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Charakterupdate Homesick

Dieses Thema im Forum "Charakterupdate" wurde erstellt von Homesick, 8. Mai 2016.

  1. Homesick

    Homesick Member

    Beiträge:
    134
    Crew:
    Royal Flush Pirates
    Posten:
    Koch
    Größe:
    1,89 Meter
    Steckbrief:
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    Kampfstil:
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    So, nach dem ersten Abenteuer der RFP bekommt Homesick einige kleine Änderungen, zunächst einmal bekommt er eine Glatze (was natürlich in der Beschreibung und im Charakterbild zu sehen sein wird, nebst einem neuen Avatar) zum anderen kommen für ihn Chraktereinträge von den anderen Crewmitgliedern hinzu.

    Datenblatt
     
  2. Homesick

    Homesick Member

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    Crew:
    Royal Flush Pirates
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    Koch
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    Kampfstil:
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    Persönliche Daten

    Name: Harlot
    Vorname: Ben
    Spitzname: Homesick - was sich inzwischen auch als normaler Rufname eingebürgert hat. Er stellt sich damit sogar Fremden gegenüber vor. Nur seine engsten Freunde und die Leute aus Ocala nennen ihn noch ab- und zu einmal Ben.

    Geburtstag: 3. August
    Alter: 41 Jahre
    Größe: 1,89 Meter
    Gewicht: 110 Kilogramm

    Augenfarbe: Blassblau
    Haarfarbe: Schwarzbraun mit etwas Grau (rasiert)

    Blutgruppe: 0+

    Aussehen: Wenn Ben einen Raum betritt, dann wird es dunkel. Mit etwas mehr als sechs Fuß Körpergröße ist er zwar größer als die meisten Leute, aber nicht über alle Maßen. Die Illusion von einem echten Hünen, welcher er ja eigentlich nicht ist, kommt eher daher, dass er die „fehlende“ Größe mit breiten Schultern, Kreuz und Hüfte ausgleicht. Dass er seinen stolzen 110 Kilos zum Trotze nicht übergewichtig oder gar untrainiert aussieht, macht den Eindruck man würde mit einem Berg reden, nur noch größer. Trotzdem wäre Bodybuilder nicht gerade die Profession, die man Lzzys Vater zuordnen würde. Strongman oder Schwermechaniker würde es eher treffen, denn die Muskelberge unter den schmutzigen Holzfällerhemden und der dunklen Fliegerjacke ohne Kragen bedeckt immer ein kleiner Rettungsring. Gerade soweit, dass der Torso noch als V-Form und die Hüften als halbwegs schmal durchgehen, aber eben auch nicht weniger.
    Die Beine, die man gut und gerne mit Baumstämmen vergleichen kann, kleidet der Hüne am liebsten in graue Jeans, seine Füße hingegen ziert nie irgendetwas anderes als ein Paar alte, rote Stoffschuhe mit mehr oder minder weissen Schnursenkeln bis über die Knöchel. „Rot“ ist hier relativ, denn der Staub aus fast zwei Dekaden und unzählige Flicken haben ihre Spuren hinterlassen. Dabei handelt es sich um ein Relikt aus seiner Jugend, auf das er um keinen Preis verzichten würde. Man könnte ihn mit viel Überzeugungskraft sowie engelsgleicher Geduld zwar dazu durchringen, einen Smoking anzuziehen, aber die Schuhe würde er dann trotzdem tragen.
    Homesick wurde mit einer kurzen schwarzbraunen Matte auf dem Kopf gesegnet und dem seltenen Glück, seine Borsten bis auf die schleichenden Geheimratsecken auch noch behalten zu dürfen. Friseure hält er für unsinnig, daher stutzt er sich das Haupthaar selbst mit der Küchenschere oder er lässt seine Tochter an sich herumschnippeln, entsprechend zerzaust ist das Ergebnis. Die grauen Akzente, die in den letzten Jahren immer stärker wurden, sind zwar nicht dominant, aber bei einem Blick aus der Nähe wohl kaum zu übersehen. Bens Bart, je nach Situation mal ganz kurz, mal mehr als nur stoppelig, aber immer voll, hat der graue Fluch des Alters zum Glück noch überhaupt nicht erreicht.
    Dummerweise brannte Ben bei den Geschehnissen auf der Silberschwan ein Großteil seines Haupthaars ab, weshalb er sich nach eindringlichem Einreden seiner Tochter ("Das sieht doch beschissen aus!") dazu entschloss, sich den Kopf fürs erste einmal ganz kahl zu scheren.
    Scheint die Sonne, zieht er sich seine alte, abgegriffene Basecap über die Rübe. Auf dieser sind noch, mit der Zeit etwas verblasst, die Worte „Ocala - Anchor Management Souvenir Shop“ zu lesen, auf diesem das Logo eines Ankers, auf welchem ein Marder sitzt. Zu bemerken wäre, dass Ben nach all den Jahren – 18 sind es inzwischen – nie das Preisschild im Innern der Mütze abgetrennt hat. Es hängt hinter dem rechten Ohr aus dem Innenleben der Kappe heraus.
    Aber ungeachtet dieser imposanten Erscheinung, der guten Form und des vergleichsweise doch zeitlosen Kleidungsstils wirkt Homesick nicht jung, ganz im Gegenteil: Er wirkt um Jahre älter, als er eigentlich ist. Und das liegt an seinen Augen. Diese hellen, blassblauen Dinger wirken müde, melancholisch, abgehetzt. Ein einzelner Blick genügt und jeder Laie wird erkennen, dass Homesick einmal für lange Zeit sehr wenig geschlafen und noch schlechter geträumt hat. Obwohl es ihm heute wieder besser geht, wird dieser Makel immer dableiben, wie eine Tätowierung oder Narben.
    Solche zieren auch seine Unterarme, noch ein Andenken an einen der Tiefpunkte in Homesicks Leben: Als Ben einmal im Vollrausch Lzzy schlug, verzweifelte er danach regelrecht und zerstörte in einem Akt des Selbsthasses und der Reue sämtliche Schnapsflaschen und Bierfässer in seiner Kneipe. Er schwor sich, nie wieder zu trinken und Lzzy nie wieder etwas anzutun. Splitter wie Scherben zerfetzten die Haut von Händen und Unterarmen, wo sie unzählig viele gezackte Narben hinterließen. Man ahnt als Außenstehender natürlich nicht, was zu diesen Riefen geführt hat - Es sieht fast so aus, als hätte Homesick ohne Schutzhandschuhe in ein Dornengebüsch gegriffen.
    Zu diesem doch düsteren Gesamteindruck wirkt ein Schneeglöckchen, das Harlot zumeist in Knopfloch auf Brusthöhe steckt, herrlich deplaziert. Diesen Talisman aus sehr hartem Kristallglas hat ihm Jadwiga bei ihrer Abreise von Fan Quan Dao geschenkt, genauso wie sie Lzzy eine Blume gab. Obwohl er alles andere als ein abergläubischer Mensch ist, trägt er seinen Glücksbringer immer gut sichtbar bei sich -zur einen Hälfte als Schutz gegen böse Gedanken, zur anderen als Erinnerung an die alte Kameradin und ihre Freundschaft. Die kleine weiße Blüte mit dem tiefgrünen Stängel wirkt so fehl am Platz, dass Homesick oft von Leuten darauf hingewiesen wird, dass er da etwas hängen habe, im Glauben es sei dort zufällig hingeraten.

    Besondere Merkmale: Es sind vor allem die von Heimweh zerkratzten Augen und die dunklen Ringe darunter, die bei den Menschen im Gedächtnis hängen bleiben, wenn man sie nach Homesick ausfragt. Diese machten den Anderen, ebenso wie die unzähligen Narben an seinen Händen und Unterarmen, am meisten Angst. Auch seine bärenartige Gestalt und die kleine, so unpassend schmucke Glasblume an seiner Jacke tragen einen hohen Grad an Wiedererkennungswert mit sich.
    Seltsam unpassend wirkt es auch, ähnlich wie bei dem Glastalisman, wenn man Homesick in Begleitung seiner Tochter sieht - was ja eigentlich fast immer der Fall ist. Das schlanke, immer modisch gekleidete Mädchen und der finster ausschauende Berg von einem Mann wirken wie eine Neuadaption von "Die Schöne und das Biest" auf andere und ernten in kleineren und größeren Mengen immer mal wieder erstaunte Blicke.

    Herkunft und Familie

    Verwandte:

    Kenny Harlot (Bruder, 38 Jahre, lebendig)
    Kendrick, der Einfachheit halber von allen Kenny gerufen, ist Bens um drei Jahre jüngerer Bruder und lebt derzeitig auf Ocala, wo er bei Anchor Management im Außendienst arbeitet. Bevor Homesick ins Exil geschickt wurde, war er wie dieser ein Taugenichts und Tagelöhner, der seinen älteren Bruder aber überall hin folgte, obwohl Kenny gut lesen und schreiben konnte. Gemeinsam gerieten sie auf die schiefe Bahn und als die berühmt-berüchtigte Geiselnahme von Harker Boon schief ging, deckte sein großer Bruder ihn, da sie sonst beide bestraft worden wären. Bis heute ist er der einzige, der die wahre Geschichte hinter der Straftat kennt. Das Exil seines Bruders löste große Schuldgefühle in ihm aus und war für ihn der ausschlaggebende Punkt, wieder ehrliche Arbeit zu verrichten und sein Leben in den Griff zu kriegen. In Homsicks ersten Jahren auf Fan Quan Dao half Kenny diesem mit Geldsendungen aus und hielt ihn über Wasser, sodass er sich im East Blue eine neue Existenz aufbauen konnte. Auch weiß er als einziger aus der Familie von Bens Plan, mit Lzzy in See zu stechen und ein Freibeuter zu werden. Inzwischen ist er glücklich verheiratet und hat zwei Kinder.

