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Blödsinn an Bord - Zwischen den Abenteuern

Dieses Thema im Forum "Mojo Bunch" wurde erstellt von Agwe, 13. März 2012.

  1. Agwe

    Agwe Kopfgeldjäger Kapitän

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    Dieser Thread ist dafür da zu klären, was der Mojo Bunch eigentlich zwischen seinen Abenteuern so treibt. Wie läuft die Überfahrt? Was treiben die Hühner? Diese kleinen Intermezzi sollen all das und noch mehr klären. Natürlich sind sie für die "eigentliche" Handlung nicht von Bedeutung, ähnlich wie z.B. die Filler in einem Anime, sollen aber dennoch unterhaltsam sein. Ihr könnt auf das reagieren was vor Euch gepostet wurde oder aber etwas eigenes schreiben. Eine Postingreihenfolge existiert hier nicht, außer vielleicht eine von der Logik diktierte. Viel Spaß.
    _________________

    Es war ein sonniger, herrlicher Morgen im East Blue. Die Möwen krächzten, die Hühner gackerten zurück und Agwe lag mit einem Kater im Bett. Oder viel mehr in der Hängematte, denn natürlich war es seine Aufgabe, ganztägig bei den Loa zu sein und so hatte er eine Hängematte aus grob verflochtenen Seilen in die Kabine gehängt, die er zum Tempel der Loa erklärt hatte. Zwar klemmte die Tür hier ein wenig und ab und zu fiel durch den leichten Seegang etwas um, aber das störte den Priester nicht weiter. Über solche unbedeutenden Dinge war er als Hohepriester erhaben. Nicht jedoch über seinen Brummschädel und die Tatsache, dass seine Zunge wie ein in saure Gurken eingelegter Putzlappen schmeckte. "Ugh, man...", murmelte er, während seine rotgeäderten Augen sich langsam öffneten. "Wie spät ist es?"

    Schön genug dass Haydee sich weigerte ihm etwas zu Essen zu kochen. Nichtmal ein Katerfrühstück war drin. "...du bist zu spät... und Mittagessen gibts erst in zwei Stunden und siebenundvierzig Minuten... jetzt nur noch sechsundvierzig..." Während sich Agwe die schmerzende Hand rieb (wer hätte denn ahnen können, dass seine Köchin "Bite me, man" so wörtlich nahm), überlegte er wo er jetzt etwas zu Essen herbekommen sollte. Zwar hatte Haydee auch für ihn gekocht, doch die Überreste lagen bereits auf dem Boden und die Hühner nur wegen eines knurrenden Magens zu reizen kam Agwe töricht vor. So begann er also, nach etwas zu Essen zu suchen, immer noch mit einem gehörigen Brummschädel.

    Momo fand er an den Mast gelehnt, offenbar hielt sie ein kleines Nickerchen. Auf ihrem Kopf hatte es sich karmesinroter Drache gemütlich gemacht, während vier seiner Kumpanen TickTack in Schach hielten, der anscheinend ziemlich verstört war, Federn klebten in seinem Fell und er zitterte, bedacht darauf keinem dieser gefiederten Teufel zu nahe zu kommen. "Sorry, little buddy, you're on ya own." Der Voodoopriester nickte dem kleinen pelzigen Tier zu ehe er nach unten ging, mit dem Ziel Edward aufzusuchen. Seitdem sie abgelegt hatten war dieser quasi rund um die Uhr in der Werkstatt und kam nur noch zum Schlafen und Essen heraus. Papa Legba mochte wissen was er da tat, bis jetzt hatte Agwe keine klare Antwort aus ihm herausbekommen.

    Ein lautes Fauchen und eine Stichflamme hießen ihn willkommen, kaum dass er eintrat. "Hey, Chef! Sorry, ich arbeite gerade an einem Brandschutzmittel. Bisher klappt es wohl nicht so gut... Bevor der Tüftler weiter reden konnte hatte Agwe bereits das Weite gesucht. Er wusste nicht wieso, aber die Streichhölzer in der rechten und eine Flasche mit der Aufschrift "Sonnenmilch" in der linken Hand flößten ihm bei Edward nicht wirklich Vertrauen ein.

    Laut Haydee waren es noch eine Stunde und zweiundzwanzig Minuten bis zum Mittagessen, aber Agwe hielt es jetzt kaum noch aus. Schon überlegte er ob die Hühner dahinter kommen würden wenn er eines von ihnen in seiner Schlangengestalt verspeiste.. da fiel ihm der Trog auf. Gesättigt von den Resten das Haydees Frühstück für sie abgeworfen hatte, hatten die Hühner diese Körner noch nicht einmal angerührt. Langsam ging Agwe auf den Trog zu, dankbar dass die Hühner gerade nicht in Sichtweite waren. Dann schließlich kniete er sich nieder, Tränen des Glücks benetzten sein Gesicht, und er begann mit pickenden Bewegungen dieses köstliche Hühnerfutter zu essen.
     
  2. Haydee

    Haydee Kopfgeldjäger

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    Wie immer war Haydee die erste gewesen, die am Morgen auf den Beinen gewesen war. Sie wusste absolut nicht, wieso die anderen darauf bestanden länger als bis sechs Uhr zu schlafen. Am ersten Tag hatten sich sogar alle darüber aufgeregt, als die Köchin es gut gemeint hatte und sie wecken wollte. Daraufhin hatte sie sich einen ganzen Tag lang Gedanken gemacht, ob die Drei sich vielleicht abgesprochen hatten, als alle unabhängig voneinander „verschwinde wieder!“ gebrüllt hatten, um weiter zu schlafen. Das konnte doch wirklich nicht an ihr liegen, oder? Aber zumindest hatte sie aus diesem Fehler gelernt. Zumindest am dritten Tag in folge. Seitdem lies die Schiffsköchin die restliche Mannschaft so lange schlafen, wie die es wollten. Lies sich selbst aber nicht davon abbringen, so aufzustehen, wie sie es gewohnt war. Dann hatte sie wenigstens alle Zeit der Welt, um das Frühstück vorzubereiten. Zumindest hatte sie es durchgesetzt, dass die Mahlzeiten zu festen Zeiten abgehalten wurden! Und als Pünktlichkeitsfanatikerin, servierte Haydee natürlich auf die Minute genau. Das Blöde an der Sache war nur, dass fast nie alle beim Essen da waren. Das Frühstück verschlief Agwe regelmäßig und auch Momo kriegte man nicht immer aus den Federn. Beim Mittagessen und dem Abendbrot war es ganz ähnlich. Der Einzige, der bei allen Mahlzeiten am Tisch saß und sich freudig über seine Portion her machte, war TickTack. Inzwischen konnte Haydee schwören, dass der kleine Kerl kräftiger war, als zu seinen besten Zeiten, auch wenn sie den Hermelin erst seit ein paar Wochen kannte. Wenigstens das kuschelige Tier war äußerst dankbar für alles, was sie kochte. Na ja und die Hühner, denen sie die unangetasteten Portionen überließ, um nichts zu verschwenden.

