Gegners und hieb immer wieder abwechselnd mit Speerspitze und Palmenstamm auf den Fußrücken ihres Gegners ein. Langsam, aber sicher reizten sie damit die widerstandsfähige Haut und konnten sogar feine Schnitte verursachen. Ein kleiner Sieg in der Etappe, aber bei einem solchen Riesenzwerg war, dass das Mindeste worauf sie sich aktuell zu konzentrieren hatten.
Tamm-Tomm fluchte über ihnen, doch seine Aufmerksamkeit lag dankenswerterweise wieder auf Blake, der irgendetwas vorzubereiten schien. „Dich werde ich mit besonderer Freude büßen lassen, Verräter!“, grunzte der Dwarf mit wütender Miene. Sein rechter Arm war noch immer nicht funktionsfähig, der andere jedoch hatte nichts von seiner Mobilität eingebüßt.

„Vorsicht, Blake!”, keuchte Hikari etwas sinnlos auf, schließlich konnte auch der Waffenexperte mehr als deutlich ausmachen, dass der Körper und gewaltige zugehörige Schatten sich bewegte. Ihre Augen verengten sich, Moment mal, der Schatten war doch vorhin auch von links gekommen, hatte sie es etwa wirklich geschafft den rechten Arm in seinem Bewegungsumfang einzuschränken. „Fokussiert eure Angriffe auf die rechte Seite! Sein Arm scheint nicht mehr recht zu funktionieren…”, wandte sie sich an die umstehenden Kämpfer. Einige nickten und stoben in zwei unterschiedliche Richtungen. Hikari hätte sich am liebsten eine Hand gegen die Stirn geklatscht: „Die rechte Seite von unserem Gegner, nicht EURE rechte Seite!“
Oh Mann! Hikari grummelte, wandte sich aber wieder den vor ihr liegenden Fußrücken zu: „Spießt ihm die Füße auf! Den müssen wir irgendwie wieder zu Fall bekommen, damit wir in größeren Zahlen seinen Kopf attackieren können!“
„Euch Kobolden zeig ich’s“, zeterte Tamm-Tomm, „Tsukidashi!“, viele schnelle Stöße mit der ausgestreckten flachen linken Hand prasselten auf die Krieger in Fußnähe ein. „Speere und Palmenstämme nach oben!“, brüllte Hikari und duckte sich unterhalb der Höhe ihres Speeres gen Boden, um die Spitze als höchsten Punkt hoffentlich in die Nähe von Tamm-Tomms Hand zu befördern, aber selbst nicht von der massiven Pranke erwischt zu werden.

„Macht weiter! Ich hab eine Idee!“, rief sie ihren momentanen Gefährten zu und begann wieder nur mit dem Speer bewaffnet einen erneuten Aufstieg des Riesenzwergs. Flink sprang sie von Stofffalte zu Stofffalte: „Wer auch immer mich hören kann! Greift seine Ohreninnengänge an, damit kriegen wir ihn aus dem Gleichgewicht!“
Das Schnaufen des Dwarfs hätte Widerhallen können, wenn sie statt in einer Wüste in den Bergen gestanden hätten, so jedoch spürte Hikari viel mehr die wütenden Atemzüge, als dass sie sie wirklich gehört hätte.
„Mir reicht es, mal sehen, ob ihr danach noch aufstehen könnt, ihr Bastarde!“, prophezeite Tamm-Tomm dunkel, dem die Wut inzwischen im Gesicht geschrieben stand: „KIMETAOSHI!“, und warf sich mit vollem Schwung und seinem ganzen kolossalen Körper nach vorne, um sie alle unter sich zu begraben.
Benommen richtete sich Hikari langsam auf, die aus den Stoffbahnen mit Schwung herausgeschleudert worden war, als sie im erneuten Aufstieg die Richtungsänderung des Dwarfs unfreiwillig hatte mitmachen müssen.
„Blake! Da bist du ja!“, die Freude klang deutlich aus ihrer Stimme heraus, als der hochgewachsene Kerl ihr mit Schwung auf die Beine half. „Hast du irgendetwas womit wir Tamm-Tomm zu Fall bringen könnten, irgendetwas… was theoretisch in seinem Ohr explodieren könnte?“
 
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Hikaris warnung lässt Blake gerade noch rechtzeitig von seiner Momentanen Arbeit aufschauen. Tamm ist einfach kein Gegner für rohe Gewalt und kleine Angriffe, zumindest nicht wenn er sich noch frei bewegen kann, aber was soll er gegen so einen Feind tun? Vielleicht sollte er den Großen eher wie ein Kriegsschiff denn eine Person behandeln? Aber diesen Gedankengang kann er gerade nicht so Recht zu ende führen, denn er schafft es gerade noch so im letzten Moment seine Kanone hoch zu reissen und den rasenden Hieb des Riesenzwergs zu parieren. Einen kurzen Augenblick sieht es aus als würde Blake der Wucht entgegen halten, seine Kanone der riesigen Pranke entgegen gestemmt, seine Füße durch den Sand rutschend. Dann wird das Momentum zu viel und er wird Rückwärts über die Düne hinweg geschleudert. In einer riesigen Wolke aus aufgewirbeltem Sand rollt er über den rauhen Untergrund ehe er zum liegen kommt. Als er sich erhebt hat auch er den letzten Rest Wüstenkleidung verloren. Glücklicherweise hat er auf seine Hosen bestanden. Er braucht einen Moment um seine Besinnung wieder zu finden und sich zu orientieren, doch dann geht sein Blick sogleich zu der von ihm präparierten Rakete zurück die einige Meter neben ihm gelandet ist und er flucht. Die Träger sind abgerissen, die Spitze eingedellt. Er benötigt eine genau berechnete Treibladung um ein eher kleines Ziel wie eine von Tamms Körperöffnungen zu treffen. Wie zum Teufel soll er denn jetzt die Ladung da hin bringen wo sie hin muss?
In diesem Moment hört er auf der anderen Seite der Sanddüne eine explosion. Nein, einen Aufprall und ein Schrapnel fliegt fast direkt auf ihn zu.
Ach nein. Es ist bloß Hikari. Die kann das ab. Er tut sein bestes um die junge Frau aus der Luft zu fischen, aber er verschätzt sich knap und das Mädchen zischt über ihn Hinweg. Beeindruckende Flugeigenschaften.
Hm.
Hmmmmm.

Er zieht Hikari zurück auf ihre Füsse und klopft sie erst einmal ab während sie ihren Vorschlag macht und er grinst wobei sein Goldzahn in der Wüstensonne glänzt. "So einen Gedanken hatte ich auch. Ich kann sogar noch einen drauf setzen. Scheiße Heiss hier, oder?" Fragt er eher hypothetisch und tatsächlich packt der Hühne sich Hikari einfach unter die Arme während er den Hügel hinaufsprintet. "Hast du schon mal im Sommer viel zu schnell ein Eis gegessen? Jetzt stell dir vor Jemand hätte dir ein ganzes explosives Eis ins Ohr gerammt. Erst recht wenn die Innenohrflüssigkeit gefriert. Das hier ist Flüssigstickstoff und das hier erzeugt einen Knall und sprengt die Kapsel!" Er drückt ihr ein Gebilde in die Hand das aussieht als hätte er einen seiner Chemiebehälter eilig mit einem verdammt großen Böller zusammengetaped. Was nicht ganz falsch ist. "Das Problem ist nur... meine Rakete ist kaputt. Das heisst ich muss mir behelfen." Er greift mit beiden Pranken an ihre Taille und wiegt sie auf und ab, wirft sie sogar leicht hoch. "Sag mal, wie viel wiegst du? Einundsechzig Kilo? Nein, nein, Zweiundsechszig. Glücklicherweise hast du nicht so einen Vorbau wie Kakuga. Ganz schön leicht bei deinen Muskeln." Fährt er im Plauderton fort. An der Spitze der Düne angekommen, leckt er sich über den Daumen, scheint den Wind zu prüfen. "Also, du hältst das jetzt mit beiden Händen fest. Am besten du lenkst mit den Füssen während du in der Luft bist, in Ordnung?" Er greift zu seinen Lippen, aber findet die sonst stetig vorhandene Zigarre dort nicht. Stattdessen zieht er ein Sturmfeuerzeug aus seiner Tasche. "Ich zünde es an. Die Lunte ist lang genug. Stopf ihm das Ding einfach ins Ohr, ok? Oder ins Auge wenn du verfehlst, das klappt auch. Mund ist nicht so optimal. Alles klar?" Fragt er noch.

Nun, ob alles klar ist oder nicht, zischend setzt er die Lunte der kleinen Bombe in Hikaris Händen in Brand, dann die bedeutend kürzere der Rakete die er nun in seiner linken Hand hält. Mit der rechten packt er die Rückseite von Hikaris Hosenbund. Als kurz darauf die Treibladung der Rakete entzündet wird, packt er diese mit einem Brüllen und hält sie fest, so das die Rakete um ihn herumfliegt... und ihn dabei mit ihm Kreis dreht. Er lässt Hikari als Schwunggewicht aussen mitfliegen, zieht die Rakete näher an sich, dreht sich schneller und schneller... und gerade als er maximalgeschwindigkeit erreicht hat und der Riesenzwerg sich wieder aufrichtet, lässt er los und schleudert Hikari in ungemeinem Tempo auf ihren Feind zu... erstaunlich zielgenau, muss man ihm lassen.
 