    Korvettenkapitän Vila Harlot (Schwester, 46 Jahre, lebendig)
    Vila war schon immer das anständigste Teil der Harlot-Geschwister. Mit 18 ging sie zur Polizei, wechselte ein halbes Jahr später zur Marine und klettert seitdem langsam, aber stetig die Karriereleiter hoch. Der einzige Grund, weshalb sie inzwischen noch keinen Kapitäns- oder gar Kommodore-Titel hat, ist ihr Heimweh, das ihr wie Homesick innewohnt. Als Korvettenkapitän ist sie zwar auf See, sieht aber immer mal wieder ihre Geburtsinsel und bekommt natürlich auch Heimurlaub.
    Als ihre beiden kleinen Brüder damals in die Kriminalität abrutschten und die Geiselnahme schief ging, musste sie gegen Ben aussagen, um ihre Karriere nicht zu gefährden. Kenny und Homesick haben ihr diese Entscheidung niemals ganz verziehen und die Beziehung ist heute am besten als...frostig zu beschreiben. Einen Brief aus dem East Blue hat sie nie bekommen, von ihrer Nichte Lzzy weiß sie auch nur über ihre Eltern. Sie ist unverheiratet und kinderlos, soll aber angeblich mit einem Konteradmiral liiert sein, wenn man dem Klatsch und Tratsch der alten Weiber auf Ocala glauben schenkt.
    Ironischerweise gleicht Vila trotzdem in vielerlei Hinsicht Lzzy: Sie ist ebenso frech wie lebhaft und hat ein Faible für neue Frisuren, sogar ihre Kampfstile, zwei recht brutale, aber effektive Kung Fu-Varianten, haben viele Ähnlichkeiten.
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    Mr. und Mrs. Harlot (Eltern, 66 und 65 Jahre, beide lebendig)
    Celia und Ben Harlot Senior sind beide Fischhändler und die stolzen Eltern von Homesick, Vila und Kenny. Sie sind beide sehr freundliche, hilfsbereite Menschen und stehen heute noch in regem Kontakt mit ihren Kindern, auch wenn nur noch zwei davon zuhause wohnen und das auch nur zeitweise. Zwar waren sie nach der fehlgeschlagenen Geiselnahme genauso wütend auf Ben wie alle anderen, aber sie setzten sich damals – wie auch Kendrick – für ihn ein. Von Kennys Beteiligung an der Tat wissen sie noch heute nichts, aber wahrscheinlich wäre es ihnen inzwischen egal. Die Zeit, wie Celia sagt, heile alle Wunden. Obwohl sie ihren ältesten Sohn seit nun 18 Jahren nicht mehr gesehen haben, schreiben sie Ben fast jeden Monat und dieser natürlich auch zurück. Ihr größter Wunsch ist es im Moment eigentlich nur, dass ihre Kinder und Enkelkinder gesund bleiben und nicht auf die schiefe Bahn geraten wie Ben und Kenny damals. Derzeitig sparen sie für einen Ausflug nach Fan Quan Dao, da sie endlich ihre Adoptivenkeltochter sehen wollen. Von der Tatsache, dass sich Lzzy und ihr Dad der Piraterie zugewandt und das Sweat Home niedergebrannt haben, wissen sie noch nicht die Bohne. Carusos Besuch auf Ocala dürfte sie also dementsprechend überraschen.

    Bekannte:

    Lzzy Harlot, geb. Lizzy Kurenai (Adoptivtochter, 16 Jahre, lebendig)
    Lzzy, ohne "i", war und ist der einzige Grund weshalb man Homesick heute als glücklichen Menschen bezeichnen kann. Bevor er sie traf war Ben Alkoholiker, höchstgradig depressiv und verzweifelt. Das kleine, pinkhaarige Mädchen stand eines Tages vor 11 Jahren im Sweat Home und verlangte bedient zu werden. Aus der Begegnung wurde schnell Freundschaft, und aus der Freundschaft im Laufe der Jahre eine starke Vater-Tochter-Beziehung.
    Man kann Lzzy mit Fug und Recht als den wichtigsten Menschen in Bens Leben bezeichnen, da sie abgesehen von seiner Familie das einzige ist was ihn wirklich bei Laune hält. Auch umgekehrt ist für den Teenager ihr Vater das Zentrum ihres Lebens, da er sie aufzog und von der Straße holte. An ihre biologischen Eltern kann sie sich nicht erinnern, in ihrer Zeit im Waisenheim erfuhr sie nur, dass die Mutter bei der Geburt verstarb und der Vater unauffindbar war. Sie denkt eigentlich kaum an sie, bei Wörtern wie "Familie" oder "Vater" denkt sie nur an Homesick und vielleicht noch an Baba Jaga, doch sonst niemanden
    Auch wenn die beiden von Zeit zu Zeit mal Zwist haben, was ja nicht unüblich ist zwischen Eltern und ihren Kindern, ähnelt Lzzy ihrem Dad ihrer Tante in erstaunlich vielen Hinsichten. So hat sie ihre sture, rebellische Art, die Leseschwäche, ihre lose Zunge und im Allgemeinen ihre Weltanschauung von Homesick bekommen. Zuweilen benimmt sie sich sehr oft recht zickig, dickköpfig und rebellisch, aber ihr Vater sieht das gelassen – hauptsächlich aus dem Grund, weil er in ihrem Alter genauso drauf war wie sie jetzt auch. Sie begleitet Homesick auf seinen Reisen, auch wenn dieser überzeugt von der Meinung ist, es sei genau anders herum.
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    Baba Jaga (Kopfgeldjägerin, 36 Jahre, lebendig)
    Die "Red Witch“, bürgerlich Jadwiga Baba, war für drei Jahre Dauergast in Homesicks Hotel/Kneipe Sweat Home. Nach eigener Aussage machte sie hier lediglich den wohlverdienten Urlaub von dem stressigen Kopfgeldjägerdasein, das sie bereits seit ihrer Volljährigkeit lebte. Bevor sie sich auf Fan Quan Dao einquartierte, war sie Teil der berüchtigten Nightwitches, einer Kopfgeldjägerbande, die nur aus Frauen besteht. Auf die Frage nach ihrer Vergangenheit antwortete sie stets mit: „Ich war mit dabei, ich bin immer noch dabei, aber ich mache Urlaub“, was auch immer das bedeuten soll. Als sie auf der kleinen Insel im East Blue ankam war ihr Kopf mehr schlecht als recht kahl geschoren, etwa wie das Fell eines Schafes und zudem mit roter Farbe beschmiert. Kriegsbemalung, wie sie selbst erläuterte. Während ihres Aufenthaltes ließ sie sich die Haare wieder mehr und mehr auswachsen. Wie dem auch sei, ihr Urlaub endete vor einem Jahr, als das Schiff der Nightwitches, die schwarze Fregatte „Amaranth“ im Hafen von Fan Quan Dao anlegte. Nach einem kurzen Abschied von allen Freunden, bei dem sie Homesick und Lzzy noch einen Talisman in Form einer Glasblume für jeden gab, bestieg sie inzwischen wieder mit kurzen Haaren das Schiff, das danach so schnell wieder verschwand, wie es aufgetaucht war.
    Während sie im Sweat Home gastierte, war Baba die einzige ältere, weibliche Bezugsperson für Lzzy und wurde somit so eine Art Mutter/Große Schwester/Beste Freundin-Verschnitt für sie. Die beiden verstanden sich prächtig, wenn auch natürlich nicht so gut wie Lzzy und ihr Vater. Ben gegenüber war sie neben ihrer Tätigkeit als Stammkundin auch stets eine loyale Freundin und hilfreiche Faust in einer Kneipenschlägerei, auf die man sich verlassen konnte. Gerade letztere waren es auch, welche die Freundschaft der beiden maßgeblich geformt haben – Jemand, an dessen Seite man kämpft, findet man meistens ziemlich schnell sympathisch. Sie ist mit Lzzy, Caruso, Kenny und seinen Eltern zusammen eine der wenigen Personen, die er nicht nur duldet, sondern wirklich gerne um sich hat.
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    Mit langen Haaren, kurz vor der Abreise

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    Mit kurzen Haaren, Rüstung und Kriegsbemalung (Ist normalerweise rot), so wie sie auf Fan Quan Dao ankam

    Caruso (Freund und Inhaber der Kneipe, etwa um die 40, lebendig)
    Homesick lebte etwa drei Jahre auf Fan Quan Dao, als sich der Mann mit dem Turban in der Kneipe niederließ und für unbestimmte Zeit ein Zimmer buchte. Laut eigener Aussage war er, bevor er ankam, ein Agent der Weltregierung, allerdings im Innendienst und nicht bei der Cipher Pol. Nach einem tragischen Zwischenfall, bei dem ein guter Freund von ihm starb, quittierte er den Dienst und setzte sich, da er glücklicherweise ein gutes Einkommen genossen hatte, im East Blue zur Ruhe. Wie Kenny Harlot unterstützte er Homesick mit finanziellen Mitteln in schlechten Zeiten, im Gegenzug überschrieb Ben Caruso das Gebäude. Aus dieser Zweckgemeinschaft, dass der eine Kost und der andere die Logis stellt, wurde mit der Zeit ta tsächlich so etwas wie Freundschaft.
    Caruso ist ein ernster und sehr intelligenter, dafür aber auch gerechter Mensch, überzeugt von der Marine und der Weltregierung - Jedoch mit einigen Abzügen, was Loyalität und Arbeitsmoral angeht. Wegen seiner direkten, fordernden Art kam er anfangs fast in Konflikt mit Ben und den anderen Leuten der Hotelkneipe, doch das legte sich, als sie sich näher kennen lernten. Nur Lzzy kann ihn heute noch nicht leiden, was vielleicht daran liegt, dass er sie immer nur „Kind“ nennt. Dieses Faible, Leute fast nie mit ihrem richtigen Namen anzusprechen, zeigt sich auch bei seinen zwei anderen Mitbewohnern. Er war der erste, der Ben "Homesick" rief und Baba Jaga bekam von ihm den Spitznamen "Hexchen". Sie kann froh darüber sein, dass sich dieser Titel nicht durchsetzte, denn sie hasste ihn wie die Pest.
    Als Jadwiga wieder Kopfgeldjägerin wurde und Harlot und seine Tochter beschlossen Piraten zu werden, beendete auch Caruso sein Leben auf der Lenz. Er ist zwar etwas eingerostet und aus der Form, aber noch genauso intelligent wie früher. Die Idee, das Sweat Home niederzubrennen und die Versicherungssumme als Startkapital für die Reise zu nutzen, kam von ihm. Er plant zunächst einmal Homesicks Familie im South Blue zu besuchen und sich Ocala anzusehen, danach will er wieder für die Weltregierung oder die Marine arbeiten. Er gab Ben den Tipp, ihm trotz ihrer Freundschaft am besten nicht wieder über den Weg zu laufen. Der Grund ist einfach: Sollte das passieren, wäre Caruso ein Agent und Harlot ein Pirat, und er müsste ihn gefangen nehmen.
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    Markenzeichen: Ein schwarzer Turban

    Die Kinks und die Hus (???, verschiedene Altersklassen, lebendig)
    Mit einer der Hauptgründe, warum Homesick Fan Quan Dao hasst, sind seine Nachbarn. Den Familien Hu und die Familie Kink – er kann sie heute noch nicht auseinanderhalten – gehörten die Häuser links und rechts neben dem mehrstöckigen Sweat Home. Er hat keine Ahnung was die Leute am Tag machen, denn er bekommt sie immer nur zu Gesicht, wenn sie die Polizei rufen, um sich über den Lärm aus der Kneipe zu beschweren. Ben hat aufgehört zu zählen, wie oft er schon wegen nächtlicher Ruhestörung angezeigt wurde, wie oft er die Kinks und Hus angebrüllt hatte, wie oft er erzählt bekam, sie müssten schlafen und wie oft er sie daran erinnert hatte, dass es nun mal schwachsinnig ist, mit einer Großfamilie in ein Haus im Hafenviertel einzuziehen.
    Seit Homesick und Lzzy Fan Quan Dao verlassen haben hat er nichts mehr von seinen verhassten Nachbarn gehört, doch dürften diese nicht allzu gut darauf zu sprechen sein, dass er sein Haus und ihres gleich mit während eines Stadtfestes angezündet und niedergebrannt hat.