    Auch an diesem Tag hatte Agwe das Frühstück verschlafen, auch wenn wenigstens Momo dieses mal rechtzeitig aufgestanden war. Dennoch, ein Anteil landete wie es fast schon die Regel war in der Kammer der Hühner. Natürlich versuchte er mal wieder, ihr etwas aus den Rippen zu leiern, aber da blieb sie hart. Der Kapitän hatte ihr den eindeutigen Befehl gegeben, bezüglich des Essens keinerlei Befehle anzunehmen, ganz egal wer sie ihr gab. Sie hatte das Oberkommando und da es wirklich nicht ihre Schuld war, wenn jemand nicht pünktlich am Tisch saß, hatte sie kein schlechtes Gewissen. Als ob sie das jemals gehabt hätte. Wie dem auch sei, als Mitglied von Agwes Mojo-Bunch, hatte sie sehr viel Freizeit. Soviel sogar, dass sie meistens gar nichts damit anzufangen wusste. Aber nicht heute. Heute war nämlich Sonntag! Und Sonntags gab es noch eine zusätzliche Mahlzeit nach dem Mittagessen. Da durfte sie in der Zeit zwischen dem Frühstück und dem Mittagessen immer irgendetwas für den Nachmittag backen! Das machte nicht nur sehr viel spaß, sondern wurde auch sehr positiv von den andern aufgenommen. Und für heute hatte sie etwas ganz spezielles ausgesucht: BrownBrownies. Die waren zwar verdammt schwer zu machen und man musste auf die Minute genau arbeiten, aber es lohnte sich. Die Teigspeise war etwas ganz besonderes aus Hamas Hexenkochbuch. Bisher hatte sie die noch nicht auf der Pollo Diablo gemacht, aber das würde schon klappen.
    Die Küche, die sie nun ihr Reich nannte, war zwar schlicht, aber reichte in den meisten Belangen vollkommen aus. Man müsste vielleicht im laufe der Zeit die eine oder andere Veränderung machen, aber das würde Edward schon schaffen. Den einzigen Touch, den Haydee ihr verliehen hatte, waren zusätzliche Uhren an den Wänden und ihrer eigene Stoppuhr auf dem Gewürzregal. Sie saß entspannt auf einer der Arbeitsplatten und beobachtete den Herd ihr gegenüber, wobei sie die Chronometer stets in den Augen hatte. Sauber machen würde sie am Ende, jetzt ging es um den perfekten Augenblick, damit ihre BrownBrownies gelangen. Dementsprechend herrschte hier ein gewisses Chaos. Auf der anderen Arbeitsfläche, die sie nicht grade als Sitzfläche nutzte, waren noch alle Überreste, die sie später noch verwenden würde; Backpulver, Mehl, Zucker, Nussschalen, Schwarzpulver, Magnesium-Chlorid, dass übliche eben. Vor allem die letzten beiden verliehen dem ganzen einen ganz besonderen Pep! Allerdings musste man wie gesagt die Uhr ganz genau im Auge halten. Nahm man die Brownies zu früh aus dem Ofen, schmeckten sie nicht, waren nicht durch oder einfach unfertig. Lies man sie aber zu lange drin, konnte es passieren ...
    Mit einem gleißenden weißen Lichtblitz explodierte es im inneren des Ofens und eine Stichflamme schoss hervor und verrußte die Decke stark. Dann drang dichter, schwarzer Qualm aus dem geplatzten Ofenfenster hervor und füllte binnen Sekunden die komplette Küche aus. So schnell wie es geschehen war, hörte es auch auf, als Haydee die Küchentür öffnete und der Rauch nach draußen abziehen konnte. Ein wenig verunsichert trat sie aufs Deck. Ihr Gesicht und ihre Kleidung waren vom Ruß verschmiert und ihre Haare standen in alle Richtungen vom Kopf ab. Wenigstens war sie unverletzt. Eine ganze Zeit lang stand sie regungslos wie eine Statue vor der Küche, die zwar schmutziger war denn je, aber sonst in Ordnung zu sein schien, vom Ofen einmal abgesehen natürlich. Schließlich zuckte sie mit den Schultern "... anscheinend war dieser Ofen heißer als mein alter ... dass muss ich mir merken ..." Dann drehte sie sich um und ging in Richtung der Werkstatt, dabei rief sie laut nach der einzigen Person, die sich mit so etwas wirklich auskannte. "... EDWARD? ... Meine Brownies sind verbrannt ... und ich glaub’ ich hab die Küche in die Luft gejagt ... was soll ich jetzt machen ...?"
     
  3. Edward Buraddo

    Edward Buraddo Kopfgeldjäger

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    Edward hatte sich auf dem Schiff bereits häuslich eingerichtet. Er hatte die Werkstatt zu seinem persönlichen Reich erkoren, hier gab es alles, was sein Herz höher schlagen lies, eine Schmiede, Werkzeug, alles was man halt so brauchte, um seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Es gab zwar nur ein kleines Fenster, doch mit ein wenig Kreativität war auch damit genug Licht zu gewinnen. Den ersten Tag hatte sich Edward völlig in der Werkstatt eingeschlossen, um das wichtigste überhaupt zu erledigen: Ein ausgeklügeltes System von Spiegeln sorgten dafür, dass der ganze Raum Taghell erleuchtet war. Wenn man bestimmte Spiegel bewegte oder verdeckte konnte man das Licht dimmen oder auf den Brennofen oder den Schreibtisch oder die Werkbank konzentrieren. So war künstlichen Licht in Form von Fackeln nur Nachts nötig. Edward war sehr zufrieden mit seiner Konstruktion.