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Hero griff nach den Knöpfen, die das Wams des Riesen zusammenhielten. Über dem runden Bauch des Trägers waren sie bis zum Anschlag gespannt. Als Tamm sich vorbeugte, um zusätzlich mit den Händen die Angreifer abzuwehren, klammerte sich Hero an einen Knopf und vergrub das Bein hinter dem Knopfloch, als hinge ihr Leben davon ab. Tamm schreckte zurück, als seine Handflächen auf die aufgestellten Speere der Krieger trafen.
»Du hast sie gut im Griff, was! Hatata!« rief er Hikari zu, die den Angriff der Stämme organisierte.
Tamm kannte den Kampf einer gegen viele. Am Anfang hatte ihm der Captain dabei zur Seite gestanden. Er erinnerte sich an eine gute Unterhaltung mit ihm bei einem Bier oder auch vier.

»Ochrm.« meinte der Captain und Tamm lachte.
»Hatatata!« Er musste sich den Bauch halten, damit die Kohlensäure nicht zu sehr in Wallung geriet. »Hrrm. Mrr.« Daraufhin leuchteten die Augen des Captains.
»Rhnn.« Und Tamm wusste genau, was er meinte. Sie stießen an.


Genauso wie damals stand es auch jetzt. Und genauso wie damals würden seine Gegner auch dieses Mal den Kürzeren ziehen.
Plötzlich rutschte sein Fuß nach vorn. Tamm ruderte mit den Armen und warf einen hektischen Blick nach unten. Bena Tekela und Tatscha Hakunu hielten mit ihren Pranken je eine der ledrigen Stiefelfalten und hievten die lebendige Säule, auf der Tamm stand, unaufhaltsam nach vorn. Noch ein Stück und er würde das Gleichgewicht verlieren. Er wollte das Bein zurückziehen, doch etwas bewegte sich rasend schnell auf ihn zu und er musste zugleich ausweichen. Tamm wedelte mit den Armen, doch der rechte wollte ihm weiterhin nicht gänzlich gehorchen. »Ihr Maden. Ihr Insekten.« röhrte er aus tiefster Brust.

Die Schieflage des Riesen begünstige ihr Fortkommen. Zufrieden und doch grimmig trieb sich Hero an, die Knopfleiste des übergroßen Mannes hinaufzuklettern. Das Ächzen ihrer erschöpfen Muskeln war kaum mehr als ein Hintergrundgeräusch. Sie griff daneben, als Tamm abermals ins Wanken geriet und schlug der Länge nach vor die Brust des Riesen, sodass der Aufprall ihr die Luft aus den Lungen und die Feuchtigkeit in die trockenen Augen trieb. Mit einer Hand klammerte sie sich an die Naht des Knopfloches und rollte mit zusammengekniffenen Zähnen zurück, um ihren Weg fortzusetzen.

*​
[Am Ufer der Wüste]

Weiter entfernt, nahe dem Ort, den Einheimische als Geisterinsel kannten, spielten Licht und Nebel dem Auge einen Streich. Orcus schob die feingliedrigen Hände in die schwarzen Hosentaschen und beobachtete das Wasser. Die Gläser seiner quadratischen Brille reflektierten das gespenstige Leuchten, während er wartete. Die Teleschnecke auf seiner Hand sirrte leise in ihrer Bemühung, eine Verbindung herzustellen. Bumm Bumm Boris war in Luminoe angekommen. Man sagte ihm erstaunliche Fähigkeiten in verdeckten Handlungen nach. Auch in diesem Fall schien es ihm gelungen, sich wie eine Maus durch verdeckte Gänge zu graben, um im Rampenlicht wieder aufzutauchen. Aber ein Hamster war höchstens gut darin, einen kleinen Unterbau zu graben, kein komplexes Geflecht. Orcus kannte die brachiale Gewalt, mit der Boris einen Schritt ging, sich über den kahlen Kopf fuhr oder sich die Schuhe band – wenn er denn wusste, wie. Kurzum, Orcus hatte seine Hausaufgaben gemacht – oder andere für sich erledigen lassen. Deshalb war ihm die Ankunft des Piratenkapitäns zugetragen worden, sobald dieser sich im Kolosseum hatte blicken lassen.
Die Teleschnecke verstummte.
»Tamm Reyland.« tadelte Orcus jenen, der ihn nicht hören konnte. Der Zwerg war beinahe viermal so alt wie er, aber nicht halb so zuverlässig. Aber Orcus kannte andere Wege, um seine Anweisungen weiterzuleiten. Sein ruhiger Blick fiel auf die Wüstenratten, die seinen Sandschlitten zogen.
 

Hikari

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„Einfache Taktik!“, brüllte Hikari zurück, auch wenn sie darauf verzichtete sich für das halbe Lob von Tamm-Tomm zu bedanken. Sie war zwar höflich und respektvoll, aber die Beleidigungen, die ihr ihr Gegner noch vorhin an den Kopf geworfen hatte, die hatte sie nicht vergessen, weshalb sie zumindest versuchte das Gespräch irgendwie am Laufen zu halten. Denn vielleicht würden sie damit wieder für genügend Ablenkung sorgen können, um einen weiteren guten Treffer zu landen? „Piekt ihn!“, rief sie deshalb wieder den Stammeskämpfern zu und wandte sich wieder dem fleischigen Fußrücken vor ihrer Nase zu!

Überrascht einfach wie ein Brett Holz unter den Arm geklemmt zu werden, protestierte Hikari schlussendlich nur halbherzig, als sie merkte, dass der hochgewachsene Waffenmeister dank seiner langen Beine mühelos die Düne erklomm: „Blake! Was soll denn das? Ich kann gut selbst laufen!“ Der Sturz aus luftigen Höhen war schon längst wieder vergessen und auch das Sichtfeld hatte sich problemlos wieder gerichtet. „Allerdings!“, beschwerte sich die Blauhaarige, die nicht begriffen hatte, dass der Ältere seine Frage eigentlich rhetorisch angesetzt hatte. „Oh Gefrierbrand im Gehirn, ja, das kenn ich. Kein schönes Gefühl.“, murmelte sie in ihren nicht vorhandenen Bart. Überrascht umschlossen ihre Finger das konstruierte Gebilde und griffen reflexartig fester zu, als Blake sie schon wieder hochhob. „Gute Wahrnehmung.“, kommentierte Hikari deshalb nur etwas trocken, da amüsiert, die schon ahnte worauf es hinauflaufen würde und sogleich überrascht wurde, dass ihre Vorstellung und Blakes tatsächlicher Plan etwas auseinandergingen.
Statt von dem Hünen durch die Luft geworfen zu werden, plante der Waffenexperte offensichtlich etwas… effizienteres für ihren Aufstieg. „Mit den Füßen lenken? Sollte drin sein!“, erwiderte sie nachdenklich, schließlich musste sie sich bei den Arbeiten an Schiffen manchmal nur auf ihre Füße und Beine verlassen, um nicht in die Tiefe zu stürzen, wenn sie beide Hände zum Werkeln brauchte.
„In Ordnung…“, zustimmend nickte Hikari und befestigte ihren Speer sicher in ihren Klamotten, damit sie beide Hände für die Bombe zum Einsatz bringen konnte. „Absolut geniale Idee, Ohren oder Auge, Nase und Mund eher suboptimal. Verstanden!“, ihre eigenen Augen leuchteten vor Begeisterung, damit würden sie Tamm-Tomm erneut in die Knie zwingen können.

Die Welt verschwamm, während sie von Blake erst im Kreis gewirbelt wurde und dann mitsamt der gewaltigen Geschwindigkeit der Rakete Richtung Riesen-Dwarf zu fliegen. „WUHU!“, konnte sie sich aufgrund des rasenden Gefühls in der Magengegend dann doch nicht verkneifen, während sie überraschend akkurat Richtung Tamm-Tomm flog, flog, flog und mit beherztem Griff eine Stofffalte ungefähr auf Schulter-zu-Oberarm-Höhe erwischte. „Jetzt bist du fällig!“, frohlockte Hikari wieder mit manischem Grinsen im Gesicht, während sie das letzte Stück nach oben kletterte. Ein Blick auf die Lunte, verriet ihr, dass sie noch ausreichend Zeit für ihren Wurf hatte. In die Hocke gegangen, behielt sie eine Hand am Stoff, um einen erneuten Absturz dieses Mal hoffentlich vermeiden zu können und nicht von einer Riesenpranke erwischt zu werden. Sie brachte sich selbst vor dem Eingang zum Innenohr in Position, welches eher an eine Höhlenlandschaft aufgrund der gewaltigen Körpergröße erinnerte. Wenn sie zu früh warf, bestand die Gefahr, dass Tamm-Tomm mit einer Kopfbewegung die Bombe herausschütteln könnte, wenn er es denn spürte… und zu spät, könnte die Explosion womöglich nicht ihre gesamte Wirkung entfachen…
Gleich, gleich… klitzekleine Schweißperlen bildeten sich in ihrem Nacken. „JETZT!“, brüllte die Zimmerfrau und warf mit aller Kraft die Bombenvorrichtung zielsicher in das Innenohr ihres Gegners. Der Kopf des Riesen-Dwarfs zuckte in ihre Richtung: „Was zur…“ Doch viel weiter kam Tamm-Tomm nicht, als es plötzlich einen kleinen Lichtblitz mitsamt einem überraschend lauten Knallen gab.
Hikari atmete ein, aus, ein, aus. Als endlich, endlich wie in Zeitlupe der gewaltige Körper begann sich nach vorne zu neigen: „Alle Mann aus dem WEG!“, brüllte sie und hoffte, damit noch jemanden vorwarnen zu können, als tatsächlich und mit einem gewaltigen Rumps der Körper des Tamm-Tomms gen Boden fiel. Dumpfes Stöhnen folgte auf dem imaginären Fuß.
Benommen tastete eine Riesenpranke nach dem Ohr, aus welchem zwar kein Blut quoll, aber dafür Qualm gen Himmel aufstieg. „Nichts da!“, flötete Hikari, die den Sturz dieses Mal besser überstanden hatte und nun begann mit der Speerspitze in die Haut der Hand und auch ins Ohr zu pieken.
 