    Harker Boon (Unternehmer, 36 Jahre, lebendig)
    "Kennen" wäre zu viel gesagt, aber in Homesicks Leben nimmt der Erbe der Firma Anchor Management nun mal eine Schlüsselrolle ein. Er war derjenige, den Kenny und Ben damals kidnappten, um ein Lösegeld von 50.000.000 Berry zu erpressen. In den finalen Momenten der Entführung setzte er Ben außer Gefecht, was zu dessen Verhaftung und somit zur Verbannung führte. Ein wirkliches Verhältnis zueinander haben die beiden eigentlich nicht, schließlich ist es 18 Jahre her, seit sie zuletzt miteinander zu tun hatten. Homesick ist es im Grunde egal was mit Harker passiert und dieser ist allerhöchstens schlecht auf seinen ehemaligen Entführer zu sprechen, aber mehr auch nicht.

    Balthasar Brody (Krimineller, 25 Jahre, lebendig)
    Brody gehört normalerweise zu dem Konsortium Menschen, welchem Homesick am liebsten aus dem Weg geht. Überheblich, spöttisch, charmant und jung - alles Eigenschaften, mit denen der alte Brummbär nichts anzufangen weiss. Dazu kommt noch der Fakt, dass der Junge mit der blau-weissen Schirmmütze ein Auge auf Lzzy geworfen zu haben scheint, allein schon das sichert dem jungen Piraten Homesicks Misgunst. Er hasst ihn nicht - er mag ihn einfach nicht. Das einzige, was Ben davon abhält dem Taschendieb den Rücken zu kehren, sind das inständige Bitten seiner Tochter und die Tatsache, dass ihn Brody davon abhielt, den Piratenkapitän Jules mit einem Gewehrschuss zu ermorden. Homesick ist es nicht bewusst, aber tief in sich drin weiss er, dass ihn der Junge vor einem Fehler bewahrt hat und dafür ist er ihm dankbar.

    Triane (Heilerin, 17 Jahre, lebendig)
    Den verfressene und liebenswürdigen Wildfang namens Triane als Freundin von Homesick zu beschreiben, wäre nach allen Regeln der Kunst eine maßlose Übertreibung. Aber Ben hasst das quirkige weißhaarige Mädchen nicht und das ist schon mehr als die meisten Menschen von sich behaupten können. Außerdem sitzt Homesick dem Irrglauben auf, sie und seine Tochter wären beste Freundinnen oder etwas in dieser Art, weshalb er sie vergleichsweise gerne um sich hat. Natürlich hat er dabei nicht bemerkt, dass Lzzy ihre Konkurrentin nicht ausstehen kann und die zwei sich bei beinahe jeder Gelegenheit in die Haare bekommen. Die Hass-Liebe zwischen den zwei entgeht Homesick komplett, also denk er sich: Wenn sie sie mag, mag ich sie auch.

    Victor de Vivar (???, 19 Jahre, lebendig)
    Eine wirkliche Mienung über den Sonderling mit den schwarz-roten Augen, dem blassen Teint und der Mädchenfrisur hat Homesick eigentlich nicht. "Unterbewusste Abneigung" würde es eher beschreiben. Die zwei hatten noch keinen wirklichen Kontakt und die Tatsache, dass er sich an Lzzy ranzumachen scheint, stört ihn überraschender weise kaum. Denn Ben weiss, dass Victor in Lzzys Augen eher ein Spielzeug ist und nicht ihr Typ, also macht er sich dahingehend keine Gedanken. Aber Homeisck hat nun einmal eine tiefsitzende Abneigung gegen gekünstelte, abgedrehte Menschen, die man nur schlecht in Worte fassen kann und da tappt Victor mit seinem sehr unnatürlichen Erscheinungsbbild nun einmal voll in die Falle. Er ist ihm, sofern man das sagen kann, also weitestgehend egal. Bis jetzt, versteht sich, denn Homesick hat so ein schlechtes Gefühl, das sich das noch sehr bald ändern könnte.

    Aaron O' Malley (Pyromane/Arschloch/Navigator, 22 Jahre, lebendig)
    Der Fall Aaron ist für Homesick...schwierig. Die beiden trafen sich in der Kapitänskajüte der Silberschwan zum ersten Mal, nachdem der junge Mann mit den Feuerroten Haaren mit Lzzy flirtete. Wie man sich natürlich denken kann, artete das Stelldichein zwischen den beiden in einer brutalen Prügelei aus, in deren Folge beide sich zu einem blutigen Brei schlugen. In diesem Scharmützel verlor Aaron einen Zahn, den Ben seitdem als Glücksbringer in einer Innentasche seiner Jacke mit sich herumträgt.
    Ben hasst Aaron, mit ganzem Herzen. Doch im Gegensatz zu den meisten anderen Menschen, die Homesick nicht leiden kann, ist da wirklich ein brennender, lodernder Hass, gegen den Rotschopf gerichtet und alles, wa er tut. Das absurde daran ist, dass Homesick selbst nicht weiss, warum er den jungen Mann mit den bernsteinfarbenen Augen so verabscheut. Vielleicht liegt es daran, dass Aaron versucht hat mit Lzzy anzubandeln und es in Zukunft wahrscheinlich auch wieder tun wird - vielleicht daran, dass seine Tochter sich zu dem labilen Feuerteufel tatsächlich irgendwie hingezogen fühlt. Aber irgendetwas, das Homesick zur Zeit noch nicht greifen kann, lässt ihn Aaron noch viel weniger leiden wie einen normalen Verehrer und Kriminellen.
    Das paradoxe daran ist, dass Ben konträr zu dem Hass, den er für Aaron empfindet, den Rotschopf irgendwie mag. Klar, er hat ihm einen Zahn ausgeschlagen und musste mit ansehen wie Aaron die Feuerschwan in seinem Wahn in Brand steckte, doch er fühlt sich mit dem Navigator auf eine seltsame Weise verbunden. Und diese Verbundenheit ist es, die ihn davon abhält, ihn im Schlaf zu erwürgen.


    Geburtsort: Ocala-Stadt
    Geburtsinsel: Ocala
    Geburtsozean: South Blue


    Charaktereigenschaften

    Interessen: Eigentlich würde man es einer so ruppigen und recht eigenbrötlerischen Seele wie Ben nie zutrauen, sich für etwas anderes zu interessieren als sich und seine eigenen Angelegenheiten. Und im Grunde stimmt das auch. Doch je nach Betrachtungsweise, auch nach der eigenen, ist Lzzy ja ein Teil von ihm, wahrscheinlich sogar der bessere. Seine Tochter war diejenige, die wieder Licht in die düstere Welt des Exils gebracht hat, ihn aus der Depression und dem Alkohol holte. Und was wird eine Laterne, wenn man in der Nacht wandert? Genau, sie wird das Zentrum des eigenen Lebens. Dementsprechend liebt Homesick es, Lzzy um sich zu haben, für sie zu sorgen oder auch einfach nur von ihr zu hören. Ist sie glücklich, ist er es meistens auch, ist sie unglücklich, sinkt seine Laune schnell in den Keller.
    Man könnte das gleiche auch mit seiner Haltung seiner Heimat gegenüber erklären. Auf Ocala war Homesick ein glücklicher Mensch, erst als er die Insel verließ, ging es mit ihm bergab. Seine Heimat bedeutet ihm beinahe alles und immer wenn er etwas findet was ihn an die Straßen auf denen er aufwuchs erinnert, schleicht sich ein kleines Lächeln auf sein Gesicht.
    Dass Homesick ähnlich seinen Nächsten gegenüber so denkt, liegt natürlich auf der Hand. Seine Eltern und Kenny – Vila fällt da etwas aus dem Rahmen, da er nicht gut auf sie zu sprechen ist – waren und sind für ihn immer Quellen des Glücks gewesen. Ohne ihre Briefe und den seelischen Beistand gäbe es ihn heute wohl nicht mehr. Dass er den zwei Personen, die ihm im Sweat Home neben Lzzy am nächsten Standen, genauso gegenübersteht, ist somit selbsterklärend.
    Dann sind da natürlich noch die ganz normalen Dinge, die nichts mit seiner Vergangenheit oder irgendwelchen guten oder schlechten Beziehungen zu tun haben, sondern einfach von Natur aus so gegeben sind. Zum Beispiel Bens Affinität für einfache Dinge. Ein Kantenkopf wie Harlot wird sich nur schwer jemals mit etwas anfreunden können, was nicht unebdingt nützlich oder sonst irgendwie im einfachsten Rahmen als „gut“ zu erklären ist. Beim Kochen, einem Hobby, dass er auf Fan Quan Dao aus der Not heraus zum Beruf machen musste, äußert sich das am offensichtlichsten: Sachen, die einfach zuzubereiten sind und auf den ersten Blick auch irgendwie bodenständig sind – Pfannkuchen, Steak, Käsetoast Schinken, Brathähnchen – das sind die Sachen, die er gerne isst, und die er dann auch selbst zubereitet.
    Genauso gerne hat Homesick aber auch seine Ruhe. Das bedeutet jetzt nicht, dass er sofort anfängt an die Decke zu gehen, wenn es mal ein paar Stunden sehr lärmig um ihn herum sein sollte. Es ist eher so zu verstehen, dass er die Ruhe nach und vor dem Sturm dafür umso mehr zu schätzen weiß, und so etwas in vollen Zügen genießt.
    Das Angeln ist ein Auswuchs dieser Charaktereigenschaft. Dabei kann er sich entspannen und in Ruhe nachdenken, die aufgewühlten Gedanken klären in seinem Kopf auf wie die Luftblasen in einer Sprudelflasche, die unter Druck stand.
    Auch wenn man es nicht vermuten könnte, ist an Kennys und Vilas Bruder ein durchaus musikalischer Geist verloren gegangen. Schon als Kind hat Ben gerne Musik gehört und konnte in seiner Kindheit sogar etwas Violine spielen – wenn auch nicht sonderlich gut. Das Talent ist über die Jahre hinweg verkümmert und heute, Anfang 40, wird er es wohl nie zu einem Musikus bringen. Trotzdem ist der Kern der Leidenschaft erhalten geblieben und wenn es ganz still ist und man ihm heimlich zuhört – wird man ihn eine schöne Melodie summen hören und ganz, ganz selten sogar leise singen hören. Die einzige Person, die das bisher geschafft hat ist Lzzy, die von ihm Lieder zum Einschlafen vorgesungen bekam, als sie klein war.