    Auch der Rest des Schiffes war recht nett anzusehen, wenn man mal davon absah, dass überall Hühnerscheiße herumlag. Doch daran gewöhnte man sich. Aus der Werkstatt hatte er die Hühner weitestgehend verbannt, und auch alle Spuren so weit beseitigt, dass die laufenden Kissenfüllungen jemals dort ihr Unwesen getrieben hatten. Jetzt war das hier sein kleines privates Imperium, wo er sich zurückziehen konnte. Er hatte auch schon ein erstes Projekt im Kopf, und zwar war ihm aufgefallen, dass Momo mit ihren Fäusten kämpfte, und egal wie stark sie auch sein konnte, mit bloßen Händen kämpfen zu müssen war einfach kriminell ineffizient. Aus diesem Grund hatte er sich entschieden, ihr etwas zu basteln. Der Plan war schnell ausgearbeitet, es sollten Kampfhandschuhe sein, die mit Metallplatten verstärkt sogar in der Lage waren, Klingenwaffen abzuwehren. Das würde ihr bestimmt gefallen, da war sich Edward sicher. Er arbeite die nächste Zeit erst einmal an der Theorie, abzüglich der Zeit, die er brauchte, um die Crew mit Schnaps einzudecken, denn auch das war seine Aufgabe. Zum einen musste er genug zum trinken haben, nicht nur für ihn, sondern auch für Momo, die ebenfalls einen ganz guten Zug hatte und auch Agwe, der sich vor den beiden nicht im geringsten verstecken musste. Haydee war da schon zurückhaltender was das trinken anging, aber für sie musste er Alkohol zum kochen bereitstellen, sowie zum mischen von Drinks. Er hatte also gut was zu tun.

    Als dann die Zeit gekommen war, dass er seine Pläne für Momos Waffe in die Tat umsetzen wollte, ging dann doch etwas schief. Na ja, es war auch irgendwie blöd von ihm, dass er drei Flaschen Schnaps in der Nähe des Brennofens stehen hatte. Kaum brannte das Ding, lies die Hitze die Flaschen explodieren, mit mehr Glück als Verstand blieb Edward völlig unverletzt, doch die Alkoholstichflamme stieß die Türe auf und verkohle beinahe Agwes Birne. „Hey Chef... Sorry ich arbeite hier grade an was... und irgendwie lief das nicht so berauschen... kleiner Fehler, nichts schlimmes...“ versuchte er ihm zu erklären, doch Agwe suchte schon das weite. „Wow, ich dachte immer Schlangen mögen Wärme...“ grübelte Edward. Als er wieder in seine Werkstatt sah, atmete er erleichtert auf. Bis auf etwas Ruß und zwei Kaputte Spiegel war nichts passiert. Er musste nur eben durchfegen, die Spiegel ersetzen und dann würde er wieder loslegen können.

    Das hieß, rein theoretisch, wenn nicht genau in dem Moment eine völlig aufgelöste Haydee auf ihn zukam und seinen Namen rief. „Haydee? Was ist denn los?“ Die sah ja schrecklich verrußt aus, noch schlimmer als er selber und nachdem er sich angehört hatte, was passiert war, auch wenn ihm absolut schleierhaft war, wie man mit Brownies die Küche sprengen konnte, lächelte er sie an. „Kein Problem, ich guck mir das mal an.“ sagte er und ging dann mit ihr in die Küche zurück. Als er die schwarze Decke und den zerlegten Ofen sah, pfiff er einmal. „Wow, wie hast du das den hingekriegt?“ fragte er mehr in den Raum als direkt Haydee selber, bevor er näher an den Ofen ging und diesen genauer ansah. „Ziemlich ramponiert das Ding, aber nichts, was sich nicht herrichten lässt. Gib mir etwas Zeit und das Ding ist wieder wie neu...“ sagte er, während er begann, in seinem Kopf eine Werkzeugliste aufzustellen.
     
  4. Momo

    Momo Kopfgeldjäger

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    Die Teufelsfrau gähnte herzhaft und trieb ihr dabei einige Tränen in die Augen. Genüsslich schmatzte sie und leckte sich über die Lippen, während ihr die verschwommenen Bilder ihres Traums vor das innere Auge flogen. Es bestand aus einer verträumten Haydee, die sich mit Alkohol überschüttet hatte und Momo mit glasigen Augen anstarrte, als würde sie etwas von ihr verlangen. Konfus schüttelte die junge Frau leicht den Kopf und streckte sich ausgiebig. So ein Nickerchen nach einem tollen Frühstück von Haydee war etwas, dass sich Momo nicht nehmen ließ. Wenn sie schon nicht ausschlafen konnte, ohne dabei das morgendliche Essen zu verpassen, wollte sie sich wenigstens nachmittags hinlegen. Ansonsten hatte sie ja keine Beschäftigungen an Bord, denen sie nachgehen konnte. Ihr Stammplatz war oben im Krähennest, das ihr am liebsten auf der Pollo Diablo war. Dort hatte sie ihre Ruhe, konnte den Gedanken nachgehen und genüsslich eine Zigarette nach der anderen rauchen, ohne dass ihr irgendwer in die Quere kam. Außerdem war es ein guter Trainingsplatz. Wenn sich die junge Frau an den Rand hängte, war das eine gute Möglichkeit einige Klimmzüge zu tätigen, wobei ihr der Höhenunterschied zum Ausguck und dem Hauptdeck keine Angst machte. Notfalls würde Momo auf den Hühner landen, die ein gutes Polster abgaben. Die Konsequenzen waren ihr natürlich bewusst. Diese Hühner waren Teufel mit Federn, hatte sie zu Agwe einmal gesagt, der das nur mit einem Schulterzucken beantwortet hatte. Er schien diese Viecher zu verehren oder einfach nur zu fürchten, was rein verständlich war.
    Einmal hatte die Teufelsfrau nach einem Huhn getreten und war sofort von zig anderen umringt worden. Woher die alle kamen und ob sie gedanklich miteinander kommunizieren konnten, war da Momos einzige These gewesen. Die Flucht war da der einzige Ausgang aus dieser peinlichen Situation. Eine Kämpferin, die nicht davor zurückschreckte, einen Hünen in die Weichteile zu treten und es mit ihm aufzunehmen, flüchtete über das ganze Schiff vor einer Horde wütend gackernder Hühner, um sich vor den zwickenden Schnäbeln in Sicherheit zu bringen. Als sie einmal in die Küche vor dem Hühner-Mob geflüchtet war und Haydee beim Kochen gestört hatte, wurde sie sogleich von der Traumtänzerin hinausgejagt und das nicht gerade sanft. Vom Regen in die Traufe. Ungerechtigkeit kennt hier keine Grenzen.
    Nach einigen Tagen hatten sich die Hühner wieder etwas beruhigt und waren einer anderen Beschäftigung nachgegangen: TickTack terrorisieren. Diese Monster planten ganze Anschläge auf diesen armen Kerl. Kaum jagte der Hermelin einem einzelnen Hühnchen nach in einen anderen Raum, um sich für den Terror der letzten Tage wenigstens etwas zu rächen, flitzte ein weißer Blitz aus dem gleichen Raum nach wenigen Sekunden wieder hinaus, da er in eine Falle getappt war. Eine Armee von kreischenden Federknäuel waren ihm hinterhergestürmt; an der Spitze genau das Huhn, dass ihn erst in diese Zwickmühle gebracht hatte. TickTack hasste seine Besitzerin dafür, dass Momo ihm nicht half, oder ihn in Sicherheit brachte, denn die Glatzköpfige konnte noch weniger als er ausrichten.