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Im allerletzten Moment liess Blake die Rakete gehen, sie flog kaum zwei Meter weit, ehe sie explodierte und sand aufspritzen liess. Zufrieden betrachtete Blake wie Hikari davonsaußte und wischte sich mit einer Hand den Russ von der Seite, knurrend als ein paar Flecken verbrannter Haut abplatzten wo ihn die Stichflamme der Rakete getroffen hatte. Hikari würde das schon packen. Er mag zwar Feuerresistent sein, aber alles hat seine Grenzen. Sein Blick wandert zur Seite zu einem überlebenden Palmenstamm. Mit einem resoluten Tritt befördert er diesen zu Boden, atmet durch, und springt brüllend auf dieses höchst zivilisierte Wüstengefährt, rast mit zunehmendem Tempo die Hohe Sanddüne hinunter und schreit dabei lauter. Nicht aus Angst. Natürlich nicht. Bloß... ein Kriegsschrei.

Vor ihm erklingt der kurze Knall der Bombe, dann taumelt der Riese und kippt langsam, langsam um. Ein dumpfer, pochender Knall erklingt als der riesige Tamm-Tomm auf dem Boden aufknallt.

In seiner Beobachtung gefangen, hat Blake leider nicht die kleine Rampe aus Sand entdeckt die sich am Fuss der Düne gebildet hat, gerade als der Körper des Riesen den Boden berührt - und knapp über den Kopf der wieder auf dem Boden angekommenen Hero hinweg - knallt die Palme mit voller Wucht gegen die Stirn von Tomm-Tamm, begleitet von einem Geräusch als würde nach dem Aufprall irgendwelches Eis im Inneren des Riesenzwergs zerschellen. Blake selber rollt sich über den Boden ab und klammert sich an seine Kanone, wobei sich jedoch seine übliche Munition in alle Winde verstreut. Auf äußerst rüde Art die er vor den Damen sicher nicht wiederholen wird, flucht er lautstark auf, aber seine Kanone ist gut gestopft und trotzdem noch gefüllt. Er sprintet auf den Riesen zu und als dieser sich gerade vom ersten Schock erholt und den Kopf hebt, stopft Blake ihm das vordere Ende seiner Kanone ins linke Nasenloch und lässt das Schloss hinunterknallen. Fauchend brüllt die Kanone auf und Feuer schiesst aus dem rechten Nasenloch als sich das Schwarzpulver entzündet. "Das ist dafür das du Kuga verschüttet hast du Drecksack!" Brüllt er den Zwergen an, auch wenn er sich nicht gaaaanz so sicher ist ob er ihn über sein eigenes Gebrüll hört. "Hero!" So eine gute Gelegenheit kriegt sie sicher nicht wieder.
 

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»Ah! Verdammt!« Einer der Krieger fasste sich an die Nase. »Das tut weh!«
»Sie haben ihn!« rief Wahid.
Um Tamms rechten Nasenflügel und das linke Ohr klebte schwarzer Ruß wie ein hässliches Ekzem. Aus dem anderen Nasenloch quoll dunkles Blut und tropfte auf den heißen Wüstensand herab. Einige Krieger sprangen zur Seite, um nicht getroffen zu werden. Bena Tekela schüttelte nur den Kopf, als ihn einer der riesigen Tropfen traf. Wie von ausladender Kriegsbemalung gezeichnet glänzte sein Oberkörper rot.
Den Mund zu einem stummen, schmerzerfüllten Schrei aufgerissen ruckte der massige Körper des Riesen wie von einem Vorschlaghammer getroffen nach hinten und hielt sich auf den Knien. Mit breiten Pranken griff Tamm an den verletzten Kopf. Unfähig, das Gleichgewicht zu halten, wankte er und kippte langsam nach hinten.

Hero klammerte sich an eine Kordel seines Hemds und war mitgerissen worden, kaum, dass er zurückgezuckt war. Ihr Körper hing wie eine Fahne im Wind, der ihr rauschend um die Ohren zischte. Die Augen zu Schlitzen verengt sah sie schemenhaft das Schlüsselbein des Riesen herannahen und hörte wie aus weiter Ferne Blakes Ruf. Auf der Schulter ihres Gegners konnte sie eine Gestalt ausmachen. ‘Hikari.‘
Hero ließ die Kordel am höchsten Punkt ihrer Flugkurve los. Die Sonne blendete sie, als der Schwung sie für wenige Sekunden aus dem Schatten des Riesen heraustrug. Dann rief die Schwerkraft sie gen Boden zurück und Hero fiel direkt auf den erstarrten Riesen zu.
Aus seinem Ohr stiegen Rauchfäden empor und das Blut aus seiner Nase rann seinen Schneidezahn herab. Im Kampf gab es kein Mitgefühl. ‘Wir sind keine Rechtschaffenden, Muerta. Wenn du nicht einstecken kannst, was du austeilst, nimm dir keine Piraten zum Feind.‘
Die Klinge ihres Schwertes hieß die Sonne funkelnd willkommen. Hero packte den Griff mit beiden Händen und fuhr wie sich entladendes Gewitter von oben auf den Riesen herab. Ihre Armmuskulatur verhärtete sich wie die Sehne eines aufs Äußerste gespannten Bogens.
»Rakurai!« stieß sie hervor. Die Schwerkraft war ihre Verbündete und ihre Klinge schnitt scharf. Das unregelmäßige Taumeln des Riesen ließ sie sein Gesicht knapp verfehlen. Mit einem sauberen Schnitt trennte sie den gepflegten Vollbart vom rechten Ohrläppchen bis zum Kinn ab. Die grauen Haare rieselten wie vertrocknete Blumenstiele herab. Der schwere Stoff seines Wamses gab bereitwillig nach und das Schwert riss einen tiefroten Krater quer über den Oberkörper des Riesen, bis die Gürtelschnalle unterhalb des Bauchnabels Einhalt gebot.

»Siehst du das?« Ein Krieger deutete hinauf zu einer Düne.
»Wo kommt das her?«
»Ein Zeichen der Ältesten! Der Ahnen!« Für einen Augenblick von ihrem Gegner abgelenkt verrenkten sich die Krieger die Hälse.
Oberhalb der Düne, von der Sonne abgewandt, zeichnete sich ein hellrotes, stromlinienförmiges Gewirr, das auseinander- und wieder zusammenlief.

Hero landete leichtfüßig im Sand und steckte trotzdem bis zu den Knien fest. Während sie sich befreite, nahm sie den Blick nicht von Tamm. ‘Gegen diese Größe und das Bauchfett ist mein Schwert nur ein mickriges Skalpell.‘ Der Riese hielt sich den Oberköper und stöhnte auf. Mit der anderen Hand stützte er sich auf dem heißen Wüstensand ab. Blut rann seine Lederhosen herab und der Sand sog es gierig auf. Sein kaum fokussierter Blick richtete sich auf das Gebilde am Himmel.

»Der kleine Bastard.« grollte er zwischen zusammengebissenen Zähnen. Hero folgte seinem Blick. Die roten Schlieren flossen ineinander und webten ein transparentes Gebilde. Für einen Augenblick wurde ein sternförmiges Zeichen sichtbar, in dessen Zentrum ein skelettierter Schädel auf die Wüste herabblickte. Derselbe, den die Flagge des Dons zeigte. Dann waberte das Bild wie Luft in Sommerhitze und die rötlichen Fäden fielen wie ein Schauer herab.

Aus dem Augenwinkel sah Hero eine Bewegung. Die Pranke des Riesen schnellte auf sie zu. Der Sand bot weder den richtigen Untergrund, um zu fliehen, noch war er ausreichend fest, um hoch zu springen. Gefangen wie auf glattem Eis spürte Hero, wie sich die breiten Finger um ihre Gestalt schlossen und fest zudrückten, während sie emporgehoben wurde. Die Luft wich ihr aus den Lungen und sie sah plötzlich in die riesigen Augen des Riesen. »Ich hab’ nich’ mehr viel Zeit. Aber dafür reicht’s!« Dann gab die Klinge ihres Schwertes ihren mühevollen Bewegungen auf engstem Raum nach und drehte sich mit der scharfen Seite zur Handfläche des Riesen. Hero schob es hoch und spürte, wie die verhornte Haut nachgab. »Ah! Verdammt!« Doch der Griff lockerte sich nur. »Kleine Mistratte!« Kurz entschlossen holte er weit hinter sich aus. Mit der Wucht eines Katapultes warf er Hero der grellen Mittagssonne entgegen, bis sie nur noch als sich entfernender, winziger Punkt am Himmel sichtbar war.

»Und jetzt zu euch.« sagte Tamm, noch während er angeschlagen zur Seite kippte und sich mit beiden Fäusten am Boden abstützte. Sand stob zu beiden Seiten seiner Fäuste empor. Zuerst würde er sich das Miststück auf seiner Schulter packen. Dann den Kanonier. Tamm spuckte aus, eine hellrote Fontäne, die über den Sand spritzte. Sein Körper war ein Landkarte des Schmerzes, der Kopf ein Vulkan der Pein, der Körper eine scharfkantige Schlucht, die ihn zu zerreißen drohte. Ein letzter Akt der Vergeltung, bevor er dem Ruf folgte. Nur das Schicksal der Stammesführer, seine eigentliche Mission, musste er besiegeln. Aber das konnte warten. Er konnte sie notfalls wie zwei Böcke an den Hammelbeinen packen und quer durch den Sand schleifen, bis ihnen der Sand durch das eine Ohr rein und durch das andere wieder herauskam.
 