    Abneigungen: Was hassen Väter mehr als alles andere? Genau: Wenn jemand ihre Töchter bedroht. Ginge es nach Homesick, würde er Lzzy in einem Turm einsperren und sie denjenigen heiraten lassen, der ihn im Zweikampf besiegt. Aber dummerweise hat Lzzy ihren eigenen Kopf und lebt auch nicht im Mittelalter, also muss Ben zusehen, wie er sie sonstweilig beschützen kann. Es ist jetzt nicht so, also ob er jeden Schritt seiner Tochter sorgenvoll überwachen würde – sie kann sich sehr gut selbst verteidigen, und das weiß er auch – aber sollte sich tatsächlich eine echte Gefahr einstellen oder jemand Lzzy körperlichen oder seelischen Schaden zufügen. Nun ja, dann nimmt sein Gesicht ganz schnell die Farbe einer Tomate an.
    Aus genau diesem Grund hat Ben auch aufgehört zu trinken. Als er nämlich Lzzy kennen lernte, hing er selbst noch ziemlich lange an der Flasche. Bis zu einem Vorfall, bei dem er im Vollrausch einmal um sich schlug und seine eigene Tochter verletzte. Seit diesem Tag hat Homesick nie wieder auch nur einen Tropfen Alkohol getrunken und weigerte sich zunächst auch, überhaupt welchen in seiner Kneipe auszuschenken. Letzteres musste er aufgeben, da er sonst pleite gegangen wäre, aber der Hass auf den unkontrollierten Konsum von Schnaps und Bier ist geblieben. Es ist dieser Fehler, als auch die Verfehlungen auf Ocala, für die sich Homesick heutzutage schämt. Er macht sich immer wieder Vorwürfe, in die Kriminalität abgedriftet zu sein, die Entführung begangen zu haben und alles, was damit zu tun hatte. Einerseits ist er natürlich glücklich, dass das Schicksal ihn so behandelt hat, denn sonst hätte er Lzzy nie von der Straße holen können, aber trotzdem hasst sich Harlot schon etwas selbst für das, was er getan hat.
    Bei diesen ganzen Erinnerungen kommt natürlich auch immer die an seine Schwester hoch, Hand in Hand mit leichter Übelkeit und dem Geschmack von Galle auf der Zunge. Den Schock, dass Vila damals im Gerichtssaal auf Ocala gegen ihn aussagte und er deshalb von der Insel verbannt wurde, hat er nie ganz verkraftet. Dementsprechend bitter ist sein Tonfall, wenn er auf seine Schwester angesprochen wird.
    Die Schreib- und Leseschwäche, die dem Mann mit dem breiten Kreuz in seiner Vergangenheit schon öfters zum Verhängnis geworden ist, ist noch so etwas, worauf Homesick nicht sonderlich gut zu sprechen ist. Schließlich kann er nicht einmal ein Straßenschild lesen, ohne dass sich die Buchstaben vor seinem inneren Auge vertauschen und zu hundertprozentigem Mumpitz werden. So kam es, dass zuerst ein eingeschüchterter Postangestellter, dann ein genervter Caruso und schließlich die kleine Lzzy fast alles aufschreiben mussten, was Homesick in seinen Briefen an die Heimat schreiben wollte. Die ersten Briefe, welche er noch selbst schrieb, gingen aus Versehen an eine Insel namens Ohara, wo ein gewisser Professor Gabelbart sich wunderte, warum ihm denn ein Kleinkind unlesbare Briefe zuschickt.
    Letztendlich bekam auch Lzzy ihren seltsamen Namen nur daher, weil ihr Vater bei dem Antrag auf Adoption das „i“ in ihrem Namen vergaß. Wenn seine Tochter ihm mal wieder vorhält, dass sie nur wegen ihm drei aufeinander folgende Konsonanten im Namen hat, verflucht Ben sein Untalent noch mehr als sonst.
    Wer die Beschreibung der Hus und der Kinks gelesen hat, dürfte ahnen, wie gut der Exilant auf seine „neue Heimat“ und deren Bewohner zu schätzen ist. Obwohl Fan Quan Dao eine eigentlich so wundervolle Insel mit freundlichen Leuten ist, hat es Homesick geschafft, es sich mit fast allen Leuten, denen er begegnet ist, zu verscherzen. Mit der Zeit wurde er dann immer Frustrierter und einfach alles, was ihn an diese Insel erinnerte – abgesehen von Lzzy, Caruso und Baba Jaga – zieht seine Laune gen Nullpunkt.
    In Ben Harlot steckt trotz seiner vielen Fehler das Potenzial zu einem großen Krieger. So würde er sich selbst zwar nie bezeichnen, aber es gibt einige Anzeichen dafür, dass es so ist. Stärkster Indikator in dieser Sache ist seine Vorstellung von Ruhm und Ehre. Leute, die andere Menschen im Stich lassen oder diese trotz eines Versprechens im Stich lassen sind bei ihm unten durch.

    Mag:
    - Lzzy & das Dasein als Vater
    - Ocala
    - Seine Familie
    - Baba Jaga und Caruso
    - Hausmannskost und kochen
    - Seine Ruhe
    - Die Freiheit & Angeln
    - Musik

    Hasst:
    - Wenn jemand ein „Gefahr“ für Lzzy darstellt
    - Alkohol und Trunkenbolde
    - Seine Fehler in der Vergangenheit
    - Seine Schwester
    - Seine Schreib- und Leseschwäche
    - Fan Quan Dao, seine Nachbarn, und allg. alles, was damit zu tun hat
    - Feiglinge & Prinziplose

    Persönlichkeit: Man kennt ja das Sprichwort „Harte Schale, weicher Kern“. Diese vier Wörter stecken schon einmal grob das Gebiet ab, in welchem sich Homesicks Persönlichkeit in der Regel aufhält. Wortkarg, eigenbrötlerisch und grob, so würde eine Person Ben beschreiben, wenn sie ihn beim Speed-Dating kennen gelernt hätte. Ein Beispiel aus seinem Verhaltensmuster: Der durchschnittliche Mensch gibt am Tag um die 17.000 Wörter von sich – geschlechtstunabhängig. Homesick hingegen kommt in der gleichen Zeit mit 2.000 Wörtern aus, Tendenz stark fallend. Faustregel hierbei: Es wird erst geredet, wenn man nicht mit seinen Taten sprechen kann. Geht das mal nicht, dann fasst man sich so kurz wie möglich. Oneliner und kurze, knackige Schlagwörter sind die allererste Wahl.
    Aus diesem Verhalten kann man natürlich direkte Rückschlüsse auf das Wesen dieses Menschen schließen. Es liegt beispielsweise auf der Hand, dass sich jemand, der nicht gerne spricht lieber im Hintergrund agiert und nicht gerade scharf darauf ist, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Das soll nicht heißen, dass sich Homesick vor Konfrontation und Zwist scheuen würde. Es ist eher so zu verstehen, dass er immer die einfachste Lösung sucht und bei der Suche nach jener die Hände den Lippen vorzieht. Kommt dann doch mal ein Wort durch das halb verkümmerte Sprechorgan, ist es meistens die ungeschönte Wahrheit. Mit Diplomatie, Euphemismen, Rhetorik und dergleichen kann Ben nichts anfangen, wahrscheinlich weiß er nicht einmal, was „Euphemismus“ überhaupt bedeutet. Um ein Problem zu lösen, so Homesicks Denkmuster, muss man das Problem angehen und nicht damit spielen. Ist die Lage aussichtslos? Dann sagt man das halt. Will jemand unbedingt seine Meinung zu einer Hose haben, in der besagter jemand fett aussieht? Dann ist er eben fett, klappe zu, Katze tot. Dabei macht sich Harlot auch nur seltenst Gedanken darüber, welche Auswirkungen seine Worte auf andere haben könnten. Und wenn doch, dann schert er sich nicht darum.
    Glücklicherweise kommt es aber nur selten zu solchen Situationen. Warum? Ganz einfach, weil Lzzys Vater niemand ist, mit dem man sich gerne unterhalten möchte, und er sich auch nicht mit anderen. Stellt euch vor, ihr trefft einen riesigen Muskelberg, gekleidet in Leder, Jeans und eine Basecap. Mit Armen wie Wasserrohre und Augen, die einfach nur Sorge ausstrahlen. Würdet ihr diesen Typen ansprechen? Eben. Viele empfinden den Hünen aus dem South Blue als Misanthropen, also als jemanden, der im allgemeinen nicht gerne mit Menschen zu tun hat und diesen besser aus dem Weg geht. Diese Einzelgängerattitüde Bens hat sich vor allem in der Zeit nach der Verbannung aus Ocala ausgebildet, obwohl er davor schon nicht allzu gesellig war. Man mag sich gar nicht ausmalen wie es heute um ihn stünde, wäre Lzzy nicht aufgetaucht und später Caruso und Baba Jaga.
    Dem geduldigen Betrachter aber, dem es gelingt, unter dieses ruppige und dicke Fell eines Einzelgängers zu schauen, dem offenbart sich darunter ein großes und warmes Herz. Es gibt nur wenige, die diese Seite kennen, und selbst bei diesen Leuten variiert die Offenheit zueinander. Man nehme Caruso und ein paar wenige andere aus Fan Quan Dao: Sie sind Leute, die Ben gerne um sich hat. Er redet mit ihnen mehr als nur unbedingt nötig ist, macht ab- und zu Scherze und so was. Er setzt sich sogar für sie ein und sorgt sich um ihre Probleme, denn sie sind ihm trotz allem schon wichtig. Aber wirklich tief ihm verbunden sind beide nicht. Dann kommt die zweite Kategorie: Familie. Um von Homesick als solche angesehen zu werden, muss man nicht unbedingt mit ihm verwandt sein, Baba Jaga und Lzzy sind dafür die besten Beispiele. Um zu diesem auserkorenen kleinen Kreis zu gehören, muss man Ben nun schon länger kennen als ein paar Tage und man muss auch schon etwas mit ihm gemacht haben, was die zwei verbindet. Ein Kampf, mit- oder gegeneinander, ein tieferes Gespräch, eine dramatische Situation, oder – wie in Lzzys Fall – einfach eine sehr lange Zeit miteinander leben. Sollte man einmal einen solchen Status erreichen, kann man sich Glücklich schätzen. Denn seiner Famile gehört Homesicks ewige Treue. Harlot ist in die Hölle gegangen damit sein Bruder nicht ins Gefängnis muss und ist dort geblieben, um Lzzy ein halbwegs angenehmes Leben zu ermöglichen. Für die, die er liebt, würde der Brummbär alles tun, selbst wenn das bedeuten würde, dass er dafür aus seiner Höhle aus Einsamkeit und Verschlossenheit zu kriechen.