    Ein weiteres Gähnen entblößte ihre spitzen Zähne und sie wollte sich gerade am Kopf kratzen, da ertasteten ihre Finger weiche Daunenfedern und einen Körper, der nur zu einem Huhn gehören konnte. Glucksend gackerte es und schlug etwas mit den Flügeln, doch bewegte sich keinen Zentimeter von Momos Kopf herunter. Fluchend verschränkte die Frau ihre Arme vor der Brust, um ihrer Demütigung Luft zu machen und schon brach das Chaos aus. Ein großer Knall brachte das Schiff zum Schaukeln und Momo riss die Augen erschrocken auf. Ein Angriff? Sofort war sie auf den Beinen, kampfbereit und würde diesen Kahn sogar gegen Kanonen verteidigen. Jedoch wurde ihre Kampfbereitschaft gedämpft, als Haydees zarte Stimme an ihr Ohr drang. Zufrieden gluckste die Glatzköpfige und leckte sich über die Lippen. Natürlich, darauf hatte Momo schon von Anfang an gewartet. Entweder würde der Herd explodieren oder Edward selbst, der schon tagelang mit irgendwelchen Mittelchen in seiner Werkstatt hantierte. Sie hatte ihren Tabak, TickTack plus Agwes Hut auf ersteres verwettet, obwohl der Tüftler schon nahe dran war, Momo verlieren zu lassen.
    Ihr Blick schweifte über das Deck, immer noch das Hühnchen auf dem Kopf, das sie wenigstens gegen die kühle Meeresbrise schützte und Wärme spendete, doch eigentlich wollte sie das Ding nicht mal anfassen. Es könnte ja... explodieren. Die junge Frau traute den Viechern alles zu. Einige Schmatzlaute ließen sie aufhorchen und ihre verschlafenen Augen erspähten Agwes Hintern, der in die Höhe gereckt war. Der daran befestigte Körper hatte sich kniend auf den Boden vor den Futtertrog begeben und sein Kopf war gar nicht mehr zu sehen, sondern tief in dem Ding vergraben. "Wenn es schmeckt", brummte Vellie und anscheinend waren auch schon ihre Stimmen auf Trab. "Möchtest du nicht endlich was gegen diese Hühner unternehmen?" Momo legte den Kopf schief und betrachtete den Priester dabei, wie er den Trog leer fraß, der ja eigentlich für die Federviecher gedacht war. So ein Anblick war natürlich nichts Neues mehr, bei diesem sogenannten "Kapitän", der sich von seiner Köchin veralbern ließ, vor dem Waffenmeister flüchtete und Hühnern auf seinem Schiff duldete. "Ich rühr diese Dinger nie wieder an...", fauchte sie zurück und wollte gerade nach ihrem Tabakbeutel angeln, als auf einmal TickTack auf der Bildfläche auftauchte. Wie ein gehetzter Hase schlug er auf seinem Weg Haken und als die Glatzköpfige näher hinsah, konnte sie in seinem Fell einige Federn entdecken. Wenn sich mein geliebtes Haustier nun in ein Huhn verwandelt, steig ich aus. Vielleicht kannten diese Teufelshühner ja irgendwelche Voodoozauber, die sie aus Agwes Büchern gelesen haben und riefen jede Nacht ihren Hühnergott an, sie sollen die Crew doch endlich in ihresgleichen verwandeln. Und TickTack war da bestimmt das perfekte Versuchsobjekt. Der Hermelin setzte zum Sprung an und landete sicher in Momos Armen, die ihn schützend vor der Hühner-Armee, die hinter ihm her war, verbarg. "Hört jetzt endlich auf, ihr Mistviecher!", donnerte sie und stampfte mit dem Fuß auf. Komischerweise hielten die Viecher tatsächlich an und guckten fragend zu der Frau empor. "Lasst eure Schnäbel von meinem Hermelin! Sucht euch jemand anders, den ihr Nerven könnt!" Ohne über ihre Taten nachzudenken, griff Momo nach dem Huhn auf ihrem Kopf, packte es grob am Hals und schleuderte es dem Mob entgegen. Die Treffsicherheit der Glatzköpfigen war nie gut gewesen, doch dass sie mit dem weißen Federvieh auf ihrem Kopf karmesinroter Drache erwischte, war wirklich reiner Zufall gewesen. "Oh-oh..."
    Keine zwei Sekunden später, rannte Momo über das Deck, TickTack in ihrem Arm, gefolgt von einer Horde fliegender und laufender Federn, die diesmal ziemlich aufgebracht waren und eine Wolke aus weißen Daunen, Hühnerkacke und Staub hinterließen. Ohne dass es der Teufelsfrau wirklich bewusst war, steuerte sie ihrem altbekannten Ziel entgegen: Der Küche. Mit pochendem Herzen flüchtete sie in den Raum, schlug die Tür hinter sich zu und ließ sich an ihr hinunter auf den Boden sinken. Für einen Moment befürchtete sie, die Schnäbel der Hühner würden sich wie Messer durch die Holztür bohren, doch dieses Ereignis, dass ihre Alpträume noch fördern würde, blieb aus. Keuchend legte sie den Kopf in den Nacken und versuchte ihren Atem zu beruhigen. "Bei den Loa...", stöhnte sie und stand schließlich auf. TickTack hatte sich zitternd um den Hals der Teufelsfrau geschlungen und mit Müh und Not, konnte sie ihren Liebling von sich pflücken, um ihn dann von einigen Feder zu befreien.
    Zum Glück konnte sie keine wütende Haydee entdecken, die mit ihrer Pfanne bedrohlich vor ihrer Nase herumfuchtelte, sondern diesmal war sie mit dem kaputten Herd beschäftigt und dem Tüftler, der sich in die Küche erbarmt hatte. "Hey...", meinte sie tonlos, um ihr Pokerface wieder aufzusetzen und erinnerte sich daran, dass Haydee ja den Herd in die Luft gesprengt hatte und das war wirklich bemerkenswert. Die Wand und sogar die Decke waren von der Explosion vom Ruß schwarz gefärbt. Die Ofenklappe wurde anscheinend gegen die Wand gegenüber geschleudert, da sich der Druck zu plötzlich entladen hatte, als dass dieses Altmetall es nur eine Sekunde länger hätte aushalten können. Der Rauch hatte sich zum Glück verzogen, da jemand die Güte besessen hatte, die Fenster zu öffnen. "Haydee macht´s möglich!", kreischte Vellie und auch Momo musste grinsen. "Was hast du da wieder angestellt...", murmelte die junge Frau und gesellte sich zu den beiden hinzu, ohne dabei zu vergessen, einen Schulterblick zu wagen, ob die Hühner sich endlich verkrümelt hatten. In die Küche kamen sie jedenfalls nicht gestürmt, dafür sorgte schon Haydees bloße Anwesenheit, die diesen Raum mit eiserner Faust regierte.
    "Meinst du, du kriegst das hin, Edwardo?", fragte sie ihn und ging neben dem Tüftler in die Hocke. Seit Tagen hatte sie den jungen Kerl schon nicht mehr gesehen und eigentlich vermisste sie ihn ziemlich - oder eher seine Eigenkreationen aus Alkohol, die sogar den Hühnern die Federn wegpusten würden. "Was hast du eigentlich gekocht, dass das Ding so in die Luft gegangen ist?", fragte Momo amüsiert, lugte in den verrußten Ofen hinein und langte nach irgenwelchen schwarzen, unförmigen Kohlestücken, die sie interessiert beäugte. Dann zuckte sie mit den Schultern und warf sich das verkohlte Stück geschickt in den Mund. Zweimal kaute sie, ließ es dann aber bleiben und schluckte es einfach hinunter. "Ein wenig trocken..." Die Teufelsfrau hustete und klopfte sich gegen die Brust. "Aber essbar!"
     