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Hikari

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Mitten in ihrem Piek-Eifer bekam Hikari nicht mit, wie Blake einen weiteren Angriff gegen Tamm-Tomm vorbereitete und erfolgreich ausübte. Das Resultat dessen konnte sie nämlich durchaus vernehmen, ebenso wie die dicken Blutstropfen, die einem kleinen Bächlein eher ähnelten. Die riesigen Pranken des Riesen-Dwarfs ruderten durch die Luft und dann wieder Richtung Sand. Ahnen? Was!? Hikari blinzelte von ihrem letzten Angriff hoch und konnte eine seltsame Form in der Distanz erkennen? Was das wohl zur Hölle war? „Ahnengeist? Blake! Warst du das dahinten?“, brüllte Hikari durch die Gegend und sprang gerade noch rechtzeitig durch die riesigen Finger und konnte sich damit noch in Sicherheit bringen. Ein Salto später stand sie wieder auf sandigem Untergrund, unweit von Blake, der seine Kanone noch immer geschultert hielt. „Hast du Hero gesehen? War sie mit ihrem Angriff erfolgreich?!“, das Aufjaulen und das lautstarke Pöbeln von Tamm-Tomm war ihre Antwort. Wie roter Regen platschten die Blutstropfen von Tamm-Tomm gen Boden und verfärbten den Sand beinahe schwarz. „Oh nein! Oh nein!”, japste Hikari auf, als sie sah, wie eine der riesigen Hände nach der winzigen Gestalt griff, bei der es sich nur um die Navigatorin ihrer Mannschaft handeln konnte. „HERO!”, brüllte der Blauschopf voller Entrüstung auf, als die Schwertkämpferin wie ein Wurfgeschoss davonflog. „Du Mistkerl, du…”, doch etwas sprachlos über die Flugroute von Hero fielen ihr leider keine weiteren Schimpfwörter ein, die sie dem Riesen-Dwarf hätte entgegenbrüllen können. „Als wenn es nicht schon schlimm genug gewesen wäre, was mit dem Kapitän und unseren Kameraden passiert wäre, aber so…? Du wirst deines Lebens nicht mehr froh!“, fauchte die Schiffzimmerfrau, ohne eine Reaktion des Riesens zu bekommen, der sich bereits den nächsten zuwandte.

„Kein Grund für solch Schwachmaten-haftes Verhalten!“, beleidigte Hikari ihren Gegner weiter nicht sonderlich kreativ weiter, als seine Fäuste erneut gen Boden fuhren und Sand zu allen Seiten stob. Tobendes Grollen war ihre Antwort, offenbar war Tamm-Tomm schon nicht mehr im Stande seine Worte zu benutzen und prügelte stattdessen mit Inbrunst auf die Krieger der beiden verfeindeten Stämme ein oder was er eben sonst noch zu fassen bekam.
„Ihr zwei, ihr kommt mit!“, rief Tamm-Tomm, obgleich seine Stimme nach dem letzten erfolgreichen Angriff etwas nasal klang. Die Hände griffen nach den Beinen der Stammesführer und nutzten die Körper sogleich für den gewaltigen Angriff gegen Hikari, Blake und die umstehenden Krieger. „Hatatata!“, jubilierte der Riesen mit einem dunklen Grinsen im Gesicht, als er sie ihrerseits fliegen schickte.

Wie lange sie wohl schon durch die Gegend flogen? Mindestens schon fünf Sekunden, aber aufgrund der Geschwindigkeit hatte Hikari Mühe irgendetwas außer der Wüste und dem blauen Himmel, mitsamt seiner brütend heißen Sonne zu erkennen. Die Hitze spürte sie trotz ihrer schicken Kriegsbemalung nach wie vor, weshalb die Blauhaarige zwischenzeitlich schon vermutete, trotz der Behauptung der einen Kriegerin, die Wüste mit einem Hitzeschlag zu verlassen. Ein gewaltiges Krachen verkündete vom Aufschlag mehrerer Körper an, die in unterschiedlichen Abständen in einer Düne ihre Landung gefunden hatten. „Das wird der Bastard mir büßen. Dieser Mistkerl!“, fluchte Hikari, während sie mehrfach hintereinander ausspuckte, um den Sand aus Mund und Nase loszuwerden. Mit etwas zu kräftigen Schlägen löste sie die Körner, welchen den Weg in ihre Ohren gefunden hatte. Zumindest ihr Kopf und ihr linker Arm waren soweit freigeschaufelt, dass sie sich rühren konnte. Ihr Blick wanderte zu den Wolkenfetzen, die über ihr gemächlich davonzogen. Ob sich der Wind wohl zu ihnen hinunterbequemen würde und endlich für etwas Abkühlung sorgen könnte. Dumpf vernahm sie Stimmen, konnte jedoch den Wortlaut nicht ausmachen, bis ihr plötzlich jemand ins Sichtfeld rückte und ihre Umgebung in angenehmen Schatten tauchte. „Blake, bist du das?” Keine Antwort, stattdessen drehte sich der Oberkörper der Person und rief etwas über die Schulter, was sie nicht verstand. „Was ist los?” „Du solltest aus dem Sand rauskommen, Hamsterkriegerin. Sonne, Bewusstlosigkeit und Herumliegen werden in der Kombination nicht für dich sprechen, wenn du vor den Ahnengeist trittst!“, mahnte eine Stimme nahe an ihrem Ohr und begann den Sand, um Hikaris Oberkörper mit geübten Bewegungen zur Seite zu schieben.
 

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[Inmitten der Wüste]

Der Wind rauschte um ihre Ohren. Inzwischen stieg ihre Flugkurve nicht mehr an, sodass Hero damit rechnete, bald wieder herabzufallen. Mit verschränkten Armen beobachtete sie, wie der Wüstensand weit unter ihr vorbeizog. ‘Vielleicht tötet mich der Aufprall. Oder bricht mir alle Knochen? Und Kakuga hat sich einfach rar gemacht.‘
Zumindest war ihr nicht mehr elend heiß. Die trockene Luft verkrustete die Blutspuren in ihrem Gesicht. Noch während Tamms mächtiger Wurf sie von der Kampfszene weggetragen hatte, hatte Hero die riesige Sandwalze gesehen, die er mit seinen zimmergroßen Pranken heraufbeschworen hatte. In seinen Händen baumelten die beiden Stammesführer, als er abzog, dem wabernden, roten Zeichen in der Ferne entgegen.
Sie verlor an Höhe. Der Wüstensand kam näher und lud zur Spekulation ein, ob sie an einer der Dünen zerschellen würde wie ein trockenes Palmenblatt. Ihre Flugbahn trug sie über den Kamm einer langgezogenen Sanddüne hinweg und verlief beinahe parallel zur abfallenden Seite des Ungetüms aus Sand. Sobald ihr Ellenbogen den Sand berührte, geriet ihr Fall außer Kontrolle und Hero schloss die Augen und hielt die Luft an, während ihr Körper in wilder Unordnung den Hang herabstürzte.
Ihr Gehirn schien sich wild in ihrem Schädel zu drehen. Hero zählte ihre Herzschläge, bis sie glaubte, oben von unten unterscheiden zu können. Vor ihrem inneren Auge sah sie Hikari und Blake und mit einem Mal setzte sie sich auf. Kopfschmerz stach hinter ihren Schläfen, während sie sich auf die Beine kämpfte.
»Wo bin ich hier.« murmelte sie. Um sie herum war nichts als Sand. Die Luft flimmerte über den rötlichen Dünenspitzen. Hero blinzelte. ‘Wie hoch steht dieses.. Ding?‘ Inmitten des Hitzeflimmerns konnte sie den obersten Teil der Erscheinung am Himmel ausmachen. »Dann dort entlang.« entschied sie sich für die eine Himmelsrichtung, die sich von den anderen unterschied. Während sie auf der schattigen Seite die Düne emporkletterte, hob sie den linken Arm, an dessen schmalen Gelenk sie den kugelförmigen Logport trug. Dessen Nadel drehte sich gemächlich um ihre Mitte. ‘Du hast dich noch nicht entschieden, was?‘ Diese fragile Glaskuppel mit sich zu tragen war ein Risiko für sich. Sollte sie in einem Kampf zerbrechen, wären sie in Schwierigkeiten. ‘Ist sie bisher aber nicht, also weiter.‘


Ihre Zunge fühlte sich an wie Sandpapier. In ihrer angehängten Gürteltasche hatte sie noch einen zerquetschen Apfel gefunden. Seither blieb ihr nur der unbedingte Wille, die anderen wiederzufinden, um bei Kräften zu bleiben. Und ein unförmiges, graues Ding einige dutzend Fuß entfernt. Heros Blick klebte an dem Gebilde, das unbeweglich auf dem Sand ruhte. Von vereinzelten Palmen abgesehen hatte sie in der vergangenen Stunde nur Sandkörner gesehen. ‘Eine Wüstenratte?‘ Der handbreite Schwanz des Tieres wurde sichtbar. Auch wenn die Neugierde sie zu dem pelzigen Tier getrieben hatte, wollte Hero nicht stehenbleiben. Sie war sich nicht sicher, ob sie sich ohne weiteres zum Weitergehen hätte bewegen können. Die Überreste des Tiers waren mager und eingefallen. Zugleich schien es noch nicht lange tot zu sein.
Schweigend zog Hero weiter, bis sie hinter der nächsten Düne Stimmen hörte.

