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VII. Klein ist die Welt

Dieses Thema im Forum "Senjero" wurde erstellt von Ark, 31. Okt. 2015.

  1. Wavami

    Wavami Pirat

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    Für Wavami war es schwer, nachdem sie so auf den Boden geschickt wurde, ihre Augen offen zu halten und nicht einfach die Augen zu schließen und ihrer Erschöpfung nachzugeben. Diese verdammte Insel war einfach die lebende Hölle für sie gewesen seit ihrer Ankunft. Wenn sie nicht gerade gegen irgendwelche Verrückten um ihr nacktes Überleben kämpfen musste, dann machte ihr das bloße Wetter schon unglaublich zu schaffen. Das war einfach keine Umgebung für einen Fischmenschen wie sie, das musste sie sich eingestehen. Aber auch wenn sie all ihre verbleibenden Kräfte zu mobilisieren versuchte, gerade versagte ihr Körper einfach den Dienst und verlangte nach Ruhe. Ihr Verstand schrie danach aufzustehen, denn sie wusste ganz genau, dass hinter ihr gerade Krebons immer näher kommen musste, mit einem triumphierenden Grinsen im bemalten Gesicht. Sie konnte seine Schritte immer lauter hören, er ließ sich Zeit dabei zu ihr zu schlendern. Er ging genauso wenig wie sie davon aus, dass sie sich ihrem Schicksal noch entziehen konnte, wie sie selbst. „Tja, das war´s dann wohl. Ich würde ja sagen, dass du dich gut geschlagen hast, aber warum sollte ich dich auf deinem Sterbebett anlügen? Hahahaha…“ Gerade als Wavami merkte, dass er neben ihr angekommen war, konnte sie es einmal knallen hören und Krebons bewegte sich für sie sehr unerwartet indem er sich drehte. Ein paar Sekunden später war ihr klar was passiert sein musste, Tanith hatte einen Schuss gesetzt! Aber da sie den Clown auch danach noch schreien hören konnte hieß für sie, dass er immer noch am Leben sein musste. Nur machte es ihr auch noch etwas anderes klar, sie hatte schon wieder verdammtes Glück gehabt, in dieser Sekunde war ihr Leben noch nicht beendet. Ihr wurde noch eine Chance zum kämpfen gegeben. Und die wollte sie nutzen. Sie hatte sich die kurze Zeit, die sich ihr Gegner gegönnt hatte, wider Willen ein klein wenig ausgeruht und versuchte noch einmal aufzustehen. Gerade hatte sie es auf die Knie geschafft…

    „NEEEEEEEEEEEEEEEEEEEIN!~“

    Was sie sah, konnte die Fischfrau im ersten Moment nicht wirklich fassen. War Beubo gerade wirklich ins Wasser gefallen? Zusammen mit all den Steinen?! Er würde doch sicher wissen, wie er da wieder raus käme, oder? Immer noch ihren Blick auf das Loch fixiert merkte Wavami gar nicht, dass Sterlin jetzt mit ihr auch vor zu haben schien, was er Beubo angetan hatte. Erst als Yukiko dazwischen ging bemerkte sie die Gefahr. Wie hat sie mich genannt? Die Selbstverständlichkeit, mit der Yukiko das Wort Familie aussprach löste etwas in der Fischmenschin aus. Noch nie hatte sie jemand als Familie bezeichnet seit sie zurückdenken konnte. Und dass die Zimmer frau das nach so kurzer Zeit tun würde, damit hatte sie nun absolut nicht gerechnet. Es war vollkommen irrationales Verhalten, das keinen Sinn machte. Und dennoch konnte sie es zwar in ihrem Bewusstsein verbergen, aber ihr Unterbewusstsein registrierte ganz klar, wie sehr sie sich über dieses kleine Wort gerade freute. Ein Impuls, der sie dann noch weiter anspornte sich weiter aufzurichten. Sterlin war nun zwar für den Moment von ihr abgelenkt, aber Krebons musste immer noch beschäftigt werden! Dass ihre Chancen nicht die besten waren, war ihr vollkommen egal, das würde sie zu Ende bringen!

    Ihr Gegner hatte seine Konzentration derweil von ihr wegbewegt, es schien wohl grad nicht nötig sich weiter mit ihr zu beschäftigen. Das wollte doch ganz schnell wieder geändert werden, immerhin hatte Tanith ihr gerade das Leben gerettet, dafür musste sie sich revanchieren! Krebons hingegen war nun seinerseits auf dem Weg zu Tanith, als Wavami ihrerseits die Verfolgung aufnahm.
     