    Lebensziel: Was Homesick will, erklärt sich schon an seinem Spitznamen: Er will nach Hause. Nach Ocala, wo er hingehört und wo heute noch sein Herz schlägt. Aber da die Hoffung, je wieder heimzukehren, im Laufe der Jahre immer weiter geschrumpft ist, konzentriert er sich heutzutage hauptsächlich darauf, ein guter Vater für Lzzy zu sein, und ihr die Welt zu zeigen. Dass es ihr größter Wunsch sein würde unter einer Piratenflagge zu segeln macht Homesick jetzt alles andere als froh, aber so hat er wenigstens eine Aufgabe. Und eine glückliche Lzzy bedeutet ebenso einen zufriedenen Homesick. Meistens jedenfalls.

    Stärken und Schwächen

    Stärken: Stärke? Stärke! Es hat seinen Grund, weshalb Homesick aus 8 von 10 Kneipenschlägereien siegreich hervorgeht, und dieser Grund heißt Muskelschmalz! Eigentlich offensichtlich, so bullig, wie er aussieht, aber nicht alleinverantwortlich. Der andere Grund, warum Ben aus den Keilereien meistens mit halbwegs heiler Haut herauskommt, ist sein Köpfchen. Ja, Homesick ist nicht dumm. Er ist nicht gebildet – wie auch, wenn er kein Buch lesen kann – aber er ist, wie man so schön sagt, straßenschlau. Und eine schnelle Kombinationsgabe kommt damit einher. Was bringt es schließlich, 10.000 Volt in den Armen zu haben, wenn oben kein Lämpchen brennt?
    Den sturen Kopf, den sich der Exilant mit seiner Schwester teilt, besitzt er schon seit seiner Kindheit. Wenn es etwas zu erledigen gibt, dann wird das erledigt. Und wenn man es nicht erledigen kann, dann wird eben so lange an der Problemquelle rumgeschraubt, bis es endlich klappt. Selbst wenn besagtes Problem eine Eiche oder eine Mauer sein sollten.
    Diesem zum Trotz ist Homesick ein erstaunlich guter Geschäftsmann. Er mag nicht lesen können, aber mit Zahlen umgehen kann er, und dass er den richtigen Riecher hat er ja, wie schon erwähnt. Glaubt ihr nicht? Wer sonst hätte auf Fan Quan Dao, einer Hochstätte der Kultur im East Blue, eine Hafenschenke mit einem billigen Hotel durchbringen können? Und das bei nervigen Nachbarn und ganze 11 Jahre lang?
    Was Ben Harlot als Menschen jedoch am stärksten macht, sind weder Kampferfahrungen noch sein Dickschädel. Manch einer mag es zwar nicht unbedingt als ein Talent oder als etwas positives ansehen, aber Homesick ist unabstreitbar ein verdammt guter Vater. Er würde sich einen Arm ausreißen um für Lzzys Glück zu sorgen, nötigenfalls würde er einen Gegner mit besagtem Arm noch in die Vernunft einprügeln, wenn er nur wüsste, das es das ist, was das beste für die Zukunft seiner Tochter ist. Dieses Durchhaltevermögen hat ihn auch zum Leben auf Fan Quan Dao gebracht, obwohl er diese Insel von ganzer Seele aus verabscheut. Warum er geblieben ist? Weil Lzzy hier ihre Freunde hatte, es hier eine gute Schule und einen Job gab, der den beiden das Geld einbrachte. Man sollte allerdings erwähnen, dass dieser Aufopferungswille und diese dehnbare Schmerzensgrenze nur auf Lzzy bezogen anzuwenden sind. Einen Gegner, den er besiegt, weil er dadurch seine Adoptivtochter retten kann, würde Ben im Normfall, also ohne diesen Motivator, nie kleinkriegen. Selbst wenn dieser ihn sonst umbringen würde.

    Schwächen: Größtes Manko in allen Kämpfen von Homesick war ihm stets seine Ungelenkigkeit. Sicher, er ist ein Mensch gewordener Felsbrocken, aber wie soll sich dieser Stein denn bitte am Rücken kratzen? Und wenn da ein Gegner auf seinem Rücken wäre? Nun, er könnte ihn nicht erreichen. Ben kann sich gerade noch so am Nacken und am A**** kratzen, alles was dazwischen liegt, sind für ihn weiße Flecken auf einer sonst gut eingeprägten Landkarte. Oh, da liegt ein 100-Berry-Schein auf dem Boden? Pech gehabt, Großer, du musst in die Knie gehen, denn anders kommst du mit deinen Pranken nicht auf den Boden.
    Auf Platz zwei der größten Hindernisse aller Zeiten, direkt nach der Beweglichkeit eines Ankers, kommt die berühmte Rechtschreibschwäche, die Lzzy ihren seltsamen Namen einbrachte. Er hat es versucht, er hat sich immer und immer wieder angestrengt es zu lernen, aber die Welt der Wörter hat sich Homesick schon immer auf brutalste Art und Weise verschlossen. Und schlägt bisweilen auch zurück. Liest Ben Straßenschilder, scheinen die Symbole darauf zu tanzen, ließt er eine Speisekarte, steht da für ihn statt „Steak halb durchgebraten“ beispielsweise „Schnecke hart am breakdancen“. Er kann also in schriftlicher Form nicht kommunizieren, kein noch so kleines Stück. Selbst „Ja“ würde er falsch schreiben und lesen. Versucht er doch mal wieder, ein Buch zu lesen, wird sein Kopf dunkelrot und von der Stirn fallen Schweißtropfen in der Größe von Patronenhülsen.
    Sein unendlicher Sturkopf aber verhindert, dass er jemals damit aufhören würde, es zu versuchen. Das mag in einigen Situationen gut sein, weshalb man es auch als Stärke ansehen mag, aber immer wieder kommt Homesick an Situationen, in denen es mehr Leid erschafft, als gutes tut. Jeder hat ein System, das nicht funktioniert, wie das Sprichwort so schön sagt.
    Aus diesem Grund sagt man Homesick auch nach, er wäre voller schlechter Ideen. Zwar stimmt das nicht ganz - Lzzy und das Sweat Home sind jetzt wirklich keine dummen Einfälle - aber tatsächlich fallen dem Mann aus Ocala oft Dinge ein, über die andere nur den Kopf schütteln können.
    Das und seine kernige wie auch wortkarge Art, machen Ben für die meisten zu einer absolut ablehnenswerten Person. Auf Ocala war er ja noch halbwegs normal, doch beginnend mit der Verbannung aus der Heimat hat sich Harlot immer mehr zum einsamen Wolf gemausert. Wer eine Frage stellt, bekommt sie beantwortet. Smalltalk? Komplimente? Soziale Umgangsformen? Weg da! Da grenzt es fast an ein Wunder, dass es Homesick in fast elf Jahren ganze drei Leute gefunden hat, die ihn als ihren Freund bezeichnen würden. Das knüpfen von Kontakten überlässt er gerne seiner Tochter, und deren Bekannten bleibt er dann als ihr grummeliger Dad in Erinnerung. Wenn er Glück hat. Nur die Leute mit Geduld, die bereit sind, über diese abweisenden Eigenschaften hinwegzusehen, kommen in ein längeres Gespräch mit ihm, oder besser umgekehrt.
    Erschwerend kommt noch hinzu, dass die meisten Leute einfach Angst vor Bens äußerer Erscheinung haben. Die Narben und die tiefen Augen haben im Zusammenspiel schon so manches Kleinkind und schon den ein- oder anderen Teenager zum weinen gebracht, auch wenn Homesick ihnen überhaupt nichts böses wollte. So bleibt er dazu verdammt, für oberflächige Personen ein zwielichtiger Schläger und übler Schurke zu sein.
    Ebenso wie sein Dickschädel Fluch und Segen zugleich ist, hat auch Bens Vaterliebe Schattenseiten. Würde ein Schurke Lzzy gefangen nehmen und im Austausch für ihr Leben etwas von ihm verlangen – er wäre der Gnade des Kidnappers auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Es gibt’s nichts, was Ben in einer solchen Situation unversucht lassen würde. Müsste es sein, würde er sich sogar selbst das Leben nehmen, wenn er nur wüsste, dass er das seiner Tochter im Gegenzug dafür retten könnte.