»Und das ist mein Wasser!«
»Lass mich wenigstens etwas trinken!«
»Trink selbst was aus deinem Beutel!«
»Dann trägst du die Ratte!«
»Trag die Ratte doch selbst!«
»Zieh sie doch einfach am Schwanz.«
»Ich zieh dich gleich – he, guck, da!« Der Krieger stieß den anderen in die Rippen. Hero war auf dem Kamm der Düne angekommen und musterte die Krieger. Ihre verwischte Bemalung identifizierte sie als Tekelas Männer. Die Sandwalze des Riesen musste sie bis hierhin gespült haben.
»..Sie hat den Sandkoloss zwar gut getroffen, aber die Beine sind immer noch zu kurz. Ich trage sie, du trägst die Ratte?«


[Vielleicht auf dem Weg zum Gewässer, das die Geisterinsel umgibt]

Hero reichte den Wasserschlauch an ihren Reisegefährten zurück. Sie hatte nur wenige Schlucke genommen und auch, wenn ihr Durst nun aufs Neue entfacht war, fühlte sie sich besser. Der Krieger knotete den Beutel an seinen Gürtel. Mit der anderen Hand betastete wieder die Beule über seinem linken Auge und warf verstohlene Blicke auf Heros Schwertknauf. Sie ging wenige Schritte vor ihm und beobachtete, wie der andere, glatzköpfige Krieger weiter voraus eine zweite Ratte untersuchte. Das erste Exemplar zog er am Schwanz hinter sich her. »Ist genauso furztrocken wie die andere.« Mit der Fußspitze trat er gegen den Kadaver. »Aber auch nicht kalt. Kann von der Sonne kommen.« Er zuckte mit den Schultern und nahm auch dieses Tier mit sich, sobald Hero und der andere Krieger zu ihm aufgeschlossen hatten.
»Eigentlich bluten die auch, wenn sie tot sind.«
»Ich habe mal probiert, als ich meine erste gejagt habe. Mein Ururgroßvater macht das immer noch. Heute machen wir das nicht mehr.«
In der Ferne konnte Hero schon den dritten Kadaver erspähen. Die Körper der anderen Ratten waren weich und leblos, aber vollkommen blutleer. Der glatzköpfige Krieger hatte das Tier auf Bisspuren oder Schnittwunden untersucht, aber keine gefunden.
»Der Mäusestamm macht das noch. Weiß doch jeder, dass das für Kriegsbemalung ist und nicht zum Trinken.«
»Und du bist sicher, dass der Ahnengeist da vorne ist?«
»Nein.« sagte Hero, die noch nie gelogen hatte.
»Was?«
»Also müssen wir in die andere Richtung! Tekela muss zurückgeholt werden!«
»Und das werden wir tun.«
»Ja.«
»Habe ich gleich gesagt, du blinde Ratte.«
»Du bist die blinde Ratte!«
»Wenn wir die anderen gefunden haben, grillen wir die Ratten.«
»Ich grille dich, bevor wir die anderen gefunden haben.«
Wenn Hero sich auf das Knirschen des Sandes unter ihren Sandalen konzentrierte, konnte sie die beiden Krieger kaum mehr hören.
 

Hikari

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[In Sichtweite zur Geisterinsel] Hikari, Blake und einige Krieger von Palmen- und Mäusestamm

„Ist mir doch egal was der Ahnengeist denkt…“, murrte Hikari und lehnte sich wieder nach hinten, um gen Himmel zu blinzeln und ignorierte dabei völlig die hilfreichen Hände, die daran arbeiteten die Blauhaarige aus dem Sand zu befreien. Einige schienen sich hitzig zu unterhalten, aber wirkliches Interesse an dem Gespräch hatte die Zimmerfrau nicht, weshalb sie ihre Ohren nicht anstrengte, um mehr als Wortfetzen zu erhaschen, sondern stattdessen effektiv alles sich um sich herum ignorierte. Hätte sie viel früher tun sollen, dann würde ihr Schädel jetzt nicht zu brummen.
Huh, diese winzige Wolke sah aus wie ein Flügel! Hikari drehte leicht den Kopf: „Nein, Moment, dass ist kein Flügel… eher, hm…“ Doch was genau so vermeintlich am Himmel erkannt hatte, zu dieser Feststellung kam es gar nicht mehr, als wieder eine Stimme nahe ihres Ohres zu sprechen begann und somit nicht gut zu ignorieren war.
„Hamsterkriegerin?“ „Was?”, fragte sie abrupter, als beabsichtigt und biss sich sogleich auf die Unterlippe. Ihre kleine Schwester konnte zwar ein Biest sein, aber Manieren besaß sie durchaus und schließlich hatte sie sich immer wie eine junge Frau verhalten und wenn sie mehr weiblich wahrgenommen werden wollte, dann… Hikari seufzte hörbar: „Verzeiht mir, ja, was ist los?“
„Ich hab mich offensichtlich nicht eindeutig genug ausgedrückt. Ihr wart ohnmächtig und habt eine ganze Weile in der direkten Sonne und im Sand gelegen. Wenn ihr nicht die Wüstenkrankheit bekommen wollt, solltet ihr schnell aus dem Sand heraus.“, wurde ihr mit nachdrücklicher Tonlage erklärt. „Na gut…”, stöhnte Hikari und begann ihrerseits bei der Buddelaktion mitzuhelfen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit stand sie endlich wieder auf der sandigen Oberfläche und klopfte sich mehr schlecht als recht die ganzen Körner vom Körper. Sie blinzelte, blinzelte erneut und schirmte ihre Augen gegen die Sonne ab. „Krieg ich schon Halluzinationen von der Hitze oder ist dort hinten tatsächlich und wahrhaftig eine Wasserquelle!?“, frohlockte die Hamsterpiratin ungläubig. „Blake! Siehst du das!”
„Das ist die Geisterinsel, Hamsterkriegerin. Dorthin dürfen wir nicht so ohne weiteres…“ Ungläubig starrte Hikari die Stammeskriegerin an. „Wie bitte? Wir stehen hier mitten in der Wüste, dahinten ist Wasser und da können wir nicht hin!? Es ist Wasser verdammt nochmal, ich hab einen Scheißdurst und werde hier sicherlich darauf warten, dass in den nächsten fünfzig Jahren Regen fällt, wenn ich dahinten meinen Durst stillen kann.“ Feindselig starrten sich die beiden Frauen an. „Oh großer Ahnengeist! Habe ich deine Erlaubnis für meinen Wasserhaushalt Sorge tragen zu dürfen!? Und wehe dir du sagst Nein!“ Doch anstatt einer Antwort erfolgte nur Stille. „Blake? Jo Mann!” „Ruhe! Der große Ahnengeist ruht sich von den bisherigen Kämpfen und Reise in unserem Lebensraum aus, um auf seine schamanischen Kräfte zurückgreifen zu können.“ Skeptisch tippte die Blauhaarige ihren Kameraden mit dem Fuß an und drehte seinen Kopf, bis deutlich wurde, dass der Hüne offenbar mit seinem Kopf gelandet war und somit noch in einer Bewusstlosigkeit schlummerte. „Dann achtet mal bitte drauf, dass euer großer Ahnengeist keinen Sonnenbrand oder Sonnenstich erleidet, wenn er hier rumliegt.“, murrte Hikari, die wusste, dass es ohne Unterstützung des Waffenmeisters unmöglich sein würde, die Stammeskrieger davon zu überzeugen den Weg Richtung Geisterinsel einzuschlagen.

Wie lange sie wohl noch hier herumgestanden hatten, als mit einem Mal ein Zischen durch die Gruppe ging und das Gezeter zwischen den beiden Stämmen verstummte. „Was ist los?”, wollte Hikari aus ihrer Position heraus wissen, die inzwischen Rücken an Rücken gegen den bewusstlosen Blake gelehnt saß. „Irgendjemand nähert sich…“, kam die leise Antwort neben ihr. Und tatsächlich je angestrengter die Zimmerfrau in die Stille horchte, desto deutlicher wurden die fremden Stimmen, ehe eine Gruppe von Personen ihre Dünenanhöhe erreichte und sich als weitere Krieger beider Stämme herausstellten: Hero im Gepäck. „Hey Hero! Dir geht es gut, herausragend! Dahinten ist Wasser, aber bisher konnte man mir noch keine gescheite Antwort darauf geben, weshalb wir nicht schleunigst dahin aufbrechen sollten, um unsere ausgetrockneten Kehlen zu benetzen!“
 
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Scheisse. So besoffen war er ja schon ewig nicht mehr gewesen. Was hatte er überhaupt gemacht? Bei allen guten Geistern, ihm ist schwindlig und kotzübel. Oh und irgend etwas warmes, klebriges ist in seinem Gesicht. Hatte er etwa..? Nein, das fühlte sich anders an. Kurz flatterten Blakes Augen auf und schloßen sich gleich wieder. Viel zu hell. Zumindest lag er im Schatten. Also kann er nicht ganz auf dem Schiffsdeck kollabiert sein, oder Jemand war nett genug um ihn in den Schatten zu zerren. Seine Hand tastet umher? Sand? Was..? Oh.
Und dann kommen die Erinnerungen zu ihm zurück, er hatte mit den anderen gegen... Tamm? Tomm? gekämpft, dann hatte sich dieser die Häuptlinge geschnappt und dann... Ja und dann hatte er lange Sekunden lang das Gefühl fliegen zu können. Gerade als sich die Schwerkraft wieder gemeldet hatte, kam der Filmriss. Er hatte mal gehört das man die letzten paar Momente vor einem starken Schlag auf den Kopf vergass...
Langsam rappelte sich der "ruhende Ahnengeist" von dem Sand auf... und beugte sich erst einmal zur Seite um sich zu übergeben. Danach gings ihm zumindest etwas besser. "Hikari?" Fragte er beduselt und griff erst einmal an seine Seite um einen Schluck aus seinem Flachmann zu nehmen. Und stellte fest das dieser von dem Sturz zertrümmert war. Man, war er denn der einzige der einen guten Drink zu schätzen wusste? Das war aber nicht das einzige, ein großteil seiner Munition lag verstreut, einige seiner Musketen hatten verbogene Läufe und als er seine Kanone aus dem Sand ausgrub wat dies erst einmal von einem rieseln begleitet als der Lauf sich leerte. Mittlerweile war ein guter Teil der weißen Hautbemahlung von dem Sand abgerieben worden, aber das hielt die Stammesleute nicht davon ab das einer von ihnen verkündete, "Der große Ahnengeist hat seine Kräfte gesammelt! Er ist nun sicherlich bereit seine Feinde niederzustrecken!" Mal ehrlich, dem Ahnengeist gings gerade ziemlich miserabel, aber Blake trat keine Hündchen und daran erinnerten ihn die Männer. "Klar..." meinte er etwas angestrengt. "Wie gehts dir. Äh. Hammsterkriegerin? Die... Äh... schnelle Zusammenkunft mit der Erde hat mir ganz schön zugesetzt. Ooff.. na zum Glück ist da Wasser. Was steht ihr alle so rum, holt euch was zu trinken, ich komm schon klar... Da wünscht man sich ein einziges mal das Kuga da ist und dann ist sie weg..." Oder tot, aber das mag er nicht aussprechen, wahrscheinlich wäre dann sogar Boris erledigt. Natürlich wusste er nichts von der kleinen Diskussion, aber die Stammesmitglieder waren wohl genau so durstig wie sie beide und waren nur zu gerne dazu bereit dies als Erlaubnis zu sehen ihren eigenen Durst zu stillen.
 