  2. Ark

    Ark Pirat

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    Ein Moment. Zwischen Flug und Fall liegt nur ein Moment. Zwischen Bewegung und Starre liegt ein Moment. Zwischen Leben und Tod liegt ein Moment.
    Unachtsamkeit. Selbstsicherheit. Pech. Arroganz.
    In tiefster Schwärze gefangen, konnte Ark nicht anders als diesen Moment zu lamentieren. Diesen einen Augenblick, der alles verändern konnte, wo Ordnung ins Chaos stürzte, wo heil kaputt wird, wo ganze neue Welten liegen. Doch selbst dieser philosophische Gedanke war nur ein Moment lang.
    Wie von einer Strömung wurde der junge Mönch weggerissen, nur um plötzlich wieder Luft um sich zu haben. Schon wieder schlug der Moment zu, da das schnappartige Luftholen in kurzerhand zu einem üblen Schmerzensstöhner wurde, begründet darin, dass er gerade mit dem Rücken auf der Decke geknallt ist.
    Ein weiterer Moment schlug zu, zwischen an der Decke liegen und zu Boden fallen. Arks Körper begann sich reflexartig zu bewegen, um auf den Füßen zu landen, er brauchte über diese Aktion nicht einmal nachzudenken, doch wieder kam es zu einem Moment: Zwischen stehen und wegrutschen.
    „Uaaaaaaahhhhh!“ Und was für ein Gestank! Es roch nach übelster Öllampe und es war schwer genügend Sauerstoff aus der Luft zu ziehen. So pochte der Kopf gleich aus mehreren Gründen, die Beule wäre fast schon das Harmloseste.
    Was aber wirklich Kopfzerbrechen bereitete, war der Umstand, dass seine Gegnerin, Tinte, anscheinend nicht nur wieder auf den Beinen war, sondern auch noch ein Loch im Körper vermisste, das Ark ihr definitiv gerade erst gegeben hatte. „Überrascht?“, neckte sie. „Natürlich habe ich etwas in der Hinterhand behalten.“ Sie zeigte ihren Handrücken, aus dem eine schwarze Flüssigkeit austrat.
    Langsam versuchte Ark auf seine Füße zu kommen, aber er war vollkommen eingeschmiert und hatte so gut wie keine Haftung im ersten Moment, erst als er etwas mit den Sohlen auf den Boden rieb und Sand und Dreck sich mit der Schmiere vermischte, bekam sie so eine merkwürdig rutschig-klebrige Konsistenz: „Teufelsfrucht.“ Das Wort reichte schon aus, um diese sehr merkwürdige Fähigkeit zu erklären: Sie war wie Beubo jemand, der eine Teufelsfrucht gegessen hat. Beubo, sei bloß sicher! Denn gerade war der anscheinend so einfache Kampf unglaublich schwerer geworden.
    „Ja, ich habe von der Pitchi-Pitchi no Mi gegessen und zur Ölfrau geworden.“ Damit flickte sie mit einem Finger eine kleine Ölkugel... nein, in dem Moment wo die Kugel flog, berührte sie diese schnell mit ihrer Fumme Cigarette, es war eine Feuerkugel!
    Nebenbei, Ark war voll mit ihrem Öl! Schnell versuchte er auszuweichen, aber stattdessen war es reine Glück, da der Film an den Sohlen ihn hinfallen ließ, sodass die Flammen über seinen Körper hinwegflogen.
    Seinen ölverschmierten Körper zu seinem vollen Vorteil nutzend, robbte der Goldschopf ungewöhnlich flink am Boden entlang um die Distanz zu seinem Speer zu überbrücken, der durch Tintes Ölumhüllung durch den Raum geflogen ist. Jedoch schien Tinte es vorherzusehen, schon flog eine weitere Feuerkugel und zwar so, dass sie ihn genau treffen würde, wenn er seinen Kurs behielt.
    Was sie nicht vorhersehen konnte: „Turbo!“ Mit den Füßen zog sich Ark die Schuhe aus und nahm seine fast ungeschmierten Ballen um sein Tempo schlagartig zu erhöhen, er rollte seitlich über den Boden, schnappte sich den Speer dabei, hob sich mit Beinschwung wieder in den Stand und zerteilte die Feuerkugel mit seiner Waffe sauber. „Mein Hobby ist Kochen!“ Trotz des bedrohlichen und selbstbewussten Unterton, sorgte die Wortwahl eher für einen bedrückten Moment der Stille, anstatt eines epischen Momentes.
    Aber da der Mönch fast jeden Tag mit Öl und Feuer hantierte, war es für ihn kein Problem mit den Feuer zu spielen. Zwar mag der Speer nur ein schlechter Ersatz für einen Wok oder eine Pfanne sein, doch würde er wohl für den Moment ausreichen müssen.
    „Hier komme ich!“ Mit einem Satz nach vorne, schmiss sich Ark in den Angriff, Tinte schoss einen Schwall von Öl, aber der Mönch sprang drehend zur Seite und setzte fast ohne Unterbrechung seinen Angriff fort: „Blitzstich!“ Er sprang mit dem Speer voraus, nur um festzustellen, dass er einmal durch eine schwarze Ölexplosion ging und mit einem äußerst dreckigen Gefühl wieder stehen konnte, auch wenn schwarzes Öl nun seinen ganzen Oberkörper einnahm. Bin ich gerade durch sie hindurch!? So etwas hatte er nicht erwartet.
    Kein Wunder, da Ark nicht wirklich viel über Teufelsfrüchte weiß. So wie sollte er wissen, dass die Früchte vom Logia-Typen den Esser praktisch zu einer Substanz oder einem Element machten, in diesem Fall war Tintes Körper praktisch nur Rohöl.
    Sie setzte sich trotz eines weggesprengten Oberkörpers einfach wieder zusammen: „Überraschung!“ und begann mit einem Finger schnelle Ölgeschosse zu verschießen, fast so wie eine Pistole. Während sie insgesamt nicht so schlimm waren, trafen sie doch wie Faustschläge auf den jungen Mann ein, der sich in Bewegung hielt und versuchte den entstehenden Ölpfützen auszuweichen.
    Versucht sie gerade die ganze Höhle zu verschmieren!? Das würde Ark wirklich behindern, da er auf Mobilität setzte, doch andererseits gab ihm dieser Fokus auch die Fähigkeiten und die Erfahrung um über die Pfützen zu springen und die kleinen Lücken zwischen zwei Öllachen zu treffen, um von dort aus noch weiterzuhuschen.
    Nicht, dass Tinte es so einfach machte, sie selbst begann durch den Raum zu fließen und den brandbereiten Körper Arks mit der Fumme zu entzünden, doch anders als ihr Körper, war die Fumme durchaus zerbrechlich, weswegen Ark Angriff auf die Waffe, anstatt auf die Nutzerin, als Verteidigungsstrategie nutzte. Deswegen ging Tinte auch nie in die Vollen, sondern suchte die Momente, wo sie die minimale Chance hatte doch zu treffen, aber der Mönch schlecht einen Gegenangriff starten konnte.
    Jedoch war eines klar, der Kampf ging definitiv zu ihren Gunsten und sie vergaß es auch nicht, diese Höhle noch weiter zu beschmieren.
    Plötzlich drehte sie ab, zu dem Ausgang aus dieser Höhle. In diesem Moment begriff auch Ark, warum Tinte ihn schon zu Anfang zu dieser großen Höhle mit nur einem Ausgang führte... ein Blick um ihn herum erzählte ihm alles was er brauchte: Öl tropfte von der Decke, fast der ganze Boden war voll, die Wände verschmiert, die Höhle stank und Gase waren in der Luft.
    Das Problem war jedoch nicht die mögliche Vergiftung, sondern dass Tinte ihm zuwinkte: „Dann einmal einen schö-“ Sie schaute kurz auf sich herunter, da sie von einem Speer aufgespießt worden ist, den Ark gnadenlos in die Frau hineingeworfen hat: „...dann hab keinen Spaß an deinem letzten Tag!“ Damit stupste sie leicht ihre Fumme, und eine Kleinigkeit glühender Asche fiel herunter.
    Direkt einer Ölspur entgegen, die sogleich luntenartig die gesamte Höhle in ein brennendes Inferno verwandeln würde...
     