    Klassen

    Kampfklasse: Krieger
    Jobklasse: Koch

    Biographie

    Vor...
    • ...46 Jahren: Vila kommt auf die Welt
    • ...41 Jahren: Ben Harlot jr. wird geboren
    • ...38 Jahren: Kendrick "Kenny" Harlots Geburt
    • ...19 Jahren: Die Harlot-Brüder fangen an, die Geiselnahme zu planen
    • ...18 Jahren: Die Geiselnahme geht schief, Homesick wird verbannt
    • ...17 1/2 Jahren: Ben eröffnet das Sweat Home auf Fan Quan Dao
    • ...16 Jahren: Lizzy wird geboren
    • ...15 Jahren: Caruso setzt sich zur Ruhe und zieht nach Fan Quan Dao
    • ...11 Jahren: Lizzy bestellt Erdbeermilch
    • ...9 Jahren: Homesick adoptiert "Lzzy"
    • ...7 Jahren: Nach einem Besäufnis hört Ben für seine Tochter auf zu trinken
    • ...3 Jahren: Baba Jaga verlässt kurzzeitig die Nightwitches
    • ...5 Monaten: Sie tritt den Nightwitches wieder bei
    • ...4 Wochen: Caruso geht nach Ocala und fängt wieder als Agent der Weltregierung an
    • ...3 Wochen: Homesick und Lzzy Harlot verlassen Fan Quan Dao

    Mittwoch ist auf Ocala für gewöhnlich Ruhetag, einfach aus dem Umstand, weil man bereits die Hälfte der Woche hinter sich hat. Einmal war das nicht so, nämlich am 3. August vor 41 Jahren. Da durchbrachen Gelächter, das Klirren von Gläsern und Glückwünsche die Stille der Hafenstadt. Und Kindergeschrei. Alle scharten sich um das Haus der Harlots und Ben Harlot war voll damit beschäftigt, die Leute aus dem Haus zu halten um seiner Frau Ruhe zu gewähren. Auf die Frage, ob sein zweites Kind Junge oder Mädchen geworden wäre und wie es heißen würde, antwortete er stets damit, dass er nun Ben Harlot Senior hieße.
    Die Zeit verging so schnell wie Ben Harlot Junior wuchs. Es zeichnete sich bereits ab, dass er ein ziemlich stattliches Kerlchen werden würde, als er drei Jahre nach seiner Geburt einen kleinen Bruder namens Kendrick bekam. Kendrick...das klang zu kompliziert für einen Dreijährigen, also nannten er und seine Schwester Vila ihn einfach Kenny. Der kleine Kenny war ein aufgewecktes und munteres Kerlchen mit einem guten Draht zu seinem Bruder. Sobald der jüngste Harlot laufen konnte, stellten die gemeinsam nichts als Unsinn an. Das Duo war perfekt: Ben fungierte als Anführer und Muskel der Gruppe, bestimmte wo es langging, Kenny hingegen war der Denker – er nannte sich selbst gerne Vizehauptmann – und Diplomat der Gruppe. Als klar wurde, dass er im Gegensatz zu seinem Bruder lesen konnte, übernahm er die Organisation sämtlicher Missetaten der beiden. Vila machte bei den Aktionen nur selten bis nie mit, dafür war sie bereits zu alt und zu anständig. Und wenn ihre Brüder den Bogen einmal überspannten, verpasste sie jedem eine Kopfnuss, die sie dann für einige Zeit ruhig stellte.

    So vergingen die Jahre recht schnell. Es zeichnete sich, wie die Zeit verging, immer mehr ab, wie sehr Kenny und Ben die Vernunft fehlte. Als Vila zu Polizei ging, planten die inzwischen halbwüchsigen mit ihrer Clique bereits erste Taschendiebstähle und träumten davon, große Piraten zu werden wie die, die man auf den Steckbriefen in der Zeitung sah. Benny hielt sie damals für Poster zum Ausschneiden und Aufkleben, denn die Buchstaben, welche die Piraten als blutrünstige Monster ausschilderten, ergaben für ihn nie einen Sinn.
    Der Fall in die Kriminalität war fließend. Aus Spielen wurden Streiche, aus Streichen wurden kleinere Taschendiebstähle. Klein wurde zu groß und ihren ersten Raubüberfall vollführte der Junior mit zarten 17 Jahren. Es war wahrscheinlich die Leseschwäche, die ihn in zu immer riskanteren und illegaleren Taten trieb. Ohne lesen und schreiben zu können fand man schlecht einen Job und das einzige, was übriglieb waren die Fischerei und die verlockend schiefe Bahn. Seine Eltern beobachteten den Werdegang ihrer Söhne mit großer Sorge, doch sie ahnten nicht einmal ansatzweise, wie tief die beiden tatsächlich im Schlamm steckten.

    Die Idee zur Geiselnahme kam Kenny und gemeinsam arbeiteten sie den Plan ein Jahr lang aus. Ziel war der Kopf vom Anchor Management: Harker Boon. Sie würden ihn auf einem seiner Spaziergänge am Strand überwältigen, hinter einem Felsen, wo sie vor fremden Blicken geschützt wären. Dann käme der Sohn des Firmenchefs in eine verlassene Lagerhalle, wo sie ihn gefangen halten würden, bis man ihnen 50.000.000 Berry in eine bestimmte Stelle in der Kanalisation der Stadt gestellt hätte. Das Wasser sollte das abgedichtete Paket forttragen und zu einem Gitter schwemmen, wo sie es dann irgendwann abholen konnten.Soweit der Plan.

    Die offizielle Version des Vorfalls, so wie sie zu den Akten gelegt wurde, lautete wie folgt:
    Am Dienstag, den 4. Juli, sollte die Übergabe des Geldes und die Freilassung der Geisel geschehen. Nur durch den Mut von Harker Boon, dem es gelang seinen Entführer beim Lösen seiner Fesseln zu überwältigen, konnte der gemeine Verbrecher und Missetäter Ben Harlot Junior, Sohn von Celia und Ben Harlot Senior, gefangen genommen werden. Er wurde gefasst und der Marine übergeben, das Lösegeld ging jedoch auf ewig verloren.
    Soweit sind die Vorkommnisse vom 4. Juli jedem bekannt, selbst Harker und der Marine. Nur zwei Leute, Kenny und Ben, wissen jedoch, was wirklich passiert war:
    Die zwei Brüder hatten sich für ihren großen Tag aufgeteilt: Während Ben den geknebelten und gefesselten Erben von Anchor Management freilassen sollte, wollte Kenny in der Kanalisation die Beute sichern. Das Gitter jedoch, an welches die Tasche mit den 50.000.000 Berry geschwemmt werden sollte, war nicht da. Es war tags zuvor abmontiert worden, da es bereits zu stark verrostet war und sollte den kommenden Freitag ersetzt werden. Kenny und sein Bruder wussten jedoch nichts von dieser Aktion und so schwamm die Tasche einfach mit der Strömung aufs offene Meer hinaus, wo sie spurlos verschwand. Unterdessen überwältigte Harker Ben mit einer Kopfnuss, als dieser sich runterbeugte, um ihm die Fußfesseln zu lösen. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte.
    Es war Glück im tiefsten Unglück, dass die Brüder nie gemeinsam gesehen wurden und Kenny zum Zeitpunkt von Bens Verhaftung in der Kanalisation steckte. So wurde allein der ältere Bruder für die Tat beschuldigt und eine Mitschuld von Kenny wurde nie von irgendwem in Betracht bezogen.

    Der Gerichtstermin ist bis heute der unglücklichste Tag in Homesicks Leben. Ihm wurden nicht nur Freiheitsberaubung, Geiselnahme und Erpressung zur Last gelegt, obendrein war er auch noch für den Niedergang von Anchor Management verantwortlich. Hätte er die 50.000.000 Berry zurückgeben können, wäre der Junior vielleicht mit einigen Jahren im Gefängnis davongekommen. Aber das Geld war verloren und Anchor Management, und somit die ganze Insel, in einer tiefen finanziellen Krise.
    Das war der erste Knacks in Homesicks Herzen. Gebrochen wurde es erst, als seine Schwester Vila in den Zeugenstand gerufen wurde. Zu dem Zeitpunkt, in dem sie durch den Saal schritt, waren sich Ben und Kenny noch sicher, dass sie ein Alibi für ihn vorlegen und ihm so den Hals retten würde. Aber dem war nicht so. Stattdessen ließ sie ihren Bruder im Stich und sagte wahrheitsgemäß aus, dass er an jenem tag nicht zuhause gewesen war. Sie sagte, dass er schon immer einen Draht zur illegalen Seite hatte und es auch nicht verwunderlich war, dass er so etwas getan hatte. Dass Kenny den selben Draht hatte und sie sich durchaus vorstellen konnte, dass er die Sache mitgeplant hatte, verschwieg sie aber. Somit waren für den Junior zwei Dinge klar: Erstens war Vila ihre Karriere bei der Marine wichtiger als ihr kleiner Bruder, zweitens war er nun unwiderlegbar schuldig.
    Darauf folgten zwei Fragen: Die eine war, ob noch andere Leute an der Tat beteiligt waren, die andere war, was er schlimmer finden würde: Exil oder Gefängnis bis zum Tod. Er antwortete damals mit „Nein, ich hab’ das für mich selbst getan“ und „Der Tod wäre schlimmer, als meine Heimat zu verlassen“. Der Richter verlas direkt danach das Urteil. Es lautete: Exil auf Lebenszeit. So starb Ben Harlot und die Geburt von Homesick begann.

    Bevor Ben seine Heimat verließ, durfte er nach dem Urteilsspruch des Richters noch ein einziges Mal durch die Straßen von Ocala gehen, in Begleitung eines Marinesoldaten der auf ihn aufpasste natürlich. Er ging nicht sonderlich lange herum und hielt sich kurz. Jeder Schritt auf diesen Straßen hätte sein Heimweh nur noch verstärkt, also beschränkte sich der Verurteilte auf einen einzigen Besuch: Den in einem Souvenirshop. Ironischerweise wurde der Laden von Anchor Mangement betrieben, aber in dem Moment war das Homesick grade egal. Er ging in den Laden und kaufte sich genau zwei Artikel. Rote Stoffschuhe von einem Schuster aus Ocala, einfach weil er die bisher immer hier gekauft hatte und zudem ein neues Paar brauchte, und noch eine Mütze. Es war eine einfache Basecap, dunkelgrün und ebenfalls mit dem Logo von Anchor Management darauf. Er kaufte beide Sachen von dem wenigen Geld, dass seine Eltern und Geschwister für seine Reise zusammengelegt hatten, und verließ den Laden. Zu dem Zeitpunkt, an dem er die Türschwelle des Ladens überschritt, schwor sich Ben zweierlei: Er würde das Preisschild seiner Kappe niemals abmachen, denn so würde die Garantie verlischen und wenn er irgendwann einmal zurückkehren sollte oder dürfte, dann würde er zu aller erst in genau diesen Laden gehen, dem Verkäufer die Mütze hinhalten und das Rückgeld verlangen. Das würde sein größter Triumph sein.