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In jeder Hand zerrte Grombe drei Wüstenratten hinter sich her. Er piff eine flinke Melodie, die Hero bald nicht mehr aus dem Kopf ging. Bludu schaufte zu Heros anderen Seite und wischte sich wieder den Schweiß von der Stirn. »Wir hätten in die andere Richtung gehen müssen.« keuchte er erneut. Hero antwortete nicht mehr darauf. Sie konzentrierte sich darauf, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Ihr Zunge war ein staubiger Klumpen und die Sonne brannte auf ihrer Haut. Sie hätte das weiße Stofftuch im Kampf gegen Tamm nicht achtlos wegwerfen dürfen. Jetzt war sie der gnadenlosen Wüstensonne ausgeliefert.
»Weiter, Bludu. Da vorne ist was.« beharrte Grombe.
»Da ist immer noch nicht was. Siehste Geister, Grombe? Das ist nicht ein gutes Zeichen.«
»Kein gutes Zeichen.« brummte Hero.
»Siehste.«



Grombe erklomm die Düne als erster der drei. »Da!« Hero trat neben ihn und schirme die Augen ab. Im Wüstental ergoss sich blaugraues Wasser bis zum Horizont, wo die Sicht verschwamm.
»Wir haben’s! Wie ich gesagt habe! Los!« Bludu stürzte den Hang hinab und allein, dass seine Beine den tückischen Sand gewöhnt waren, hielt ihn aufrecht.
Hero fühlte, wie die Unwägbarkeit wie ein schweres Gepäckstück von ihren Schultern fiel. Nicht nur das Wasser wartete auf sie, sondern auch Hikari, Blake und einige weitere Krieger.
Ihre Beine schienen immer wieder nachgeben zu wollen, doch Hero spannte die Muskulatur ihrer Knie fest an.
»Hikari. Blake.« Hero traf beide auf halbem Weg, während Bludu und Grombe samt der Ratten an ihnen vorbei zu den übrigen Stammeskriegern eilten.
Ihre jeweiligen, wenig ereignisreichen Geschichten waren bald erzählt. »Das sind Grombe und Bludu. Sie wollen, dass wir Tekela retten.«
Hero erfuhr, dass sich die übrigen Krieger geweigert hatten, dem Wasser auch nur näherzukommen. Erst Blakes Intervention hatte sie ihrem Durst nachgeben lassen.

In der Gruppe der Stammeskrieger entbrannte Stimmengewirr.
»Hat euch ‘ne Ratte die Augen ausgebissen? Das ist einer von den Palmenköpfen!« Augenblicklich richteten die Krieger, die ihre Speere durch den Angriff der Sandwalze nicht verloren hatten, ihre Waffen auf den Krieger des Palmenstammes.
»He! Vorsichtig!«
Blake, Hikari und Hero näherten sich der Gruppe.
»Wer ist das?«
»Ne Palme. Das ist er.« grollte Bludu, der von Hero zu Blake sah. »Großer Ahnengeist, was sollen wir mit ihm tun?«

Der Stammeskrieger von Tatscha Hakunu riss die Augen auf. Er warf sich vor Blake zu Boden und löste hektische Zurufe der Krieger aus, die ihn in Schach hielten.
»Du bist ein Ahnengeist? Bitte! Du musst Kalah Tatscha Hakunu aus den Fängen des Sandmannes befreien! Er hat ihn an den Beinen in die Unterwelt gezerrt!«
»Die Unterwelt ist verboten!« bellte ein Mäusekrieger.
»Nicht für einen Ahnengeist!« rief der Palmenkrieger dem Sand entgegen, in den er sich geworfen hatte.
»Er ist der Geist unserer Ahnen! Kein runzeliges Palmenblatt! Spießen wir ihn auf.« Bludu riss einem der jüngeren Krieger den Speer aus der Hand.
Hero setzte sich in Bewegung, als Grombe sie von hinten unter den Armen packte und hochhob. »Na, komm. Das sollten Kinder nicht sehen.«
 
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"Hero! Du musst ja echt weit geflogen sein!" brüllt Blake dieser entgegen als sie am oberen Rand der neuesten Sanddüne wieder in Sicht kamen. Natürlich hatte er erst einmal keinen Kopf für die Stammeseinwohner die schon wieder anfangen sich gegenseitig zu bedrohen zumal das alles verdammt schnell geht und noch bevor er all zu weit kommen kann, hat sich auch schon einer vom Palmenstamm zu seinen Füßen in den Sand geworfen und... Achja, richtig, er war ja ein Ahnengeist. Er kratzte sich eine Flocke weißer Farbe von der Nase und zog den guten Mann dann ruckartig erst einmal zurück auf die Füße. "Das da!" er deutete auf den Mann vom Palmenstamm, "Ist dein verdammter Kampfgefährte und so wirst du ihn auch behandeln!" bellte Blake. "Hier wird gar nix abgestochen. Noch schlimmer, so ne Sauerei wie das gab seit ihr wahrscheinlich Blutsbrüder und das selbe gilt für die Hälfte des Rests eurer Stämme!" Natürlich hatten sie nicht absichtlich Blut ausgetauscht, aber die meisten hatten ein übles Nasenbluten von den Hieben mindestens abgekriegt und mittlerweile war ihm jede Ausrede recht um die beiden Stämme vom Kämpfen abzuhalten.
"Also, was war das jetzt? Die beiden Stammesführer wurden entführt und in die Unterwelt... Grombe! Bring Hero zurück ich meine..." er runzelte kurz die Stirn, Hero würde ihn das später büssen lassen. "Bring mein Medium zurück! Du solltest Wissen das die Kinder diejenigen sind die die wahren Worte der Geister erkennen und uns die Macht dazu geben uns zu zeigen, jawoll!" Er hatte zwar keine Ahnung von den örtlichen Gepflogenheiten, aber er war ja quasi gerade der Spezialist. "Also bring mir mein Medium zurück. Und was die beiden Stammesführer angeht..." Dabei spricht er eher zu Hero und Hikari, "Wenn dieser große Stinker die beiden in die Unterwelt geschleppt hat sind die anderen vielleicht auch da. Selbstverständlich werde ich mich darum kümmern das ihr eure Stammesführer zurück bekommt!" verspricht er dann den beiden Stämmen, "Die Frage ist nur äh. Wie ich wieder nach Hause komme. Ich werde mein Medium benötigen als Brücke zwischen den Lebenden und den Toten und die Hilfe meiner treusten... Kriegerin?" Erneut klingen seine Aussagen eher fragend als etwas anderes, aber er klopft Hikari bestätigend auf die Schulter als müsse er sich das selber glaubhaft machen. "Und ihr tut euch in der Zwischenzeit nichts an! Als Ehrung eurer Leistung im Kampf gegen den Geisterriesen, ernenne ich euch zum Palmmäusestamm!" Meint er dann laut genug das auch ja noch der letzte Sandverkrustete einheimische Anwesende ihn hört.
 

Hikari

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Hikari verdrückte sich hinter dem breiten Rücken von Blake, um das ausgewachsene Grinsen zu verstecken. Nasenbluten als Teil eines Blutsbruderschwurs, das war genial! Den ungläubigen Gesichtern der beiden Stämme nach, wollten die aber ganz und gar nicht hören, dass sie womöglich Bruderschaft mit ihren Erzfeinden oder zumindest Feinden geschlossen hatten.
Oh man, arme Hero, dass man sie offenbar für ein Kind hielt, das war echt übel und widersprach wirklich allem was die Zimmerfrau über ihre Kameradin wusste, Kampfgeschick inklusive natürlich. Doch noch bevor die beiden weiblichen Hamsterpiraten sich diesbezüglich hätten äußern können, hatte der Ahnengeistverschnitt Blake schon die Situation fachmännisch an sich gerissen und gekonnt das Problem aus der Welt geschafft.
„Und deine treuste Kriegerin steht natürlich und völlig selbstverständlich an deiner Seite, oh großer Ahnengeist, im Kampf mit deinem Medium für das Wohl der Anführer!“, bestätigte Hikari nickend und fuhr sich über das blaue Haar. „Wenn wir das jetzt also alles geklärt haben… Könnten wir uns dann jetzt wieder der logistischen Seite zuwenden? Also dem Stichwort Wasseraufnahme? Ich weiß nämlich inzwischen nicht mehr was schlimmer ist: dieses Gefühl von halber Müdigkeit und halber Erschöpfung; dem langsam wachsenden Hunger oder diesem unbändigen Durst… was meinst du Medium Hero?“
Etwas skeptisch wirkten die beiden Kriegerstämme noch immer, selbst nachdem Blake sie kurzerhand zu einer Gemeinschaft ernannt hatte. Aber keiner der beiden Krieger wagte es in der Gegenwart des Ahnengeistes zu murren, stattdessen beäugten sie sich mit grimmigen Mienen und deuteten einander mit knackenden Handknochen die eigene körperliche Überlegenheit an.