  3. Tanith Sagitar

    Tanith Sagitar Pirat

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    Clowns waren bereits dann in gewissem Umfang unangenehm wenn sie versuchten lustig zu sein und gute Stimmung zu verbreiten. Wenn ein Clown aber wütend die Zähne fletschte, wie ein Berserker auf einen zurannte und vermutlich drauf und dran war einem die Arme auszureißen war er definitiv furchteinflößend.
    ALs Krebon vom Schiff gesprungen war um Tanith an die Gurgel zu gehen hatte der Schütze den Versuch schnell nachzuladen fast augenblicklich abgebrochen und hatte sich stattdessen auf eine klassische Strategie von Feuer und Bewegung verlegt. Krebon hatte natürlich umgehend die Verfolgung aufgenommen und jagte Tanith jetzt wie ein Kaninchen durch den Wald. Für das ungeschulte Auge mag es so ausgesehen haben als wenn der Schütze mit einer Mischung aus Panik und Verzweiflung wegrannte während er mit allen Waffen die er hatte auf den Clown feuerte und auf einen Glückstreffer hoffte, aber das war natürlich keineswegs der Fall. Oder zumindest würde Tanith das auf biegen und brechen behaupten wenn ihn jemals jemand danach fragte. "Ich war viel zu nah dran, auf zwei oder dreihundert Meter hätte ich den Typen schon lange abgeknallt wie einen räudigen Hund." Tanith schaffte es nur äußerst knapp einem Drehkick des Clowns zu entgehen indem er sich auf den Boden warf und ein paar Purzelbäume von seinem Möchtegern-Henker weg schlug. Ironischerweise war die völlige Unfähigkeit des Schützen im Faustkampf genau das was ihn so lange am leben gehalten hatte. Ein geübter Kämpfer war berechenbar, er vermied bestimmte Bewegungen. Ein blutiger Leihe dagegen war unmöglich einzuschätzen da die meisten seiner Bewegungen völlig unkoordiniert und derart falsch waren, dass kein Kämpfer der sein Geld wert war auch nur daran denken würde sie zu machen.
    Tanith machte einen Schritt nach hinten, stolperte über eine Wurzel und fiel in ein dichtes Gebüsch. Krebon hatte gleichzeitig einen krachenden Hieb gegen den Baum gesetzt der durchaus das Potential gehabt hatte Taniths Kopf davon zu überzeugen sich bis auf weiteres von seinem Rumpf zu trennen.
    Zwar hatte der Sturz ihm einen tödlichen Hieb erspart, aber jetzt lag Tanith auf dem Rücken und der Horrorclown stand über ihm. Tanith schaffte es gerade noch in seine Jacke zu greifen als Krebons Fuß sich auf seien Brust setzt und ihn festnagelte. "Jetzt hab ich dich du kleienr Knallfrosch!"
    Geradezu genüßlich legte Krebon seine Hand um Taniths Hals, nahm seinen Fuß von der Brust des Piraten und hob ihn hoch. Sein zweiter Arm hing noch immer Schlaff an seiner Seite, aber das bedeutete nur, dass Krebon Tanith nun mit nur einer Hand die Luft abdrückte. Der Clown hatte einen Griff wie ein Schraubstock und bereits wenige Augenblicke später befürchteten Tanith, dass Krebon ihm gleich die Luftröhre zerquetschen würde. Trotzdem zwang er sich zu einem kleinen Lächeln und zwinkerte seinem Gegner zu. Krebon schaute ihn ein klein wenig verdutzt an. "Was grinst du denn?"
    Da sprechen momentan mehr als nur schwierig war verlegte Tanith sich darauf an Krebons Hand vorbei nach unten zu blicken. Zwischen den Beiden lag ein einzelner seltsam rundlicher Stein zwischen den Baumwurzeln der ungefähr so groß war die eine Faust. Seltsamerweise hatte er einen Griff.
    Krebon verstand fast sofort was da vor seinen Füßen lag, aber welchen Fluch auch imemr er Tanith entgegenwerfen wollte, er ging in einer Explosion unter. Beide wurden zurückgeschleudert, Tanith gegen den Baum üebr dessen Wurzel er wenige Sekudnen zuvor gestolpert war und Krebon einige Meter weit auf eine kleine Lichtung.
     