    Das Passagierschiff brachte ihn dann nach Fan Quan Dao. Die Entscheidung war zufällig gefallen, auf die Frage wohin er verfrachtet werden sollte, wussten weder er noch der Richter eine Antwort, also buchte der Mann von der Marine, welcher ihn begleitete, einfach das nächst beste Passagierschiff. Zum Zeitpunkt seiner Verbannung war er erst 23 Jahre alt.
    Bevor er auf die kleine, idyllische Insel im East Blue kam, hatte sich Ben Harlot Junior die Hölle etwas klassischer vorgestellt. Mit Flammen und Teufeln und so. Aber dass seine persönliche Hölle aus nervenaufreibenden Nachbarn, einer für ihn langweiligen Kultur und vor allem dem Heimweh bestehen würde – auf diese Idee wäre er nie gekommen.
    Der Aufbau einer neuen Existenz gestaltete sich schwierig. Auf Ocala hatte Ben nie einen anständigen Beruf gelernt, wie auch, mit seiner Rechtschreibschwäche wollte ihn ja niemand haben. Jetzt aber stand er ziemlich mittellos da, mit nichts als seinem Gepäck und dem wenigen Geld, dass seine Familie für ihn zusammengelegt hatte. Vila hatte ihn vielleicht verraten, aber wenigstens hatte sie ihm ein Bündel Scheine hinterlassen, damit er nicht verhungern würde. So zog Homesick einfach in ein Reihenhaus direkt im Hafenviertel, richtete sich eine Küche und eine Kneipe ein und nannte es „Home Sweet Home“. Jedenfalls wollte er es so nennen, aber besagte Rechtschreibschwäche funkte ihm wieder dazwischen, und so wurde das neue Zuhause zum „Sweat Home“.
    Und Ben hasste es. Jede. Einzelne. Sekunde. Die ersten drei Jahre waren die schlimmsten. Tagsüber hing er todunglücklich in der Gegend herum, zu dieser Zeit schlief er fast nur zwei Stunden täglich. So wie sich seine Augenringe tiefer in den Schädel gruben, desto verbitterter wurde Homesick. Ein kleiner Lichtblick in dieser Zeit war ein junger Mann namens Caruso, der sich bei ihm eingemietet hatte und ihm finanziell unter die Arme griff. Er wurde so etwas wie Bens Freund, der einzige, den er in dieser Zeit hatte - Und der ihm außerdem seinen Spitznamen verlieh. Ben war nun endgültig Homesick. Sieben Jahre nach der Verbannung aus der Heimat dann stand Kennys Bruder kurz vor dem Selbstmord. Morgens stand er nur noch auf um etwas zu essen, und er arbeitete nur noch, um sich das Essen kaufen zu können. Den Rest seiner Zeit schwelgte der einst so stolze und fröhliche Mann entweder in Erinnerungen an die Vergangenheit, oder er überlegte sich, ob er sich nicht einfach einen Strick nehmen sollte, um die ganze Sache zu beenden.

    Lzzy kam ganz unerwartet. Homesick kannte das kleine Mädchen bereits flüchtig, sie war eines der Waisenkinder, die tagsüber immer am Pier spielten. Er sah sie um die Mittagszeit immer vor dem Sweat Home rumtollen und er wünschte sich dann nichts sehnlicher, als dass jemand diesen Bälgern mal Respekt beibringen würde. Plötzlich stand eines dieser Kinder aber vor ihm und verlangte etwas von ihm. Sie bat nicht höflich darum, sie verlangte es. Und obwohl der verbitterte Mann sie wegschickte, kam sie wieder. Bittete frech um etwas zu trinken und zu essen und legte ein paar Knöpfe auf den Tresen, um zu bezahlen. Wer hatte so etwas schon erlebt?
    Danach besuchte die Kleine, die, wie sich herausstellen sollte, Lizzy hieß, immer öfter den Laden des Gramsacks, wie die Kinder von Fan Quan Dao ihn nannten. Keiner verstand warum sie das tat, Homesick auch nicht, aber immer wenn sie Geld hatte, kam sie in die heruntergekommene Hafenkneipe und bestellte eine Erdbeermilch und zwei Kaugummis. Und immer öfter schenkte der Gramsack dem Mädchen das, was sie wollte, bis sie schließlich umsonst aß und so oft hier übernachten durfte, wie sie wollte, wenn im Waisenheim mal die Heizung ausgefallen war. Die Beiden kamen sich mit der Zeit immer näher, Caruso war nach zwei Jahren der erste, der scherzhaft zu seinem Freund meinte, wann seine Tochter denn mal wieder vorbeischauen würde. Dieser einfache Witz war die Initialzündung für das beste, was Homesick und Lizzy jemals passiert war. Er adoptierte sie eine Woche darauf – er schrieb ihren Namen zwar falsch, aber das war den beiden egal – und von nun an wohnte Lzzy ganz offiziell im Sweat Home. Mit dem Geld, das Ben inzwischen hart erarbeitet hatte, konnte er es sich mittlerweile leisten, ein heranwachsendes Kind großzuziehen. Vater und Tochter waren ein eingespieltes Team, Caruso bemerkte schnell, wie gut die Anwesenheit des Mädchens seinem Freund tat. Er dachte seit dem Tag, an dem sie das erste Mal Erdbeermilch verlangt hatte, nicht mehr an Suizid und die dunklen, von Heimweh getrübten Augen sahen mit der zeit nicht mehr ganz so gruselig und unausgeschlafen aus. Das war doch was.
    Wie die Zeit verging, fand sich Homesick mit seinem neuen Leben ab. Er hasste es immer noch mit jeder Faser seines Seins, aber nun hatte er einen Grund, das alles durchzumachen. Er stand nicht mehr nur auf, um nicht den Hungertod zu sterben, sondern nun auch, um für seine Tochter da sein zu können. Und die Muskelpartien, welche man zum lächeln brauchte waren, wie er selbst überrascht feststellte, noch nicht vollkommen verkümmert.

    Einer der wichtigsten und zugleich such düstersten Momente im Leben der zwei war der Tag, an dem Homesick sich schwor, nie wieder zu trinken. Zuvor hatte der Barkeeper mindestens dreimal in der Woche bis zur Besinnungslosigkeit besoffen. Lzzy hasste diese Abhängigkeit ihres Vaters wie die Pest, aber es war nun einmal eine Sucht und so etwas bekam man nicht einfach mit ein wenig gutem Willen weg. Es war nicht so, dass Homesick es nicht versuchte, den Alk loszuwerden, doch das ritt ihn nur noch tiefer in die Miesere. Je mehr er vor der Sucht davon lief, umso härter traf ihn der Frust, es wieder getan zu haben. Diese Resignation führte dann wieder zu Alkoholexzessen - Und die Spirale drehte sich weiter.
    So kam es, dass Ben an einem Freitagabend, an dem es ihm besonders dreckig ging, wieder einmal zur Flasche griff. Oder vier. Die zu diesem Zeitpunkt erst neunjährige Lzzy versuchte einzugreifen und ihn dazu zu überreden, sich von dem Fusel zu trennen. Homesick wiederum schlug in seinem Vollrausch wie ein wütendes Tier um sich und traf seine Tochter. Er realisierte erst, was er getan hatte, nachdem Caruso ihn mit wutentbranntem Gesicht auf dem Boden festhielt und die Kleine anfing zu weinen. Das Mädchen lief laut heulend aus dem Sweat Home und kam erst spät in der Nacht wieder, als sie sich einigermaßen beruhigt hatte. Was sie fand, jagte ihr einen größeren Schrecken ein, als die Ohrfeige. Sämtliche Schnapsflaschen und jedes Fass Bier, dass Homesick in der Kneipe gelagert hatte, war zerschlagen. Aus einem riesigen Stapel Glas- und Holzsplitter sickerte noch immer Hochprozentiges auf den Boden. Das übelriechende Gemisch bedeckte den gesamten Holzboden. Was aber wirklich angsteinflößend an der Szenerie war, war Homesick selbst. Er kauerte in einer Ecke, versteckt vor fremden Blicken hinter dem Scherbenmeer und weinte in sich hinein. Seine alte Kappe hatte er tief ins Gesicht gezogen und selbiges in den Armen versenkt. Und auch die trugen Spuren.
    Offensichtlich hatte Ben alle Fässer und Flaschen mit den eigenen Händen zerschlagen und auf den Stapel geworfen, seine Hände und Unterarme waren vollkommen von Schnitten und tiefen Kratzern bedeckt. Das Blut aus den Wunden lief ihm über die nun nassen Schienbeine in die Flüssigkeiten auf dem Boden hinein, eine kleine rote Wolke waberte um ihn herum. Sie war sich nicht sicher, warum er sich mehr schüttelte: Wegen des Blutverlusts oder der Weinkrämpfe.
    Lzzy brauchte ein wenig, um die ganze Situation zu verarbeiten, aber sie war schon damals ein überaus kluges und vor allem starkes Mädchen. In vielen Hinsichten war sie ihrem Vater überlegen, wenn es um Gefühle ging. Sie setzte sich neben ihn, inmitten des ganzen Bluts und Alkohols und legte den Kopf an seine Schulter. Sie spürte, wie sein Körper bebte. Zwischen den Schluchzern ihres Vaters konnte sie immer wieder zwei Worte herausfiltern: "Nie" und "wieder". Es dauerte Stunden, bis sich Homesick beruhigt hatte und Caruso ihn dazu bringen konnte, ihn wegen der Schnitte zu einem Arzt zu bringen. Lzzy war unterdessen eingeschlafen, doch all dem Schmerz und Kummer zum Trotz, den sie in den letzten paar Stunden miterlebt hatte, stand ein Lächeln auf ihren Lippen. Sie war sich sicher, das ihr Vater nie wieder einen Tropfen Alkohol trinken würde. Und sie würde Recht behalten.