  5. Agwe

    Agwe Kopfgeldjäger Kapitän

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    Seit dem Abenteuer des Mojo Bunches auf dem Baratié waren zwei Tage vergangen. Agwe hatte in dieser Zeit gründlich geschlafen, sich um die letzten Wehwehchen seiner Crew gekümmert und die Zeit die er jetzt nicht am Steuer verbringen müsste, diese Aufgabe hatte Riley ihm abgenommen, damit verbracht Momo in die Künste der Priesterschaft einzuweihen. Denn am Anfang einer Priesterweihe war man immer noch so unwissend wie der „gewöhnliche“ Gläubige, das Wissen was einen zum Priester machte erlernte man erst nach und nach. Nach gründlicher Überlegung und zwei Flaschen von Edwards Selbstgebranntem war Agwe zu der Entscheidung gekommen dass Momo zuerst Tarotkarten legen lernen sollte, einfach weil diese oft Aufschluss über den meist sehr unklaren Willen der Loa und des Schicksals gaben und viele Fragen beantworten konnten welche die Gläubigen auf dem Herzen hatten. Tarot also würde es sein.


    “So there. Listen. Es gibt verschiedene Arten die Karten zu legen, man, aber wir beschäftigen uns erst einmal mit den beiden leichtesten. Dem Dreisatz und dem Stern.“ Momo blickte Agwe verständnislos an während dieser mit der Geschicklichkeit eines Zauberkünstlers seine Tarotkarten mischte. Geschwind zog er drei Karten aus dem Deck hervor und legte diese vor sich hin. “First: Die Vergangenheit. Die erste Karte erzählt dir was früher von Bedeutung war, ob nun für jemanden der dir eine Frage stellt oder für ein Problem. Dann kommen die Gegenwart und dann die Zukunft, oder auch das tatsächliche Problem und die Lösung dazu. Das lernst du alles noch, man.“ Anschließend erklärte Agwe ihr den Stern, wobei es sich um eine nicht ganz unkomplizierte Art handelte, die Karten vor sich hin zu legen und in einer fest vorgeschriebenen Reihenfolge aufzudecken und zu deuten. Gimbli werkelte über ihnen irgendetwas am Mast und Agwe konnte nicht umhin die Schwindelfreiheit des Zwerges zu bewundern der in dieser nicht ganz harmlosen Höhe wie selbstverständlich mit seinen Werkzeugen hantierte und Drago als Hammer nutzte. Dann aber wandte Agwe seine Aufmerksamkeit wieder Momo zu und und legte einmal einen Stern wobei er ihr genau erklärte was er tat und wieso er es tat. Dann schließlich erklärte er ihr die einzelnen Bedeutungen der Karten und die Beziehungen zueinander, was gut und gerne zwei Stunden dauerte. Der armen Glatzköpfigen musste ganz schön der Schädel brummen und so entschloss Agwe sich, sie einfach einmal zu prüfen. “Okay, man. Jetzt leg' einfach mal meinen Stern und sag mir was so passiert ist und passieren wird.“ Momo nickte und machte sich daran die Karten zu mischen wie Agwe es ihr gezeigt hatte. Seine selbstverständliche Leichtigkeit und Eleganz fehlte ihr dabei zwar noch, doch was das anging war der Voodoopriester mit seiner Schülerin geduldig. Sie würde den Dreh noch herausgekommen.


    “Sehn' wir mal, Käpt'n...“, meinte Momo eher zu sich selber als wirklich zu ihrem Kapitän. Ihre Stirn lag in Falten, offenbar versuchte sie sich an die korrekte Reihenfolge zum Deuten des Sterns zu erinnern. Agwe gab ihr dabei keine Hilfestellung sondern wartete nur geduldig ab. Zu seiner Freude drehte sie schließlich die korrekte Karte um und wusste sie dank seinen Erklärungen auch sofort richtig zu deuten. “Der Weise.. du bist bei jemandem aufgewachsen den du als verlässlich und klug ansiehst und der dich bis heute beeinflusst.“ Agwe nickte nur und ermunterte sie weiter zu machen. Nach und nach drehte seine Priesterin die Karten um, deutete sie und nur gelegentlich musste Agwe sie korrigieren. Dann, ganz am Schluss, musste sie noch die größere Nachricht deuten die in den Karten versteckt lag. “Also, die Loa sagen dass du demnächst maskiert wirst.. und.. dass du auf deinen Hut aufpassen sollst.“ Agwe zog eine Augenbraue hoch. Sie hatte sich gut geschlagen, aber das Letzte ergab irgendwie keinen Sinn. “Eh? Dis can't be right, man. Lemme see.“ Gerade als Agwe sich nach vorne beugte um den wirklichen Sinn der großen Sternkombination zu erfassen fiel ihm von oben ein Hammer auf den Kopf. “Tschuldige Kapitän!“, kam Gimblis brummelige Stimme von oben, wobei der Handwerker seinem bewusstlosen Kapitän und der etwas verdutzt dreinblickenden Momo zuwinkte. Er hatte beim Reparieren des Mastes seinen Hammer verloren.