Erwartungsvoll blickte Hikari in die Runde und schulterte ihren Speer: „Also…? Worauf warten wir noch? Der Ahnengeist hat gesprochen, führt uns in diese Unterwelt auf das wir eure Anführer retten und unsere Mannschaft zu Tage fördern!“ Wenn sie so drüber nachdachte, dann war der Durst inzwischen wirklich unerträglich und würde hoffentlich bald und endlich gestillt werden: „Das Wasser um die Geisterinsel ist doch Süßwasser, oder?“ Zustimmendes Murren von ihrer linken Seite. „Auch wenn ihr es normalerweise nicht trinkt, aber da seid ihr euch sicher?“, zustimmendes Murmeln von der rechten Seite. „Dann mal los!“
 

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Mit beiden Händen umklammerte Grombe seinen Fuß, auf den Hero das Ende ihrer Schwertschneide gerammt hatte. Er litt stumm, während Blake sprach. Hero verschränkte die Arme und runzelte die Stirn. Hikari nickte, wie um dessen Worte zu unterstreichen. So klug, wie Blake die beiden Stämme zu einem machte, rief Hikari den Kriegern Hunger, Durst und Erschöpfung ins Gedächtnis, körperliche Bedürfnisse, die sie von ihrer Feindschaft ablenken mochten. Hero beobachtete, wie sich einer der Krieger die spröden Lippen leckte. Dann erteilte Hikari ihr das Wort. Sogleich wandte sich das halbe Dutzend Krieger ihr zu. Sie blickten auf sie herab, bemerkte Hero, die der Wüste kein natürliches Podest abgewinnen konnte.
»Das ist eine gute Sache. Aber ich bin kein Medium.« stellte sie fest. Die Wahrheit war stets ihre treue Weggefährtin. Auf ihre Begleiter war weniger Verlass, die ihre Bescheidenheit lobten und sie ermutigten, ihre wahre Natur zu zeigen. Hero zeigte sich nicht beeindruckt.
»Du kannst denen nicht einfach erzählen, was dir gefällt, sie -« Mit einer kräftigen Pranke klopfte Blake Hero väterlich auf den Rücken, die nur mit Mühe nicht vornüberkippte. Warme Worte und eine ausladende Geste setzten die Stammesmitglieder in Bewegung.
»Und was war das mit den Kindern?« zischte sie und ließ Blake gewähren, der sie mit einem Arm mit sich drängte.
»Das ist einfach Wasser.« antwortete Bludu schließlich auf Hikaris Frage. »Was ist Süßwasser?«

Der See schwappte heiter über den verkrusteten Erdrand der Wüste. In der Ferne lag dichter Nebel wie Zuckerwatte über der trägen Wasseroberfläche. Das Wasser leckte geduldig am lehmigen Erdboden, der in einiger Entfernung in Gestein und schließlich zur sandigen Wüste überging.
Hero tauchte eine Hand ins Wasser.
»Kälter noch als die See.« murmelte sie und zog die Finger zurück. Mit den Lippen fing sie einige Tropfen auf und nickte Hikari zu, als sie Süßwasser zu schmeckte.
»Wir werden ausdauernd schwimmen müssen, wenn wir nicht unterkühlen wollen.« Hero kniff die Augen zusammen, als könnte sie durch den Nebel blicken. Ihre Gedanken galten ihrem Schwert, dessen Gewand sie nicht dauerhaft dem kalten Nass aussetzen wollte. Der Griff war nicht aus einem Stück gefertigt und wie die Klinge kein Gegenstand, dem das Wasser ein Freund war. Mit den Händen formte sie eine Schale und trank nur wenige Schlucke. ‘Besser, ich kühle nicht umgehend von innen aus.‘

Sie zurrte ihren Gürtel enger. »Ihr könnt doch schwimmen?« wandte sie sich an die Stammeskrieger. Grombe, der sich die nackte Brust mit eiskaltem Wasser abrieb, hielt inne.
»Du willst da rein?« Er sah zu Blake. »Durch das Wasser wollt ihr gehen?«
 
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"Hmm, was? Kinder? Hier sind doch keine Kinder, ich weiß nicht wovon du redest Hero!" Insistiert Blake während er sie Richtung Wasser schiebt. "Besser so, immerhin brauchen wir gerade fähige Kriegerinnen wie dich! Mhmm... Also, äh, das Wasser." Rettete er sich schließlich. "Ich bin ein ausgezeichneter Schwimmer aber... wer weiß wie kalt es noch wird? Sollten wir vielleicht ein Bötchen bauen? Aber hier ist so wenig Material und wir haben es eilig. Wenn es so kalt ist und wir nur zu der Insel hinüber wollen könnten wir versuchen es zu vereisen?" Schlug er vor.
"Spricht irgendwas dagegen das wir das Wasser überqueren und, äh, in die Unterwelt hinabsteigen? Ich meine natürlich ich bin ein Geist und ein Herr der Kälte, davon ab allerdings müssen wir euch arme Sterbliche bewahren. Es gibt doch in dem Wasser nichts gefährliches, oder?" Fragte er hoffnungsvoll. Er hatte keine Lust darauf aufgehalten zu werden durch so ein Problem. Wenn eine derart gute Chance bestand das ihre Crewmitglieder in Ordnung waren wollte er nicht warten müssen. "Schlimmstenfalls setzt ihr euch auf meinen Rücken und ich trage euch beide hinüber." Verkündete er zu Hero und Hikari. "Aber natürlich bin ich mehr als offen für irgendwelche besseren Ideen, aber wenigstens kühle ich nicht so schnell aus wie ihr weil ich nicht so... Äh. Nicht so schlank bin wie ihr." Besser er sagte gerade nichts über Körpergröße.
 
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„Vielleicht an jedem anderen Tag, aber heute wäre es sicherlich keine schlechte Idee, wenn du zumindest dem großen Ahnengeist nicht widersprechen würdest. Oh du Medium.“, erwiderte Hikari gutgelaunt, deren Ernst durchaus in der Stimme mitschwang, als sie Hero in gemäßigter Lautstärke ansprach und mit einem bedeutungsschwangeren Blick Richtung Stämme versuchte daran zu erinnern, dass sie sonst womöglich doch zurückgelassen werden könnte.
So viel also zu ihrer positiven Interpretation des Murren und Murmelns: „Süßwasser? Wasser was man trinken kann, im Gegensatz zu Salzwasser, was salzig schmeckt… so wie Schweiß, wenn man schwitzt und es ausversehen einem in den Mund läuft und man sich dann die Lippen leckt, so eben… und Süßwasser ist das, was wir haben wollen, um diesen furchtbaren Durst zu bekämpfen!“, erläuterte die Blauhaarige unbeeindruckt von dieser Frage. Man konnte schließlich nicht seine eigene Bildung mit der anderer vergleichen, oder? Schließlich galt es doch: jede Insel konnte quasi als eigenes Königreich entlang der Grand Line definiert werden, selbst wenn es sich gar nicht um ein Königreich handelte, inklusive Gepflogenheiten und Besonderheiten. Wie auch immer die dann ausfallen mochten!

„So lob ich mir das!“, jubilierte die Zimmerfrau, als sie die Zustimmung von Hero in Bezug auf das Wasser wahrgenommen hatte und so gleich begann auch ihre Hände zu einem Schälchen zu formen, um sich erst die Flüssigkeit großzügig ins Gesicht zu spritzen und anschließend ihren imminenten Durst zu stillen.
Sie musterte die Distanz zwischen dem Ufer, welches sie ja nun erreicht hatten, und dem Nebel in einiger Entfernung. „Also die Idee mit einem Bötchen können wir vergessen, wir haben nicht ansatzweise genügend Material, um auch nur einen von uns allen schippern zu lassen. Und es ist wirklich kalt, so wie eben… die Unterwelt? Richtig, die Unterwelt… und deshalb wäre mein Ergänzungsvorschlag, du großer Ahnengeist, präsentierst nochmal deine wahnsinnigen Kräfte der Oberkörper- und Armmuskulatur und wirfst dein Medium und mich so weit es dir deine urzeitlichen geisthaften Kräfte zulassen und kommst dann hinterhergeschwommen. So wie der Rest von euch?“, wandte sie sich an die Stammeskrieger, die ihr allesamt nicht mehr in die Augen blicken wollten. „Stimmt irgendetwas nicht?“

„Fassen wir nochmal alle unsere Optionen zusammen: wir schwimmen alle, der Ahnengeist schwimmt und transportiert Medium und Kriegerin in den Nebel oder der Ahnengeist wirft uns in den See und kommt hinterher… hat jemand für diese Überlegungen Präferenzen, die er oder sie mit der Gruppe teilen möchte?“
, wandte sich Hikari erneut an die anderen und blickte erwartungsvoll in die Runde.
 