    Nach diesem dramatischen Vorfall gingen die Jahre weitaus vergnüglicher ins Land, jetzt, wo es mit dem mittlerweile trockenen Homesick immer steiler bergauf ging. Ben dachte nicht einmal daran wieder zu trinken und er tat alles was in seiner Macht stand, um seinen Fehler wieder gut und Lzzy zu einem glücklichen Menschen zu machen. Sie hatte ihrem Dad zwar schon recht schnell verziehen, aber sie ließ sich trotzdem gerne verwöhnen.
    Und es wäre wahrscheinlich ewig so weitergegangen, wenn an Lzzys dreizehnten Geburtstag nicht urplötzlich eine zweite Frau in Harlot Juniors Leben getreten wäre. Sie hieß Jadwiga Baba, kurz Baba Jaga, und war gemeinhin als die „Rote Hexe“ bekannt. Ein Teil der Nightwitches, einer Bande, ebenso geheimnisvoll wie berüchtigt. Ihr Kopf war kahlgeschoren, ihr Gesicht trug rote Kriegsbemalung und ihre Kleidung zeugte von vielen, harten Kämpfen. Und nun stand diese Frau auf der Türschwelle des Sweat Home und fragte, ob sie was von der Torte bekommen könnte, die da auf dem Tisch stand.
    Baba Jaga wurde, wie Caruso und Lzzy, ein Dauergast Homesicks. Sie wurde eine gute Freundin der drei und brachte Lzzy alles bei, was sie von ihrem Vater und Caruso bisher nicht hatte lernen können. Das es sich für Frauen nicht gehört im Stehen zu pinkeln, in etwa. So brachte das inzwischen vierköpfige Team die Zeit auf Fan Quan Dao hinter sich, bis Baba Jaga, so plötzlich wie sie damals aufgetaucht war, ihr Verschwinden ankündigte. Es würde noch zwei Tage dauern, dann würde sie sich wieder auf ihr altes Schiff begeben und als Teil der Nightwitches wieder die Köpfe von Piraten jagen. Sie schenkte Lzzy und ihrem Vater noch zwei Blumen aus Glas – ein Schneeglöckchen und ein Klatschmohn – dann schor sie sich den Kopf wieder kahl, trug die rote Farbe auf ihr Gesicht und ging an Bord des schwarzen Schiffes, das im Hafen lag. Das war das letzte, was die Drei vom Sweat Home von ihr sahen.

    Mit ihrem Abgang leitete Baba Jaga eine Art Sehnsuchtsgefühl in Lzzy ein. Von dem Tag an, an welchem die Amaranth der Nightwitches im Hafen eingelaufen war, konnte sie über nichts anderes mehr denken als die See. Tagsüber durchblätterte sie wie ihr Vater früher die Zeitung, nur um einen Blick auf die neuen Steckbriefe zu erhaschen. Nachts träumte sie dann von haarsträubenden Abenteuern auf See, wie sie bei einer Bande anheuerte und selbst ihr eigenes Kopfgeld verliehen bekam. Doch Lzzy wusste wie ihr Dad tickte. Er würde seine Kleine nie allein aufs Meer lassen, schon gar nicht mit erst 15 Jahren. Also wartete sie noch zwei Monate, bis zu ihrem Geburtstag und wünschte sich das, was sie eben wollte: Piratin zu werden. Homesick fand diese Idee zunächst – wie erwartet – einfach schrecklich. Aber nach und nach nagte die Idee an ihm. Eine Seereise... damit hätte er endlich die Möglichkeit, von dieser verfluchten Insel runterzukommen, ohne dabei seine Tochter im Stich lassen zu müssen. Startkapital hatte er und Caruso könnte sicher noch welches besorgen. Also schlug er Lzzy folgenden Deal vor: Nach einer Idee von Caruso würden sie das Sweat Home niederbrennen, die Versicherungssumme als kleine Starthilfe gebrauchen und zusammen zur See fahren. Nur sie zwei, denn Caruso würde wieder bei der Marine anfangen. Dem pinkhaarigen Mädchen war das nur recht. Sie wollte ja auch eigentlich nicht von ihrem Vater weg und den Mann mit dem Turban konnte sie ohnehin nicht so sehr leiden. Der Pakt wurde beschlossen.

    Drei Wochen später waren ihre Sachen gepackt, das Sweat Home niedergebrannt und in Carusos und Bens Taschen jeweils 150.000 Berry. Nicht schlecht für den Anfang – Die Reise konnte beginnen! Für Caruso ging sie nach Ocala, wo er die Harlots kennen lernen wollte. Lzzy und ihr Vater aber segelten einfach kreuz und quer los, mit dem festen Ziel, zu aller erst eine Crew zu finden, bei der Homesick keinen Ausschlag bekam.


    Charakterbild

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    Schreibprobe

    Später würde er sich nicht an den Traum erinnern. Der Griff, die Schreie, sie würden in Vergessenheit geraten und die Bilder davonrieseln wie der Sand, der überall herumwehte und ihm in den Augen brannte. Aber die Angst würde bleiben. Das Gefühl der Hilflosigkeit, der Schuld, sie verraten zu haben – so etwas verfolgte ihn für gewöhnlich sehr, sehr lange und sei es auch nur als der Schatten eines Traums.
    Der Sand war überall. Er war Decke, Boden und Wände, er bedeckte einfach alles und schloss ihn ein wie ein Insekt in Bernstein. Dann sah er sie. Lzzy. Gerade einmal zwei Schritte entfernt. Sie lächelte ihn an, streckte die Hand nach ihm aus – und erstarrte vor Furcht. Ihr Blick schnellte zu Boden und nun sah auch Ben, wie der Sand nach ihren Knöcheln griff. Ja, er griff nach ihr. Grausame dürre Hände, gefangen in einem ewigen Prozess aus zerfließen und erscheinen, umklammerten ihre Beine. Zwischen den Fingern sickerte Blut hervor und ließ den Sand verklumpen. Lzzy wollte schreien, doch eine weitere Klaue senkte sich über ihr Gesicht. Ihr dumpfes, verzweifeltes Stöhnen ließ eine Gänsehaut über seine Haut fahren. Er wollte helfen, er wollte nach ihr greifen und sie befreien, doch je stärker er versuchte, nach vorne zu gelangen, desto stärker zog der Sand an seinen Füßen. Er bekam ihren Arm zu fassen. Ihre Hände hielten sich so fest sie konnten am anderen fest und Ben spürte, wie sich ihre Nägel tiefe in seine Haut bohrten, diese rosa lackierten Nägel, die nun zersplittert und dreckig waren... und Lzzys griff lockerte sich. Zuerst verstand er nicht, doch mit einer Sekunde der Angst wurde ihm klar, dass sie tot war. Sie bekam keine Luft mehr. Und der Sand verschlang sie weiter, zog sie in die Tiefe, weg von ihm. Und er hatte ihr nicht helfen können.


    Homesick erwachte schlagartig in seiner Kabine. Er schrie nicht, das hatte er noch nie getan. Aber sein rasendes Herz und das von Angstschweiß getränkte Laken zeugten von dem Horror, den er gerade durchgemacht hatte. Mit schwer gehendem Atem richtete er sich auf und setzte sich in der Finsternis auf die Bettkante.
    Es war nur ein Traum...
    Ein kleines Ziepen in seiner oberen Stirnregion kündigte baldige Kopfschmerzen an. So war das fast immer – Erst kam die Furcht, dann das Erwachen, und schließlich tosende Schmerzen. Aber wenn Homesick sich die Art des Leids hätte aussuchen könnten, wäre seine Wahl immer auf die Migräne gefallen. Die Finger an seiner Schläfe nutzen nicht viel, in einer halben Stunde würde er wahrscheinlich hellwach sein und sich vor Schmerzen krümmen.
    Ich muss an die frische Luft...

    Obwohl es tiefe Nacht war und der Mond nur halb, blendete er ihn. Das fahle, silbrige Licht war gerade genug, um den Horizont zwischen Meer und Nachthimmel abzuzeichnen. Eine dunkle, kaum erkennbare Linie, irgendwo in der Ferne. Der Klang der Wellen und des Windes in den Segeln des Passagierschiffs waren Balsam für seine Nerven. Es war jetzt kaum eine Woche her, dass das verhasste Fan Quan Dao hinter ihnen lag, und Ben hatte sich bereits acht tausend Male dort hin zurückgewünscht. Wie hatte er auch nur so dumm sein können? Was war in ihn gefahren, sie an so einen gefährlichen Ort zu bringen? Das Meer war, wie jeder wusste, nur Tod und Stille für alle, die sich von ihren Träumen leiten ließen. Und er hatte sie geradewegs in das Herz der Dunkelheit geführt!
    Einer plötzlichen Eingebung folgend wandte sich Homesick nach rechts und wanderte über das Schiffsdeck. Sein Gang war langsam, die Schritte in der Nacht schwer und unbeholfen. Jedes Knarren der Bretter bohrte sich tiefer in das von Kopfschmerzen malträtierte Hirn. Erst als er die grüne Tür mit der Nummer 11 erreicht hatte, blieb er wieder stehen. Behutsam, als würde er eine Bombe entschärfen, drückten seine Pranken die Türklinge nach unten und ebenso langsam öffnete er auch die Tür. Der schmale Streifen Mondlicht, der ins Zimmer fiel, genügte Ben, dessen Augen sich endlich an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Wie immer schlief sie wie nach einer Party – mit ausgestreckten Armen und Beinen und hochgerutschtem Pyjama, sowie mit einer gigantischen Rotzblase unter der Nase, die sich bei jedem Schnarcher wieder aufblähte, nur um wieder zusammenzufallen. Es war ebenso eklig wie es süß war. Homesick fragte sich gar nicht erst, wie Lzzy es geschafft hatte, die Decke im Schlaf an das andere Ecke der Kabine zu befördern. Stattdessen nahm er diese und deckte seine Tochter behutsam damit zu, achtete darauf, dass nichts mehr über die Bettkante ragte. Ihr Atem wurde nun leiser und gleichmäßiger, selbst die Blase verschwand.
    „Gute Nacht, Kleine“ flüsterte Ben noch, und gab seiner Tochter einen Gute-Nacht-Kuss auf die Stirn. Er war bereits im Begriff die Tür zu schließen, als er sie im Schlaf murmeln hörte:
    „Gute Nacht, Dad.“
    Ben Harlot schloss mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck die Tür und summte eine leise Melodie in das Mondlicht hinein. Die Kopfschmerzen hatte er inzwischen vergessen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Mai 2016
  3. Homesick

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    Update vom Update, da Aaron wieder unter uns weilt (yay!), habe ich den entsprechenden Eintrag noch bei "Bekannte" eingefügt.
     
  4. Homesick

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    Entfernt da in Extra-Thread verschoben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Aug. 2016
  5. Puc

    Puc Leiter der Technikabteilung Mitarbeiter

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    *Tier-Übersetzer aktiviert*

    Wie schon einmal bei meiner Übernahme erwähnt, haben wir noch keine zufriedenstellende Lösung zu Textupdates gefunden. Also wenn du die EXP ausgeben magst, mach bitte einen Extrathread und lösche deinen Beitrag hier, damit dann, wenn wir eine Endlösung haben, es keine Verwirrungen gibt.

    Ansonsten gedulde dich, bis jemand den gesamten Thread in einem Rutsch dann bearbeiten wird.


    *Übertragung beendet*
     
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