  4. Yukiko

    Yukiko Piratenkapitän

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    Dieser eine härtere Schlag, bedeutete für Sterlin noch nichts. Natürlich hatte er ihn zunächst einmal auf die Bretter geschickt, das war jedoch mehr dem Überraschungsmoment als der tatsächlichen Wucht zu zusprechen. Obwohl, man müsste ja grundsätzlich zugeben, dass auch der Schlag nicht von schlechten Eltern war. Aber einen Bullen, wie es der ehemalige Marine Kapitän war, endgültig zu erledigen benötigte mehr als einen solchen Schlag.
    Doch nun musste sich der Mann auf einen ganz anderen Kampfstil einstellen, die Zimmerfrau kämpfte nicht mit Wendigkeit und Geschick, oder damit dass sie versuchte seinen Schlägen mit dem Hammer auszuweichen. Er musste keinem Flummi mehr hinterher springen, denn die Zimmerfrau hatte ihren Radius in dem sie aktive war und dieser war eindeutig kleiner als die ganze Höhle. Er war auch nicht fest, je nach dem in welche Richtung sich der Kampf verlagerte, bewegte sich auch der Aktionsradius und neue Gegenstände, Felsen, Steine, Risse und Wände wurden sofort mit in den Kampf eingebunden.
    Jedoch machte sie, dieser Abweichende Kampfstil, nicht ungefährlicher oder leichter als Gegenspieler, sie war zwar nicht schnell und wendig, jedoch mit einer unnatürlichen Kraft ausgestattet, so dass sie es gar nicht nötig hatte, ständig nur auszuweichen. Wie aus Intuition blockte sie seine Angriffe. Für Außenstehende mochte es grob aussehen, ruckartig, mehr wie ein Trampel als ein eleganter Kämpfer. Kannte man sich jedoch im Nahkampf aus, sah man auch dass immer der einfachste Weg genommen wurde, der energieeffizienteste.
    Und für den Fall das Sterlin doch mal einen Treffer oder einen Streiftreffer landete, schien es die Frau kaum bis gar nicht zu interessieren. Sie war stabil, Yukiko sah zwar inzwischen aus wie ein bereits voll geschminkter Darsteller eines Krimis, perfekt geeignet für die Rolle der verprügelten, blutbeschmierten Leiche, jedoch stand die Shinin immer noch auf den Beinen. Von Schmerzen oder Müdigkeit keine Spur.
    Sie hatte sich bereits mit Traitor geprügelt, mit Krebons auseinander gesetzt und nun auch noch der Marine Kapitän der mit einer stetig wachsenden Freude ihr versuchte das Leben aus dem Körper zu prügeln, mit herabsausendem Hammer, Faustschlägen, Tritten und allem was sein Repertoire so hergab und immer noch stand die Frau. Eine Sturheit in den Augen liegend, Trotz, Verachtung und Verbissenheit doch sie stand und Kämpfte.
    Für Beubo, für Ihre Freunde, Ihre Crew, für das an das sie glaubte, an das sie unter anderem dank Beubo glaubte. Ehrlichkeit, Freundschaft, Familie, ein bisschen Chaos und Treue.
    Jetzt gab es nur ein Problem, ebenso Wirkungslos oder abgeschwächt, wie die Angriffe des Bullen auf die aufgeplusterten Muskeln der Zimmerfrau waren, waren auch die Angriffe der Shinin auf Ihren Gegner.
    Und die Frau wurde langsamer, Sterlin schaffte es immer mehr sie in Verteidigung zu zwingen, die Konzentration, welche so unbedingt nötig war um einen Kampf auf diesem Niveau auf Dauer zu halten, wurde immer schwerer aufrecht zu halten. Mit jedem Millimeter bei dem Sterlin näher kam wurde er siegessicherer, hier ein Treffer, da ein Treffer mehr, er würde alle heute Nacht so erwischen. Das der Hammer dabei das ein und das andere Mal weg flog, wen interessierte das schon, der kam ja auf Knopfdruck zurück. Er lief gerader erst zur Höchstform auf.
    Beide Kontrahenten konnte man nahezu dabei beobachten wie die Muskelberge in Zeitlupe stiegen. Die Zimmerfrau versuchte einen Schutz für Ihren Körper damit aufzubauen ~Pump it~ war ihr großes Geheimnis. Die heranwachsenden Muskelberge machten sie langsamer aber auch stabiler, sollte sie diese Nacht überleben…. Was für eine Übersäuerung der Muskeln hier gerade stattfand…. Was das bloß für einen Muskelkater mit sich bringen würde….. wenn es nur beim Muskelkater blieb…. Aber ein Schritt nach dem anderen.
    Bei Sterlin traten schon die Adern hervor, auch seine Muskeln wuchsen im Einklang mit Ihren, nur schienen Sie ihn nicht langsamer zu machen sondern schneller. Adern traten auf Hals und Handrücken hervor, die Haut wurde dunkler an den Stellen wo man Sie zwischen der Rüstung sehen konnte. Die Augen waren Blut unterlaufen. Er hätte in jedem Horrorfilm als der geisteskranke Massenmörder mitspielen können. Die Blutversorgung beschleunigte sich.
    Der Hammer fand wieder einmal sein Ziel und raste der Frau in den Bauch, die angespannte Muskulatur schwächte es ab, jedoch war nicht genug Kraft mehr vorhanden um sich dann auch noch auf den Beinen und am Standort zu halten. Die Shinin raste auf einen Felsen zu, krachte durch ihn hindurch und rollte sich unsanft ab, für mehr reichte es nicht.
    Gerade beim Aufrichten, um sich auf den nächsten Schlag vorzubereiten, Sterlin setzte nämlich schon nach passierte es. Die eine Sekunde die alles ändern konnte, die eine Sekunde die den Unterschied machte zwischen ein ausgeglichener Kampf und einer gewinnt die Oberhand. Diese eine Sekunde war gekommen.
    Die Aufmerksamkeit der Frau wurde auf etwas anderes gelenkt. Eine Explosion, eine einfache Explosion die mit einem Knall in den Höhlenwänden wieder hallte, die für Sekunden die Steine vibrieren ließ, aufgrund der Staub von der Decke rieselte.
    Panisch huschten die Augen der Zimmerfrau, welche besser bei Sterlin geblieben wären, zu der Quelle.
    Wurde jemand ihrer Freunde verletzt?
    Ging es allen gut?
    Sollte sie etwa noch jemanden verlieren müssen?
    Bevor sie auch nur Luftholen konnte, zu schreien, zu rufen, zu fluchen oder einen klaren Gedanken zu fassen, wurde sie von den Beinen gerissen. Mit einem Stöhnen krachte Sie in die kalte Felswand. Die Wucht des Aufpralls genügte um ihr mit einem Stöhnen die letzte Luft aus der Lunge zu pressen.
    Wäre Sterlin nicht vor ihr gestanden und hätte mit einer Hand an dem Hals der Shinin sie gegen den Fels gepresst, wäre sie wie ein nasser Sack zu Boden gefallen und hätte eine Kuhle in Form Ihrer Figur im Stein hinterlassen. Doch aktuell füllte sie diese Kuhle noch aus.
    „Letzte Worte die ich dem nächsten ausrichten soll?“
    In der Stimme lag eine Genugtuung, eine Vorfreude auf den nächsten den sich der Mann krallen würde und ein großer Anteil Irrsinn. Der Hammerkopf flog nach hinten, die Sekunden schienen langsamer zu fließen im Kopf der Shinin.
    War das der Moment, kurz vor dem Ende, in dem einem das Leben noch mal durch den Kopf ging?
    Sollten sie alle so enden? In Explosionen, Schluchten und zerschmetterten Köpfen?
     