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Hero legte die Stirn in Falten und ärgerte sich, zu Hikari hinaufsehen zu müssen. »Ehrlichkeit ist eine Tugend.« zitierte sie klügere und weisere Menschen als sie selbst. »Es ist unsere Pflicht, zu widersprechen, wenn die Wahrheit nicht geachtet wird. Blake kann sich halten, wofür er möchte, aber ich bin kein-« Doch Hikari war bereits damit befasst, einem Stammesmitglied zu erklären, worum es sich bei Süßwasser handelte. Hero klappte den Mund zu, sodass ihre Zähne klickten. ‘So soll es sein.‘
»Schweißwasser? Was ist das für ein Ort, von dem ihr stammt! Wer würde so etwas trinken!«

Die Stammeskrieger tranken nur zaghaft, beobachtete Hero, während sie ihre Kleidung fester zurrte. Während Hikari und Blake über ihre Pläne sprachen, verfielen die Krieger zunehmend in Schweigen. Grombe sprach zuerst. »Nein. Nein. Wir können nicht gehen. Ihr könnt nicht gehen.« Er warf einen Seitenblick auf Blake. Zögerlich fuhr er fort. »Wenn der Ahnengeist geht und euch mitnimmt..« Er schüttelte den Kopf und verschränkte die Arme vor der breiten Brust. »Aber wir können nicht. Die Insel ist nicht für uns.« Einer der Krieger nickte. »Erst als Geister gehen wir durch den Nebel.«
Hero stand mit den Knöcheln im Wasser. Sie schätzte, dass die Kälte des Wassers in wenigen Minuten zu schmerzen beginnen dürfte. ‘Ausgerechnet Quellwasser.‘ Im nächsten Moment schalt sie sich für den reumütigen Gedanken. Sich zu beschweren war nicht der Weg, den sie für sich erwählt hatte. Sie watete über den lehmigen Grund, bis das Wasser ihre Knie erreichte. Die Bänder um ihre Unterschenkel verlangsamten jeden ihrer Schritte.
Hikari schlug vor, Blake könne sie beide werfen, während Blake überlegte, er könne das Wasser vereisen oder sie beide auf dem Rücken tragen.
»Ich werde nicht geworfen.« stellte Hero mit der Schärfe eines Currys aus Yaryu fest. ‘Und ich werde auch nicht getragen.‘ Dann begann sie zu schwimmen. Den See zu vereisen klang nach einer guten Idee. Allerdings bezweifelte Hero, dass Blake ihnen einen Weg bis ans andere Ende bahnen konnte, sodass sie nicht darauf einging. Ob es ein Fehler gewesen war, würde sie früh genug erfahren.
Die Kälte des Wassers presste die Luft aus ihren Lungen und ihr Kopf fühlte sich seltsam leicht an. Einige kräftige Schwimmzüge normalisierten ihre Atmung, doch ihr von der Wüste aufgeheizter Körper war noch weit entfernt davon, sich an die Kälte des Wassers zu gewöhnen. Der Nebel war in weiter Ferne. Hero konzentrierte sich auf ihren Atem und die Bewegung ihrer Arme und Beine. Nur, um sicherzugehen, dass ihre Gefährten weiterhin wohlauf waren, wandte sie sich gelegentlich um.

Der Nebel schien nicht näherzukommen, doch das Ufer entfernte sich und daraus schöpfte Hero Hoffnung. Ihre Kiefermuskulatur begann zu zittern, sodass sie ihre Zähne klappern hören konnte, wenn sie den Kiefern nicht zusammenpresste.
Ihre Zehen und Finger schmerzten immerhin nicht mehr, sie nahm sie kaum noch wahr. Dafür versagten die Muskeln ihrer Arme und Beine ihr zunehmend den Dienst. Form und Ausführung waren nicht nur im Kampf entscheidend. Jede Art der Fortbewegung konnte auf ausschweifende oder effiziente Weise ausgeübt werden. Den Schmerz der Kälte konnte sie ignorieren, denn ihr Geist herrschte unnachgiebig über ihren Körper. Doch verlor ihr Körper seine Funktionstüchtigkeit, gab es nichts, das sie kontrollieren konnte. Wieder waren es ihre Größe und ihre dürre Gestalt, die ihr ein Hindernis waren. Ihr Kopf geriet unter Wasser und nur hektische Bewegungen brachten ihren Mund zurück über die Oberfläche. Hero hielt sich zur Konzentration an, obgleich sie wusste, dass sie nicht unvorsichtig wurde, sondern ihre Muskeln nicht länger gehorchten.
Blakes Blick ignorierte sie eisern. Eher würde sie untergehen, bevor sie sich von ihm tragen ließ.
 
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Der See war die Verbindung zur Unterwelt, die Kälte des Totenreichs ist in diesem eingesunken und wer nicht schon tot war, wenn er in den See hineinstieg, würde von diesem dann getötet werden und versinken, die Seele würde im Körper gefangen bleiben und auf alle Ewigkeiten auf den Grund des Sees dann verbringen und den Seelen Gesellschaft leisteten, die aufgrund ihrer Sünden und ihrer Reue zu schwer waren, um vom Wasser getragen werden.
Wenn man genau hinhörte, konnte man das Stöhnen dieser Seelen hören. Manchmal sah man auch tief im Inneren des Nebels eine merkwürdiges Leuchten, ein Versuch der Seelen auf sich aufmerksam zu machen, in der Hoffnung jemand anderes in den See zu locken, damit sie für nur einen Moment die Erleichterung erfahren konnten, jemand anderes in ewige Verdammnis zu stürzen.
Natürlich hatten diese Stammeskrieger diese und andere Geschichten auf Lager. Sie erzählten davon, wie sie die Stimmen ihrer verstorbenen Eltern, Kinder und Freunde hören konnten, die nicht ihre Leben bis zum letzten Moment genossen hatten.
Ein geschulter und weltgewandter Geist würde dies durchaus als Aberglaube abtun, Hirngespinste mit angereichert mit zu viel Fantasie und umwoben mit zu viel Nebel. Andererseits war dies hier die Grand Line und die unmöglichsten Sachen konnten passieren, also würde da immer dieser kleine Zweifel anhaften, immer im Hinterkopf bleiben.
Es war immer noch neblig. So wie die Sicht unklar war, so würden auch die Gedanken unklar werden. Oder war es eher so, dass wenn man nichts sehen konnte, die anderen Sinne geschärft worden? War es nicht vielleicht so, dass es sogar den sechsten Sinn betraf, welcher von zu viel Information der Augen ansonsten überschwemmt wurde?
Aber man konnte noch hören. Das leise Plätschern der Schwimmer, das eisige Wasser welches die Wangen hochkroch, manchmal auch am Ohr zog und neben der Kälte ein unangenehmes Gefühl der Dumpfheit und ein Quasigeräusch brachte.
Warte, war das etwa alles? Oder gab es da noch etwas? Ja, wenn man genau hinhörte... „Uhuhuhuuuuuu....“ Eine unbekannte Stimme, ein Schluchzen.
„Wieso? Es hätte nicht sein sollen....“ Diese Stimme hingegen kam einen bekannt vor.
Nein, der Nebel konnte nicht leuchten. Oder? Doch, wenn man ganz genau hinsah, gab es ein Glitzern in den Tröpfchen und es wurde mehr. War es die Sonne, die dann doch es schaffte an einigen Schwaden vorbei zu scheinen? Nein, denn wenn man höher schaute, da war kein Glitzern.
Es kam aus dem See!
„Wie konnte BORIS nur...“
Die Wüste hatte den Tod für viele bedeutet, doch am Ende würden sie alle zum See kommen. Und nur wenige würden es weiter schaffen...
 
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Blake schnauft bei Heroes Reaktion amüsiert. Er will nicht die Ehre der kleinen Kämpferin schmälern, aber manchmal ist es schwer komplett darum herum zu kommen - vor allem wenn wie in diesem Falle alle nicht nur die kleine Unwahrheit mit dem Ahnengeist glaubten, sondern ihr bestes taten um alle Dinge die dagegen sprechen zu ignorieren.
Ganz ehrlich gesagt, er war nicht sonderlich heiss hier durch zu schwimmen und all seine Vorschläge waren eher in der Hoffnung gebracht das man irgend einen Weg findet selbiges zu vermeiden. Doch als Heroe ins Wasser steigt, zuckt er seine Schultern in Richtung Hikari und legt das schwere Schutamulett ab das noch zum Teil um seinen Hals hängt, lässt seine Halsmuskeln kreisen. Einen kurzen Moment nur denkt er darüber nach Anlauf zu nehmen und ins Wasser zu springen aber... Nicht bei diesen Temparaturen, ganz so doof ist er heute nicht.
Zögerlich lässt er sich ins Wasser hinabgleiten und als auch nur seine Zehenspitzen das Wasser berühren fängt er an zu zittern wie Espenlaub. Je tiefer er ins Wasser vordringt umso mehr durchdringt ihn die Kälte. Er hatte erst als er auf die Grandline kam überhaupt so etwas wie einen Winter kennen gelernt und er hatte sich nie so ganz daran gewöhnen können. Mit seinen langen Armen, nicht zu reden davon das er ein geübter Schwimmer ist, hatte er wenig Mühe sich mit nur wenigen Schwimmzügen tief in den Nebel zu befördern, was jedoch nur hiess das es noch ein kleines bisschen kühler wurde. An dem Nebel war nichts unnatürliches. Es war bloß die kalte Schicht des Wassers die auf die extrem heisse Umgebung traf. Das war zumindest was ihm sein wissenschaftliches Wissen sagte. Seine Zeit als Seemann allerdings erzählte von tiefem Nebel in den Schiffe fuhren und nie wieder gesehen wurden. Von Inseln auf der Grandline voller Toter Seeleute die dort gefangen waren. Ein Schauder überkommt ihn als er sich einbildet im Nebel Stimmen zu hören. War das... Kakuga? Aber das machte keinen Sinn. Sie waren nicht tot. Die Insel war voller unterirdischer Höhlensysteme, sie waren nur in eines davon gestürzt.
Aber was wenn er sich täuschte? Er hatte viel zu lange nichts getrunken um sich hiermit zu beschäftigen. Die Kälte kriecht in seine Knochen, lähmt seine Gedanken.
Er glaubt Kanonenfeuer zu hören. Eine Explosion. Der Nebel verformt die Geräusche merkwürdig und der Wind der in der Ferne über den Sand fegt hört sich an wie Schreie in seinen Ohren. "Bitte nicht. Nicht jetzt. Ich habe keine Zeit dafür." flüstert der alte Seemann mit brüchiger Stimme, zitternd vor kälte - oder vielleicht Furcht.
 
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