    “Nicht schlecht für den Anfang, man“, lautete Agwes Urteil nachdem dieser wieder zu sich gekommen war. Er hatte eine hübsche Beule am Kopf, aber seinem Hut war glücklicherweise nichts passiert. “Üb' am besten noch ein wenig mit den anderen, man. Ich seh' mal nach was die anderen so treiben.“


    Riley stand natürlich am Steuerrad, immerhin war es seine Aufgabe als Navigator die El Pollo Diablo auf Kurs zu halten. So weit Agwe das beurteilen konnte tat er das ziemlich gut und nachdem sich die beiden Black Lunger mit einer Fistbump begrüßt hatten lehnte Agwe sich gegen die Reling und blickte aufs Meer hinaus. “Say, man. How ya do all this kerdezzle?“, wollte Agwe wissen. Er hatte sich schon immer sehr für Navigation interessiert und so weit er wusste kannte Riley sich damit bestens aus. Möglicherweise konnte er es ihm erklären. “Aight, bro, ya take dem oarns and drop dem. Holla back. Jiffin' s squiffy in whitie talk and gedda up you cozzins.“ Das war der Schlussteil einer etwa fünfzehnminütigen Erklärung die Riley seinem Kapitän hatte angedeihen lassen und dieser hatte offen gesagt kein Wort verstanden. Das lag nicht etwa am Voof, sondern daran dass der grauhaarige Navigator ganz offensichtlich versucht hatte, navigatorisches Fachchinesisch mit dieser Szenesprache zu verbinden, woraus ein völlig sinnloser Mischmasch entstanden war den keiner außer ihm jemals verstanden hätte. “Eh.. I see. Melon, man.“ Riley grinste und zeigte seinem Kapitän ein Peace-Zeichen, offensichtlich ging er davon aus dass dieser alles verstanden hatte. Agwe machte sich aus dem Staub.


    Haydee kochte im Moment, es war laut ihr noch ein wenig bis zum Abendessen aber sie hielt sich mit den Messern die Eddie für sie geschärft hatte beschäftigt. “Haydee, man! What's cookin'?“ “...Steak...“, antwortete die knabenhafte Köchin emotionslos. “...und das wird nicht gekocht sondern gebraten...“ “I see...“ Agwe nickte und sah Haydee eine Weile zu, ehe ihm einfiel dass auch sie von Black Lung stammte. Wenn er Riley schon auf Black Lunger Art begrüßte, dann sollte er das bei Haydee wohl genau so tun. Diese aber blickte seine ihr kumpelhaft entgegengestreckte Faust so ausdruckslos an als würde es sich um einen Fisch handeln. “...soll ich die kochen..?“, fragte sie verständnislos, woraufhin Agwe sich entschloss seine Faust wieder zurück zu ziehen und nicht zu prüfen ob die Köchin wirklich keinen Sarkasmus verstand. “Eeeeh, nah, man. You just go on there.“
    “...okay...“ Dankbar seine rechte Hand noch zu haben begab Agwe sich tiefer in das Schiff um nach Edward zu sehen. Er war dankbar in Haydee so eine gute, treue und verlässliche Köchin gefunden zu haben, aber manchmal hatte er bei Gesprächen mit ihr ein klein wenig Angst.


    Zu seinem Unglück, möglicherweise auch zu seinem Glück, das konnte Agwe bei Edward nie so genau sagen, war die Tür zur Werkstatt verriegelt und die Geräusche die der trinkende Barde im Inneren der Werkstatt machte luden den Voodoopriester nicht gerade dazu ein sich seinen Fortschritt genauer an zu sehen. Stattdessen begab er sich wieder nach oben an Deck, wo Gimbli gerade damit fertig geworden war den Mast wieder auf Vordermann zu bringen und sich jetzt bei einer schönen Tabakspfeife zu entspannen. “Ahoi Käpt'n. Bin gerade fertig geworden! Das ist ein echtes Prachtstück dieser Mast, sehr gutes Holz und wunderbar zu bearbeiten.“ Das kleine Eichhörnchen welches Gimbli überall hin zu folgen schien wuselte den Mast hinauf und keckerte zustimmend, was den Ewsgurn auf Gimblis Schulter leicht zischeln ließ. “Beachte die nicht, Käptn, die kebbeln sich immer.“ “Alright, man“, antwortete Agwe und klopfte seinem Zimmermann freundschaftlich auf die Schulter. Unten aus dem Kellerraum kam ein helles Fauchen gefolgt von undeutlichen Flüchen, offenbar war wieder einmal ein Versuch Edwards irgendeine famose Erfindung zu fabrizieren fehlgeschlagen. Agwe lächelte etwas und zündete sich eine Zigarillo an, wobei er versuchte möglichst leise an den Hühnern vorbeizugehen um die schlafenden Federbündel nicht aufzuwecken. Es war schön am Leben zu sein war sein letzter Gedanke bevor er auf einer unglücklich platzierten Murmel (woher diese gekommen war würde auf ewig ein Rätsel bleiben) ausrutschte und mitten in den Hühnerstall donnerte, woraufhin ihn die kleinen gefiederten Teufel lautstark über das ganze Deck jagten. Als er es schließlich geschafft hatte sich in seiner Kajüte zu verbarrikadieren sprach Agwe ein Dankgebet an die Loa und entschloss sich erst wieder herauszukommen wenn es Essen gab. Hoffentlich mochten die Hühner Steak.
     