  5. Akataja

    Akataja Pirat

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    War das wirklich geschehen? Taja hatte es gesehen aber konnte es nicht glauben. Kapitän Beubo war in einen tiefen Schlund gefallen, vom Felsen begraben und in einem unterirdischen See ertränkt, ohne jegliches Licht. Taja konnte nichts tun, er war machtlos gegen das was geschehen war und tatsächlich war ihm so als hätte er die Kontrolle verloren. Warte! Es war wirklich so! Taja spürte seinen Körper nicht mehr und bewegte sich von allein, es war so als würde er durch seine Augen wie durch Fenster sehen.

    Es geschah also schon wieder.

    Akataja war in seinem Körper gefangen während ein anderer die Kontrolle übernommen hatte und dieser andere kämpfte gerade wie eine Bestie. Er war überraschend schnell und stark, für ihn hatte dieser Körper keine Grenzen durch Schmerzen oder Überanstrengung. Es war stärker und schneller als Taja, aber er führte das Nodachi als wäre eine Keule mit einem Steinkopf. Sein Vorgehen war so unbeherrscht, dass seine Gegnerin leicht jedem Schlag ausweichen konnte und er sie ziellos über das Schiff jagte und das Schiff litt unter jedem Schlag der daneben ging. Die Wucht mit der er das Schwert führte schlug große Löcher in das eh schon morsche Schiff und es begann zu ächzen und zu knacken.
    Taja hatte Misa schon bis zur Front des Schiffes gejagt, mit ihrem letzten Sprung hatte sie sich auf den Kopf der Galionsfigur gerettet, von hier gab es kein Entkommen! Taja machte einen hohen Sprung und holte mit dem Schwert weit über seinem Kopf aus, er wollte diesen Feind zerschmettern wie eine Fliege. Im richtigen Moment zog Misa ihr Schwert herum und rammte den Schwertgriff mit einem Sprung in Tajas Magen. Sie stieß sich dabei so heftig ab, dass die Figur abbrach und hinunter fiel, sie wurde am Rand des Hafenbeckens in mindestens tausend teile zerbrochen. Dort wären wahrscheinlich auch Taja und Misa gelandet, wenn Tajas Angriff geglückt wäre. So landete er wieder auf dem Deck, spuckte ein bisschen Blut aus und sprang wieder auf, für gewöhnliche würde Akataja sich vor Schmerzen krümmen und Krämpfe würden es unmöglich machen sich zu bewegen, aber für den anderen gab es keinen Schmerz. Er agierte gegen den Körper und ging gleich wieder zurück in den Kampf. Er stürmte auf Misa zu, schneller als die meisten gucken konnten, doch Misa konnte sich zur Seite wegdrehen. Taja kannte ihren nächsten Angriff, ein typischer Angriff den er auch schon von seiner Meisterin kannte und hätte er die Kontrolle gehabt, hätte ausweichen und kontern können, doch der andere tat nichts dergleichen. Die Klinge von Misa bohrte sich von hinten durch seine Schulter, Misa drehte sich leicht herum und hob Taja Körper daran hoch um ihn herum zu ziehen und weg zu schleudern. Die offene Wunde in der Wunde war schlimm genug, aber dazu wurde er auch noch in den Hauptmast des Schiffes geschleudert, der kurz darauf umkippte und das ganze Schiff erschütterte. Taja wurde unter dem Mast begraben und in die Planken gedrückt.


    In Tajas Kopf:

    „Das hält uns nicht auf.“ Die Stimme des anderen Hallte durch den dunklen Raum, der nur durch das Licht erhellt wurde, dass durch die beiden Fenster fiel, durch die Taja nach außen sehen konnte. Taja selber lag in Ketten und der andere, der mit den stechend gelben Augen, stand vor ihm, drehte ihm den Rücken zu. „Die werden büßen und untergehen!“

    „Hör auf damit! Du tötest uns beide!“ Taja versuchte sich aus den Ketten zu befreien, aber das war natürlich zwecklos.

    „Wir tun nur wofür du zu schwach bist... so war es schon immer.“ Der andere drehte langsam den Kopf herum, so dass Taja das stechende Gelb in den Augen sehen konnte.

    „Wovon redest du irrer denn da? Weder weiß ich wer du bist, noch brauchst du irgendwas für mich zu machen!“

    Der andere trat näher an ihn heran „Oh tu nicht so, du weißt was ich meine.“ er streckte langsam die Hand nach Taja aus, bis Zeige- und Mittelfinger ihn an der Stirn berührten. In diesem Moment blitzte es vor den Augen des Schwertkämpfers und es war so als ob Bilder in seinem Kopf auftauchten die vorher nicht dort waren. Aber Taja realisierte es schnell, die Erinnerungen waren nicht neu, er hatte sie nur weggesperrt.

    Ein dumpfes Pochen von den Narben auf Tajas Rücken.

    Wie er damals Pain den Fischmenschen angetrieben von Zorn über das Deck gejagt und verkrüppelt hatte bevor er ihm langsam erdrosseln wollte, nicht etwa weil es die beste Kampftaktik war, sondern weil es am meisten Spaß machte.

    Das Pochen wurde zu einem scharfen ziehen, als würde ihn etwas die Haut vom Rücken ziehen wollen.

    Wie er in Lohen diese Söldner abgeschlachtet hattet, nicht um diese Frau zu retten, sondern um ihnen zu zeigen wo ihr Platz war und das sie ihn nicht bedrohen konnten. Er hatte diesen matschigen Platz vor Sankt Karin in ihr Blut getränkt, Köpfe abgetrennt , Körper geöffnet und Kehlen auslaufen lassen und er hätte als nächstes mit den Geiseln weiter gemacht, wenn Onkel Vince nicht aufgetaucht und ihn niedergestreckt hätte.

    Es drückte, es drückte tief in sein Rückgrat, als würde eine Klaue sich um seine Knochen legen und versuchen sie heraus zu ziehen.

    Wie er damals den anderen Fähnrich von hinten erstochen hatte um seine eigene Haut und sein Schwert zu retten. Er hatte ihn ermordet ohne ihm eine Chance im Kampf zu geben, Taja hätte genauso gut einfach weglaufen können, aber der Zorn in ihm zwang ihn dazu drastisch zu handeln. Der Zorn auf die Marine, der Zorn auf sich selbst, der Zorn auf seinen Vater... sein Vater?

    Der Schmerz wurde zu einem heißen Brennen.

    Wie er damals als kleiner Junge vom Untersuchungstisch aufgesprungen war, nackig und unbewaffnet, aber entschlossen, als er an die Brust seines Vaters Sprang und den Kugelschreiber aus dessen Tasche zog. Mit einem Druck auf den kleinen Knopf kam die Spitze hervor und er trieb sie durch das Brillenglas, es war das erste mal in seinem Leben, dass er töten wollte! Er wollte diesen Mann ein Ende bereiten, ein Ende für die Untersuchungen! Nie wieder kalte Untersuchungstische aus kaltem Stahl und nie wieder Spritzen und Messer. Zwei Männer packten den Jungen und drückten ihn zurück auf den Tisch und er konnte sehen wie der Mann mit den langen schwarzen Haaren, der Brille und dem Stift im Auge lachte. Eine schleimige Mischung aus Augapfel und Blut ran zwischen den Fingern über seinen Auge hervor, aber er lachte und es war das erste und einzige mal, dass Taja so etwas wie Anerkennung oder sogar Stolz im Gesicht seines Vaters gesehen hatte. Aber als Aka seinen Vater das letzte mal sah, da war nichts mit seinem anderen Auge, was war inzwischen vorgefallen?

    Der glühende Schmerzt ließ seinen Rücken buchstäblich zerbrechen und strahlte nach außen, er ließ Taja aufschreien.

    Wie damals, als sie seinen Rücken aufgeschnitten hatten, um sein Rückgrat frei zu setzen und die Rippen zurück zu biegen. Aber das einzige an das sich Taja von damals erinnerte, außer diesen unglaublichen Schmerzen, war der kalte Schatten der sich über ihn legte.

    „Siehst du? Es gibt kein Verstecken und kein Leugnen.“ Die Stimme des anderen war trocken und viel ruhiger als zuvor „Du bist nicht der, der du glaubst zu sein.“ Er zog seine Hand zurück „Und jetzt halt den Mund und lass mich unsere Arbeit beenden.“

    Es war vermutlich Zeit es sein zu lassen, klein bei zu geben und sich dem hinzugeben was da kommen würde... aber es ging nicht! Taja konnte jetzt nicht aufgeben.

    „Nein.“

    „Wie bitte was?“

    „Ich sagte: Nein.“

    „Höf auf den Helden zu spielen und bleib sitzen.“

    „Nein!“
    Taja sprengte diese Ketten von sich und der andere musste einen Schritt zurück gehen „Nein! Und nie wieder! Ich habe genug!“ Er schrie so laut, dass es in seinem Kopf von überall widerhallte „Keine Ausreden mehr! Ich verstecke mich nicht mehr hinter meiner eigenen Schwäche.“ Er atmete tief ein und aus und spürte wie sein Körper ruhiger wurde als er die folgende Worte Sprach „Ich... bin ein Verbrecher, ein Mörder, ein Verräter. Ich habe aus Spaß und Gier getötet und war bereit meine Waffe selbst gegen Unschuldige zu führen um diese Gelüste zu befriedigen... ich bin genau das geworden, was mein Vater immer gesucht hatte.“ Der andere grinste und zeigte dabei viel zu viel Zahn und Zahnfleisch. „Aber das ist nicht alles... nicht wahr?“

    Das Grinsen schwand aus dem Gesicht des anderen „Was?“

    „Ich bin immer noch das kleine Kind, dass auf dem Untersuchungstisch sitzt, verängstigt und bockig, ich suche noch immer nach der Bestätigung für mein Leben und hoffe sie von anderen zu bekommen oder versuche einfach weg zu rennen, in dem ich mich hinter Lügen verstecke oder in den Kampf flüchte... und ER hatte das gewusst, ER hatte das alles gesehen und war trotzdem mein Freund... unser Freund.“ Taja sah dem anderen nun direkt in die Augen und fand plötzlich so viel Vertrautheit in diesen Fremden Augen „Beubo war für uns beide da und was geschehen ist macht uns beide zornig.“

    „Er... er muss gerettet werden! Wir müssen diesen Feind aus dem Weg räumen um zu ihm zu kommen!“

    Taja gab dem anderen einen heftige Backpfeife „Ich sagte kein Verstecken mehr... keine Lügen!“ seine Augen brannten von den Tränen die aufsteigen wollten „Beubo... war mein Kapitän.... er war“

    „Er war mein Freund.“ der andere sah zu Taja auf.

    „Vielleicht werden wir hier sterben und ihm folgen... aber egal was wir tun, wir sollten es zusammen tun, für ihn... weil du und ich...“ Taja musste die Wahrheit akzeptieren „Ich bin du ... Du bist ich ... Aus dem Meer deiner Seele komm ich ...“ er reichte dem anderen die Hand und dieser nahm sie an.

    Zurück in der Realität:

    Seit dem der Mast auf ihren Feind gefallen war hatte Misa nur einen Atemzug zeit um neue Kraft zu schöpfen und schon bewegte sich der Mast und die anderen Trümmer. Sie hatte damals von ihrer Meisterin gehört wie hartnäckig dieser Mann sein sollte, aber nun sah sie es mit eigenen Augen. Blut floss aus vielen verschiedenen Wunden seines Körpers, Knochen waren gebrochen und Muskeln gerissen, dennoch hob er einfach diesen Mast hoch und sah direkt zu Misa herüber. Seine Augen wirkten plötzlich anders, noch immer verzogen zu dünnen schlitzen, aber irgendwie viel ruhiger und... waren sie ganz kurz gelb gewesen? Misa konnte das nicht mit Sicherheit sagen, denn dieser Typ warf einfach den Mast nach ihr! Misa konnte das morsche Holz natürlich spielend leicht mit einem Hieb durchtrennen, aber gleich hinter dem Mast war der nächste Ansturm von Akataja und diesmal führte er das Schwert richtig, Misa musste ihre Klinge herum ziehen und abwehren, so das beide nun dagegen drückten und knurrend soviel Kraft aufbrachten, dass der Boden unter ihnen anfing zu knacken. Misa sollte eigentlich viel stärker sein als dieser Mann, also warum konnte er gegen sie halten? Hatten die Vorkämpfe und ihre Wunden sie schon zu viel Kraft gekostet? Oder hatte ihr Gegner einfach größere Reserven als sie gedacht hatte. „Ich bin beeindruckt wie stark das Training unserer Meisterin euch gemacht hat.“ Tajas Stimme klang viel ruhiger als sie es für einen Berserker sein sollte „Ich bin mir sicher, sie ist stolz auf euch.“ Mit diesen Worten verlagerte Taja sein Gewicht ruckartig um Misa einen Schulterstoß zu geben, so konnte er ihre Verteidigung lange genug öffnen um einen schnellen Schlag von unten nach oben durch zu führen. Sein Schwert ging durch das Morsche Holz des Schiffsbodens und fand sein Ziel! Misas Helm flog durch die Luft, weit geöffnet in der Front, doch Misa selber konnte sich gerade rechtzeitig zurück ziehen, so das es nur einen Kratzer über Gesicht gab, an ihrer Nase vorbei und zwischen ihren Augen, ein paar abgetrennte Haarsträhnen flogen noch durch die Luft.