  6. Momo

    Momo Kopfgeldjäger

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    Die Teufelsfrau leckte sich über die Lippen und mischte die Karten abermals. Vor wenigen Minuten hatte sie den Dreisatz für sich selbst gelegt und dabei eine Karte aufgedeckt, welche wohl in absehbarer Zeit etwas Freudiges, Helles voraussagte. Was genau das sein könnte, darüber machte Momo sich keine Gedanken. Was die Loa unter "freudig" und "hell" verstanden, würde wohl einen Heidenspaß machen und eine Menge Probleme bringen. Doch die junge Amazone quittierte diesen Gedanken mit einem wölfischen Grinsen und streckte ihre Glieder etwas, wobei sie darauf achtete, nicht an den erreichbaren Stellen an ihrem Rücken zu kratzen.
    Langsam begann sich die Haut etwas abzublättern. Krusten fielen ab und es fühlte sich an, als würde sich die Tinte, die Agwe mit einer Nadel unter ihre Haut gejagt hatte, etwas mehr in ihren Körper fressen. Sie war dankbar für dieses Tattoo und die Zeremonie, die damit einhergegangen war, aber es juckte bestialisch.
    Momo verzog etwas das Gesicht, doch entspannte sich bald wieder und fuhr damit fort, die Karten zu mischen. Ihr Blick schweifte über das Deck und nebenbei lauschte sie den Wellen, welche gegen den Bug klatschten.
    Es war gut so. Hier zu sein.
    Gerade kramte sie den Tabakbeutel hervor, da überschlugen sich die Ereignisse. Anscheinend hatte es Agwe einmal wieder geschafft, die Hühner zu erzürnen, welche gerade ihren Mittagsschlaf gehalten hatten. Wie von der Loa persönlich gestochen, raste er über das Deck in Richtung Küche und ein unübersichtlicher weißer Mob hinter ihm her. Das war an sich nichts Ungewöhnliches. Doch kaum hatte sich der Kapitän des Bunches in den Raum gerettet, rumste es. Anscheinend hatte Riley, der neue Navigator ein tückisches Riff übersehen und war knapp daran vorbeigeschrammt. Die Hühner, mitsamt Momo, kullerten auf die linke Seite des Schiffes und plötzlich fand sich die Amazone zwischen den Teufelsdingern wieder, die aufgeregt durcheinander gackerten. Kaum war dies geschehen, flitzte TickTack aus ihrem Top hervor und wollte sich in Sicherheit bringen. Doch keinen Augenblick später verfolgten einige der aufgebrachtesten Federviecher den armen Hermelin bis in den Hühnerstall, wo es in einem heillosen Durcheinander ausartete. Die junge Teufelsfrau ächzte und rieb sich die Beule am Hinterkopf, da sie sich an der Reling gestoßen hatte. "Was zur..."
    "KÄPT'N!" Gimblis dunkle Stimme röhrte über das ganze Deck und aus dem Hühnerstall kamen einige ungewöhnliche Geräusche. Schon bald kam der Zwerg aus dem Stall gerannt, über und über bestückt mit einigen Federn und Hühnerdreck und im gestreckten Gallopp lies er einige seiner Werkzeuge fallen. Anscheinend hatte er nachgesehen, was Agwe denn nun wieder kaputt gemacht hatte. Doch hinter ihm, natürlich, die Hühner. TickTack hatte sich in den Bart des Dwarfs verkrallt und keckerte verstört. Agwe lugte vorsichtig aus seinem Versteck hervor und bevor er die Tür wieder schließen konnte, zwängte sich Haydee an ihm vorbei und rief mit ihrer verträumten Stimme: "...Essen ist fertig..." Pünktlich wie eh und je. Doch trotzdem zum falschen Zeitpunkt.
    Der Zwerg hatte wohl auch schon die Küche zu seinem Routine-Versteck erwählt und krachte mit einem Affenzahn mit dem Priester und der Traumtänzerin zusammen. Das Essen, liebevoll zubereitet und noch heiß, wurde in hohem Bogen in Form eines Topfes fortgeschleudert und landete in dem heraneilenden Hühnermob.
    Es schepperte laut und die Soße, wie auch das Fleisch verteilte sich auf dem Holzboden und bekleckerte jedes einzelne Federvieh.

    Stille kehrte ein. Momo glaubte für eine Sekunde, dass sogar das Schiff den Atem anhielt. "Ey, Nü-kahs. Everyone a'right? Hab wohl etwas übersehen..." Riley erschien auf der Bildfläche und sah beinah belustigt auf das Chaos hinunter. Die Teufelsfrau erinnerte sich in dem Moment an die Karte, die sie vor wenigen Minuten aufgedeckt hatte. Hell und freudig? Das kann ja wohl nicht euer Ernst sein.
    "Jetzt geht´s loooos!", kreischte Vellie zum ersten Mal seit Tagen und auch die Amazone konnte sehen, wie das Unheil herannahte. Eine Linie wurde überschritten. Chaos war in Ordnung, aber das hier war sogar für die Hühner zu viel. Momo hätte es nicht gewundert, wenn die Teufelshühner langsam vibriert hätten und eins nach dem anderen explodiert wäre. Doch dieses Ereignis trat leider nicht ein. Karmesinroter Drache stieß einen kreischenden Schrei aus und begann aufgeregt mit den Flügeln zu schlagen. Sein Gefolge tat es ihm gleich und die Töne aus den Schnäbeln dieser Viecher schraubten sich in ungeahnte Höhen, bis sich die Amazone die Ohren zuhalten musste. Die Hühner stoben auseinander, als hätten sie diese Choreographie schon vor Jahren einstudiert und die Größten unter ihnen verkrallten sich in die Kleidung der Anwesenden. Die spitzen Krallen gruben sich unter den Stoff des Tops, welches Momo trug. Fluchend versuchte sie das Vieh abzuwehren, doch der Schnabel hackte ununterbrochen auf ihren Kopf ein, den sie versuchte mit ihren Armen zu schützen.
    "Was ist das hier für ein Krach, Leute?" Nur kurz konnte sie Edward erkennen, welcher aus seiner Werkstatt gekommen war, um nach dem Rechten zu sehen. Das tat er manchmal, damit wieder etwas Ordnung in das Chaos an Deck kam. Aber auch er hatte einen schlechten Zeitpunkt gewählt. Zwei der Hühner, welche sich in seiner Nähe befanden, stürzten sich sofort auf ihn.
    "AGWE? WAS IST MIT DIESEN VIECHERN LOS?"
     