    „Misa!“ Iwas Stimme kam vom etwas weiter weg, sie hatte sich und ihre jüngere Schwester in eines der Beiboote geschleppt „Du unterschätzt ihn! Gib alles oder er wird uns alle drei töten! Denk an das, was du in seiner Akte gelesen hast!“

    Taja hatte seine Klinge neu angelegt und stürmte erneut auf Misa zu, sein Feind war stärker und schneller und besser trainiert, er musste jeden anderen Vorteil ausnutzen den er finden konnten. ShiberuKen war länger als die Waffe von Misa und um einiges stabiler. Er verwickelte sie mit schnellen Hieben in einen Kampf auf voller Länge seiner Waffe, das zwang sie in die Defensive. Misa drehte den Spieß jedoch schnell um, sie sprang zurück und setzte zu einer der Meistertechniken ihrer Meisterin an.

    /Achtstreich!/ Taja kannte diese Technik, Hika hatte sie häufig im Training gegen ihn benutzt, er war damals nie in der Lage alle acht Angriffe auszuweichen oder abzuwehren... doch er war nicht mehr der Rekrut von damals und kannte die Bewegungen mittlerweile. Den ersten beiden Hieben wich er durch zwei Seitenschritte aus, der dritten von der Seite musste er abwehren, auch wenn der Hieb ihn zurück schlug /verdammt! Die ist stark!/ der vierte und fünfte kamen von oben und er musste zurück springen um nicht so zerfetzt zu werden wie die Holzplanken unter ihm. Sechs und Sieben bildeten ein Kreuz, ein heftiger Schlag dem man ausweichen sollte, aber das konnte Taja nicht, er packte die Klinge seines Schwertes mit der linken Hand und den Griff mit der rechten, um mehr Kraft in die Abwehr stecken zu könnnen. Die Wucht der beiden Hiebe trieb die Klinge in seine eigene Hand, doch er spürte den Schmerz nicht und konnte widerstehen. Jetzt war der Moment gekommen, zwischen sieben und acht war eine kleine Pause, in der Misa ausholen musste, Taja sprang gleich zu ihr und schlug selber mit dem Schwert zu.

    Misa hatte Glück, der Schwerthieb zerteilte nur den Panzerhandschuh, doch die die brutale Kraft in diesem Hieb brach ihr den Arm und schleuderte über das Deck und in die Kapitänskajüte des alten Schiffes. Taja konnte nur ungläubig auf seine Hände sehen, er hätte nie gedacht so einen harten Treffer gegen Misa landen zu können /Diese Kraft.../ /Es ist unsere Kraft! Aber sie hält nicht mehr lange an!/ Taja sah mit einem leichten Lächeln zu dem Loch, dass seine Gegnerin in der Wand hinterlassen hatte, aber besiegt war sie natürlich noch nicht. /Also gut, versuchen wir diese Technik doch mal.../ Taja nahm einen festen Stand ein und erhob das Schwert als wolle er zuschlagen, doch verharrte mitten im Schlag.

    Iwa konnte nicht sehen was geschah, doch sie spürte es und sie konnte es nicht glauben „Das ist unmöglich! Niemand lernt diese Technik so schnell!“

    „Schwalbenflug!“ Rief Taja laut und riss sein Schwert herum, aus dessen glühende Klinge eine glühende sichelförmige Energie trat und losflog. Gerade rechtzeitig, denn im selben Moment hatte auch Misa eine Energieattacke von ihrer Klinge gelassen, die durch die Kajüten wand schnitt wie durch Butter. Die beiden hellblauen Energien trafen sich. Für Misa und Taja war das völlig neu und keiner wusste was geschah oder wieso es geschah. Für den Bruchteil einer Sekunde vereinten sich beide Attacken, dann explodierten sie. Das Schiff wurde erneut erschüttert, doch diesmal war es zu viel. All die anderen Attacken und Explosionen hatten die Struktur zu sehr geschwächt. Die drei Karabinerhaken aus Stahl, die das Schiff an den Ketten hielten, waren zwar stabil genug, doch das Holz in dem sie steckten hielt nicht. Die Haken brachen heraus und das Schiff brach am Punkt der letzten Explosion auseinander und fiel herunter.

    Der Sturz des Schiffs dauerte nur wenige Sekunden, aber das war genügend Zeit für Misa. Ihr Gegner war auf der anderen Seite, auf der anderen Hälfte des abstürzenden Schiffes und ihr damit ziemlich egal geworden. Misa drehte sofort herum und rannte zu dem Rettungsboot in dem ihre Schwestern saßen. Unter ihren Füßen zerbersten die Planken und sie streckte ihre Hand nach diesem Beiboot aus.

    Die ganze Höhle musste dank Sterling und Beubo schon sehr viel einstecken und wurde in ihrer Struktur mehrfach beschädigt, als dann auch noch die eine Hälfte des riesigen Schiffes auf den Felsboden krachte erschütterte sie noch mehr und es bildeten sich noch mehr Risse in der Decke und den Wänden. Die andere Schiffshälfte landete im Hafenbecken, die entstehende Flutwelle schwappte über das Hafenbecken und ließ einige der anderen Schiff stranden, zum Glück aber nicht die Red Carpi.

    Die Trümmer des Schiffes an Land wurden von einer heftigen Energieattacke bei Seite gerissen und gaben Das ZaruTrio frei. Misa hatte den Fall und Aufprall für ihre Schwestern mit ihrem eigenen Körper abgefangen, ihre Wunden waren wieder aufgeplatzt, sie war Blut überströmt und in ihrem Oberschenkel steckte eine verdammte Holzplanke! Aber sie konnte immer noch stehen. Sie blickte sich um, wo war ihr Gegner? Vom Schiff zerschmettert? Hoffentlich...

    Die andere Schiffshälfte tauchte explosionsartig aus dem Hafenbecken auf, wie ein Korken der unter Wasser gedrückt wurde und noch einmal hochkam bevor er wieder versinken würde. Auf der Spitze stand Akataja und er hatte bereits die nächste Schwalbe aufgeladen. Misa hatte weder die Kraft noch die Zeit eine Energieattacke dagegen zu setzen, keine fliegenden Schwerthiebe mehr. Sie stellte sich vor ihre Schwestern und als die Schwalbe geflogen kam konnte sie sie nur mit ihrem Schwert abwehren.

    Misas Schwert brach, die Klinge flog durch die Luft und rammte sich in den felsigen Boden der Höhle. Die Attacke von Taja hatte noch immer genügen kraft um durch ihre Rüstung zu schneiden und sie mit einem Blutschwall zu Boden zu schicken. Selbst eine Kriegerin wie Misa hatte ihre Grenzen und nun war sie dort angekommen. Sie hatte keine Kraft mehr um sich zu bewegen und ihr Sichtfeld wurde schwarz. Bevor sie das Bewusstsein aber verlor lächelte, denn sie sah ihre Schwestern und beide lebten noch. Misa hatte keine Angst, sie wusste was sie wissen musste.

    Bevor das Schiff im Hafenbecken versank schnappte Taja sich die Scheide von ShiberuKen und sprang zurück an Land. /Das haben wir gut gemacht?/ /Ja, sehr gut./ /Ich bin so müde./ /Nur noch ein bisschen weiter und den Rest schaffe ich alleine./ Taja spürte wie die Schmerzen in seinen Körper zurück kamen und er wusste er hatte nicht mehr viel Zeit bis er nicht mehr genug Kraft haben würde um sein Schwert auch nur an zu heben. Er lief herüber zu den drei Mädchen, Misa war ausgeschaltet, Iwa konnte nur dahocken und sich an ihr mittlerweile leeres Blitschwert klammern und Kika kam gerade erst wieder zu sich. Wenn er das beenden wollte, dann musste es JETZT sein.

    Hau ab!“ Schrie Iwa ihn entgegen, ihr Schwert erhoben zur Verteidigung „Fass sie nicht an du verdammtes Monster!“ Noch nie in ihrem Leben hatte sie so viel Angst, nicht um sich selbst, aber um ihre Schwestern, sie war die älteste, sie musste sie doch beschützen. Und Akataja? Er war ein Mörder, eine wilde Bestie die von der Marine gejagt wurde weil sie kaltblütig tötete und nicht mal vor Verrat zurückschreckte. Sie hatten ihn herausgefordert und verloren, es blieb Taja nichts anderes als sie zu töten, immerhin war er Pirat und sie waren Kopfgeldjäger.

    Kika öffnete ihre Augen rechtzeitig um zu sehen wie die silberhaarige Bestie Iwa das Schwert aus der Hand riss und einfach über das Knie brach, als wäre es ein Ast und als hätten sie nur Schwertkämpfer gespielt. Kika konnte nichts hören, doch Taja riss seinen Mund beim Schreien soweit auf, dass sie die Worte ohne Probleme von den Lippen ablesen konnte.

    Iwa zuckte zusammen als er sie anschrie „DAS HIER BIN ICH!“ schrie er und holte mit dem verfluchten Schwert aus, das zahllose Leben genommen hatte „WIE ICH DICH TÖTE! DICH UND ALLE DIE DU LIEBST!! WEIL IHR MEINE FAMILIE, MEINE NAKAMA ANGEGRIFFEN HABT!“ seine Pupille waren so zusammen geschrumpft das man sie kaum noch sah und Speichel flog aus seinem Mund. Nakama... der alte auf der Insel hatte ihm davon erzählt und er erinnerte sich an die Bedeutung dieses simplen Wortes. Dann senkte er das Schwert „Und das...“ seine Stimme klang plötzlich regelrecht zerbrechlich „und das ist mein Kapitän... wie er euch das Leben lässt.“ er steckte das Schwert zurück in seine Scheide, keine Leben für das TodesglockenSchwert, zumindest nicht heute. Beubo hatte ein gutes Herz, er hätte das niemals gewollt und Taja könnte ihm nie wieder in die Augen sehen, wenn er das tun würde... darum war er der Kapitän. Er drehte den drei Mädchen den Rücken zu, sie konnte die Tränen nicht sehen, die seine Wangen herunter liefen, doch sie konnte es hören als er sprach „Dankt ihm gefälligst dafür...“ Dann griff er sich Misa und schulterte sie.

    „Was...?“ Iwa verstand nicht mehr was geschah, sollte sie sterben? Sollte sie leben?

    „Jetzt nehmt eure andere Schwester und kommt mit... wenn diese Höhle wirklich zusammen brechen sollte, ist die Red Carpi das einzige Schiff das hier raus kommt...“ Er sollte die Mädchen hier zurück lassen, sie mit zu nehmen war viel zu gefährlich, aber er konnte die Red Carpi in seinem Zustand unmöglich allein fertig machen /und wir müssen hier schnell raus./ Außerdem hatte er die drei besiegt, der Kampf vorbei, er hatte gewonnen, keiner von ihnen hatte noch die Kraft weiter zu kämpfen, oder den Willen. Heute war bereits genügend Blut geflossen, er wollte nicht für noch mehr verantwortlich sein.

    Als er zum Schiff ging, lief die 16 jährige Kika neben ihm, sie sah zu ihm hoch, Schweigen für einige Zeit und dann, mit einem Lächeln auf ihren Lippen „Datt muss ick dir lassn Großa... bist 'n verrückter alter Mann.“