  7. Edward Buraddo

    Edward Buraddo Kopfgeldjäger

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    „GOTTVERDAMMTE SCHEISSE!“ fluchte Edward auf. Mit einem Arm im Verband konnte er nicht so arbeiten, wie er es gewohnt war. Schon als er die Messer für Haydee geschliffen hatte war ihm schnell klar geworden, dass er im Moment nicht zu Bestleistungen fähig war. Und das war ihm grade wieder klar geworden, als er bei dem Versuch die Klinge in seiner Hand zu schleifen abgerutscht war und sich einen blutenden aber zum Glück ungefährlichen Schnitt am Arm zugefügt hatte. Die Abgerutschte Klinge war versaut, daraus konnte er bestenfalls noch… Mit einem Grummeln war er es auf den Haufen in der Ecke seiner Werkstatt, wo er den Metallabfall aufbewahrte, den er eventuell noch einmal verwenden konnte. Dann drehte er sich um und betrachtete den Bauplan, den er in den letzten Tagen gemacht hatte. Er klopfte gegen den Prototypen seiner Schiffsbeleuchtung und scheuchte die Glühwürmchen auf, welche ihm Haydee damals auf Float mitgebracht hatte. Es waren schon wesentlich mehr, die Dinger schienen sich extrem schnell zu vermehren. Und auch das Glas hatte er recht gut hingekriegt, die kleinen Tiere schafften es somit Tatsächlich die ganze Werkstatt zu erhellen. Er war zufrieden. Bald würde er diese Beleuchtung für das ganze Schiff umsetzen, doch i Moment war sein aktuelles Projekt wichtiger. Vor ihm war eine Zeichnung von einer Klinge, welche in einem Schirm versteckt werden konnte. Es war für Haydee geplant, deren Schirmschwert mittlerweile wohl auf dem Grund des Meeres lag. Es war im Grunde fast dieselbe Waffe, die sie verloren hatte, mit einem Unterschied: Er plante den Schirm selber zu verstärken, so dass dieser im Kampf selber eingesetzt werden konnte, sei es als Schlagwaffe oder als Schild.
    Edward seufzte und sah auf den Boden seiner Werkstatt. Überall lag zerknülltes Papier, etliche andere Varianten des Schirms, die er gerne gebaut hätte. Er hatte viele Ideen, ausklappbare Klingen, eine eingebaute Flinte, Gaswerfer, abschießbare Speerspitzen… und vieles mehr… Aber letztlich kam bei allen Varianten ein Schwachpunkt auf: Haydee. Edward konnte die kleine wirklich gut leiden, wenn sie nicht grade wieder die Küche sprengte, aber leider war nun mal nicht von der Hand zu weisen, dass jede seiner Ideen, die auch nur etwas über „Das scharfe Ende Richtung Gegner und zuschlagen“ ging das junge Mädchen überfordern würde. Daher war er letztlich zu dem Schluss gekommen, dass in diesem Fall weniger durchaus angebracht wäre. Doch durch sein aktuelles Handicap ging es einfach nicht voran. Diesmal hätte er es fast geschafft und war dann beim schleifen gescheitert, was ihn wirklich ärgerte. Mit zwei Händen hätte er die Sache schon lange erledigt. Also hieß es jetzt wieder von vorne beginnen. Doch diesmal würde er das Schleifen hinten anstellen, bis Agwe ihm die Verwendung seines Linken Arms wieder erlaubte. Er machte alle bereit doch grade als er den Ofen noch einmal anheizen wollte, um den Rohstahl zu erhitzen, bebte das ganze Schiff. „Was zur Hölle…“ entfuhr es ihm, während er durch seine ganze Werkstatt kullerte. Als sich das Schiff beruhigt hatte, rappelte er sich auf. Irgendwer würde ihm erklären, was hier passiert war! Er öffnete die Türe seiner Werkstatt und machte sich auf um an Deck zu kommen. Schon in dem Moment als er die letzte Türe öffnete, hatte er schon ein komisches Gefühl. Die Türe öffnete sich und Tageslicht fiel ein, welches Edward kurz blendete.
    Mit der Zeit gewöhnten sich seine Augen an das Licht, doch je mehr er sah, desto weniger konnte er glauben. Gimbli kullerte als menschliche Bowlingkugel übers Deck, Momo lag in der Ecke, zumindest vermutete er die Amazone unter diesem Hühnerhaufen, Haydee stand mit gewohnt neutralem Blick im Kücheneingang und von Agwe sah man nur den Kopf, der an Haydee vorbei aus der Küche gestreckt wurde. Dazu war noch das ganze Deck voller Hühner, was ja nicht zwingend ungewöhnlich war, aber irgendwas war anders. Ah, genau, sowohl die Hühner als auch der Boden um die Küche herum waren völlig mit einer bräunlichen Soße bekleckert. Das gehörte nicht zur Standartausstattung des Schiffes. Der Tüftler ging in die Hocke und striff mit seinem Finger durch einen dieser merkwürdigen Flecken, um kurz darauf zu riechen, was das wohl sein könnte. „Das ist doch nicht etwa….“ Murmelte er, bevor er den Finger ableckte. „Steaksoße…“ erkannte der Tüftler den Fleischgeschmack in der Soße. Augenblicklich sah er noch einmal über das ganze Deck und erkannte die Anhaltspunkte: Haydees Hand befand sich noch in einer Haltung, die vermuten lies, dass sie bis vor kurzem die Pfanne die unter ihr lag gehalten hatte. Zudem war sie von oben bis unten voller Soße, genau wie Gimbli, Agwe und einige der Hühner. Andere hatten noch ganze Steaks in ihrem Federkleid hängen. Edward verschränkte die Arme vor der Brust, so gut das mit einem Arm in Gips möglich war. „Ich hab so das ungute Gefühl, dass heute das Mittagessen ausfällt…“ sagte er. In diesem Moment stürzten sich auch schon zwei der Teufelsviecher auf ihn. Erschrocken und teilweise panisch fing er an nach den Hühnern zu schlagen, die scheinbar ein Wettpicken darum machten, wer dem Tüftler zuerst ein Ohr, die Nase oder ein Auge ausreißen konnte. „Verschwindet, ihr verdammten…“ Er schaffte es sich kurz zu befreien und stürmte zu Agwe. „OK, Kapitän, ich wird mal nicht fragen, warum unser Essen im Federvieh hängt, aber WAS ZUR HÖLLE IST MIT DEN VIECHERN LOS?“ schrie er seinen Kapitän an. Als dieser nur mit den Schultern zuckte, drängelte er sich an ihm und Haydee vorbei. „Wo hat sie es, wo hat sie es…“ er suchte nach dem Schwarzpulver, dass Haydee sich für ihre Küche abgezwackt hatte. Kaum hatte er es gefunden machte er ein kleines Päckchen fertig, das er mit einer improvisierten Zündschnur ausstattete und diese am Herd entflammte. Schnell rannte er wieder raus und warf das Päckchen in Richtung Momo. Ca. einen Meter bevor es die unter Hühnern begrabene Teufelsfrau erreichte explodierte es mit einem lauten Knall, was die Hühner von Momo scheuchte, welche jetzt mit zerrissenen Klamotten und voller Hühnerfedern und anderem, unappetitlicheren Hinterlassenschaften ihrer Angreifer war. „Gut reagiert…“ lobte sich Edward selber, bis er plötzlich bemerkte, dass die Hühner jetzt plötzlich auf dem Weg zu ihm waren. Er sah mit verzweifelten Blick zu Agwe herüber. „Karma ist nicht unbedingt ein Konzept der Loa oder?“ bevor er unter dem Federvieh begraben wurde.